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Milchmarkt und Milchpreise

Milch: Keine Preissignale nach oben

Käseproduktion in Molkerei
am Freitag, 23.08.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Im August driftet der Milchmarkt leicht nach unten. Vor allem die schwächeren Butterpreise drücken auf die Indikatoren.

International zeigen die Kurse für die wichtigsten Milchprodukte keinen einheitlichen Trend: An der globalen Handelsplattform GDT waren der gemittelte Preis-Index in dieser Woche zwar unverändert. Für die wichtigsten Produkte ging es jedoch in unterschiedliche Richtungen: So sind die Preise für Butter und Milchfett weiter gefallen. Dagegen sind die Kurse für Vollmilchpulver gestiegen, und auch Käse und Magermilch wurden leicht fester gehandelt.

Am europäischen Binnenmarkt drücken die anhaltend schwachen Butterpreise ebenfalls auf die Kurse: So ist der IFE-Rohstoffwert für den Monat Juli auf den niedrigsten Wert seit November vorigen Jahres gefallen. Ursache: Der anhaltende Rückgang der Butterpreise. Magermilchpulver kann sich hingegen knapp behaupten. Die nicht im IFE-Rohstoffwert berücksichtigten Käsepreise sind weiter stabil.

Die Milchanlieferung in der Europäischen Union lag im Juni ganz leicht über der Vorjahreslinie und Deutschland deutlich 2,3 Prozent darunter. Mitte August meldeten die deutschen Molkereien jedoch eine 2,9 Prozent (!?) größere Milchmenge als im vorigen Jahr. Ein überraschend kräftiger Zuwachs.

Ife-Indikatoren zeigen nach unten

Kühe melken

Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch waren Anfang August gestiegen und blieben zur Mitte des Monates relativ stabil. Je nach Region bewegen sich die Kurse zwischen 34,0 Cent je kg bis 36,0 Cent. Damit handelten die deutschen Molkereien die Spotmilch etwa 0,5 bis 2,5 Cent über dem letzten für Deutschland gemeldeten Rohmilchpreis.

Dieser lag im Juni für Milch mit natürlichem Fettgehalt bei 33,5 Cent. Der aus der finanziellen Verwertung von Butter und Magermilch errechnete ife-Rohstoffwert wurde für den Monat Juli nur noch mit 30,4 Cent/kg angegeben.Das sind 0,6 Cent weniger als man im Juni mit 31,0 Cent errechnet hat.

Der aus den tagesaktuellen Terminmarktpreisen von Butter und Magermilch errechnete Börsenmilchwert lag für den Monat August bei 31,0 Cent und für den September bei 31,7 Cent. Also wieder etwas höher. Bis zum Jahresende werden 32,4 Cent erwartet. Das sind 0,6 Cent weniger als der Terminmarkt noch vor einer Woche angezeigt hat. Damit bewegen sich die Ife-Indikatoren weiterhin unter den letzten Auszahlungspreisen für Rohmilch.

Butterpreise bis August abwärts

Butter

Die Preise für Butter bewegen sich im europäischen Großhandel im August weiter nach unten. Der durchschnittliche Butterpreis lag Mitte August bei 360 Euro je 100 kg. Eine Woche zuvor wurden noch 366 Euro je 100 kg gezahlt und vor vier Wochen notierte man noch 392 Euro. Nach den Daten der Kommission ist dies der niedrigste Butterpreis seit gut drei Jahren.

Aus dem deutschen Großhandel wurden Mitte August Butterpreise von 350 Euro gemeldet. Etwas weniger als in der Vorwoche und deutlich weniger als im Schnitt der EU. In den Niederlanden wurden Butter nur noch mit 337 Euro je 100 kg notiert. Ebenfalls ein leichtes Minus zur Vorwoche.

Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter für den August-Termin mit 3.490 Euro je t. Für die Monate September und Oktober wurden 3.655 Euro je t und 3.700 Euro je t notiert. Damit sin die Kurse für diese beiden Termine gegenüber der Vorwoche um 100 bis 150 Euro gestiegen und notieren deutlich höher als der August. Damit bewegt sich der Terminmarkt für die kommenden Monate allerdings nur auf dem Niveau des aktuellen europäischen Kassamarktes.

Magermilchpulver verändert sich kaum

Milchpulver

Die Preise für Magermilchpulver (MMP) sind im europäischen Großhandel im August weiter relativ stabil. Der MMP-Preis lag Mitte August bei 208 Euro je 100 kg. Das waren die gleichen Preise wie vor eine Woche und 4 Euro mehr als im Vormonat.

Aus Deutschland wurden Mitte August MMP-Preise von 213 Euro gemeldet. Das sind ebenfalls unverändert Kurse. In den Niederlanden notierte man MMP mit 210 Euro je 100 kg ebenfalls stabil.

Am europäischen Terminmarkt lagen die MMP-Preise für den August bei 2.122 Euro je t und damit geringfügig unter dem Vorwochenpreis. Für die Monate September bis Oktober werden 2.123 und 2.120 Euro je t notiert. Damit liegen die Preiserwartungen für die kommenden Monate leicht über dem Niveau der derzeitigen europäischen Kassapreise.

Käsepreise halten sich, VMP aber im Minus

Die Preise für Käse (Edamer) sind im europäischen Großhandel auch im August stabil. Damit hat sich die wichtigste wertmäßige Verwertung deer Milch sich nicht verändert.

Mitte August bewegten sich die Käsepreise im europäischen Großhandel weiter seitwärts. Die Kommission meldet für Edamer im Mittel der EU Preise von 307 Euro. Die europäischen Cheddar-Preise notieren ebenfalls stabil bei 303 Euro je 100 kg.

Für Vollmilchpulver (VMP) sind die Preise im europäischen Großhandel zuletzt etwas zurückgegangen. Die Kommission meldete Mitte August für die EU durchschnittliche VMP-Preise von 284 Euro. Das ist ein Minus zur Vorwoche von 5 Euro.

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