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Molkereigenossenschaften

Milchliefervertrag: Gros duldet keine staatlichen Eingriffe

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Josef Koch, agrarheute
am
11.04.2018

Bayerns Genossenschaften blicken auf ein gutes Jahr zurück. Vor allem die Molkereien konnten Umsatz und Ergebnis steigern. Doch für 2018 sieht es nicht so gut aus.

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Bayerns Genossenschaften wollen die Arbeit der neuen Regierungskoalition genau verfolgen. Dies kündigte Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB), an. So stehe im Koalitionsvertrag, dass die neue Regierung stärkere Genossenschaften in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen befürworte.

Skeptisch ist Gros allerdings, dass die neue Regierung sich für eine Modernisierung der Milchlieferbeziehungen zwischen Molkereien und Milcherzeugern einsetzen will. So fürchtet Gros, die Politik könne feste Mengen und feste Preise in den Verträgen vorschreiben.

"Einen solchen Eingriff in privatwirtschaftliche Verträge lehne ich ab", gab Gros deutlich zu verstehen. Seiner Meinung nach würden solche Verträge die Molkereigenossenschaften schwächen. "Die Molkereigenossenschaften verlieren dann ihre Flexibilität in der Milchauszahlung und der Eigenkapitalaufbau ist gefährdet", stellt Gros klar. "Das Genossenschaftsmodell mit der Abnahme- und Andienungspflicht hat sich über Jahrzehnte bewährt", so der Verbandspräsident. Änderungen seien hier nicht nötig.

Umsatz auf Rekordmarke

Getrieben durch die gute Entwicklung am Milchmarkt konnten die genossenschaftlichen Waren- und Dienstleistungsunternehmen in Bayern einen Gewinn von 247,8 Mio. Euro behaupten. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein leichter Rückgang um 1,7 Prozent. Das gab Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB) bekannt. Den Umsatz steigerten sie um 5,3 Prozent oder 627 Mio. Euro auf die neue Rekordmarke von 12,5 Mrd. Euro.

Das Wachstum ist insbesondere auf die deutlich verbesserte Marktlage der Milchwirtschaft zurückzuführen, wie GVB-Präsident Jürgen Gros erläuterte. Die Molkereigenossenschaften konnten vor allem preisbedingt ihren Umsatz um 393 Mio. Euro auf 3,3 Mrd. Euro steigern. Das Jahresergebnis lag bei 33,4 Mio. Euro. Das waren 9,1 Mio. Euro mehr als 2016. 

So stiegen die Auszahlungspreise für konventionelle Milch im Jahresdurchschnitt 2017 um 29 Prozent auf 37 Cent je Kilogramm an. Bei Biomilch zahlten die Molkereien laut Gros nahezu 50 Cent/kg aus.

 

Aussichten für 2018 getrübt

Umsatzzuwächse verzeichneten der Verband auch im Segment Handel um 108 Mio. Euro oder 2,4 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro. Ein Plus gab es auch bei ländlichen und gewerblichen Genossenschaften um 8,2 Prozent bzw. 6,2 Prozent. Dagegen verbuchten Energiegenossenschaften auch wegen der neuen Ausschreibungsrunden bei Strom einen Umsatzverlust um 6.7 Prozent auf 0,4 Mrd. Euro.

Da die Preise für Milchprodukte 2018 gesunken sind, rechnet Gros für das laufende Jahr mit niedrigeren Umsätzen und schwächerem Ergebnis für die bayerischen Genossenschaften. Zudem werde der Margendruck im Handelssegment auch 2018 anhalten.

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