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Rohstoffwert

Milch: Kieler Rohstoffwert fällt unter 40 Cent

Milchglas steht auf Wiese
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Josef Koch, agrarheute
am
27.10.2017

Die Verwertung der Rohmilch über Butter und Magermilchpulver hat sich im Oktober verschlechtert. Auch für die nächsten Monate sieht es nicht gut aus.

Die schwächeren Preise für Butter und Magermilchpulver im Oktober führen zu einer schlechteren Milchverwertung. So hat das Institut für Ernährungswirtschaft, Kiel (ife) für Monat Oktober 2017 den sogenannten Kieler Rohstoffwert nur noch auf 39,3 Cent pro Kilogramm Milch berechnet.

Gegenüber September bedeutet dies ein Rückgang von 2,8 Cent. Damit ist die 40-Cent-Linie doch deutlicher unterschritten. Basis beim Rohstoffwert sind 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, netto, ab Hof.

Im Vergleich zu Oktober 2016 liegt der derzeitige Kieler Rohstoffwert Milch aber noch um 15 Prozent oder 5,1 Cent je kg Milch höher.

Ursache für diese Einbuße sind die seit kurzer Zeit rückläufigen Handelspreise im Milchfettbereich, berichtet der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB). Da, seit dem letzten Jahr, die Verwertung von Milchfett bekanntlich im Wesentlichen die Höhe des Kieler Rohstoffwertes beeinflusst und die Eiweißkomponente mehr oder weniger in den Hintergrund getreten ist, leuchtet es laut VMB ein, dass sich Korrekturen im Milchfettsektor eins zu eins auf die Höhe des Kieler Rohstoffwertes auswirken können. Im Durchschnitt waren die Butterpreise im Oktober mit 6.566 Euro/t um 5,5 Prozent schwächer.

Noch stärker waren aber die Preise für Magermilchpulver gefallen, weil die Intervention Ende September ausgelaufen ist.  Sie gingen um 6,7 Prozent auf durchschnittliche 1.505 Euro/t zurück. 

Die Aussichten für das kommende Jahr sehen derzeit nicht gut aus. So erwarten die Markteilnehmer an der Warenterminbörse EEX Leipzig vor allem für Butter deutlich schwächere Preise, während die Notierungen für Magermilchpulver stabil auf dem sehr niedrigen Niveau um die 1.500 Euro/t verharren.

Für die Verwertung der Rohmilch über Butter und Magermilchpulver ergibt sich dann nur ein Rohstoffwert bis August 2018 von deutlich unter 30 Cent/kg, wie der agrarheute-Börsenrohstoffwert zeigt.

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