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Milchpreise und Corona-Folgen

Milchmarkt: Milchpreise halten die 30-Cent-Marke

Milchfarmer
am Freitag, 19.06.2020 - 14:52 (Jetzt kommentieren)

Im Mai haben viele deutsche Molkereien ihre Milchpreise gesenkt.

Allerdings haben die meisten Molkereien den dramatischen Absturz vieler Produktpreise nur in sehr geringem Umfang mitgemacht. Und der Absturz währte auch nur kurz: In der zweiten Maihälfte haben sich Produktmärkte wieder deutlich von ihren vorausgegangenen Tiefständen erholt.

Doch die noch vor zwei Wochen aus den Produktenpreisen errechneten Rohstoffwerte der Milch konnten ihr Niveau Mitte Juni nicht ganz halten. Vor allem die wieder etwas schwächeren Butterpreise sorgten für Korrekturen. Dennoch bewegen sich die errechneten Milchpreise weiterhin knapp über der Marke 30 Cent und steigen für die kommenden Monate leicht an.

Das zeigen jedenfalls die wichtigsten Preis-Indikatoren für Milch und Milchprodukte an den Terminmärkten und im Großhandel. Gründe für die Preiserholung war die Wiedereröffnung vieler Restaurants nach dem Shutdown. Hinzu komm die Stabilisierung der Exportpreise sowie eine robuste Nachfrage aus dem Einzelhandel. Auch die Stützungsmaßnahmen der EU-Kommission zeigen stabilisierende Wirkung.

Börsenwerte für Rohmilch zwischen 30 und 31 Cent

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Die Börsenmilchwerte zeigen – ebenso wie die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch – die kurzfristig vom Markt erwarteten Milchpreise an. Grundlage sind dabei sowohl die aktuelle Rohstoffverfügbarkeit als auch die ganz aktuellen Preisveränderungen der wichtigsten Milchprodukte am Binnenmarkt und im Export. Diese Marktlage schlägt sich unmittelbar im Börsenmilchwert nieder.

Diesen „theoretischen Preis“ errechnet das Ife-Institut in Kiel aus den tagesaktuellen Terminmarktkursen für Butter und Magermilchpulver. Daraus ergibt sich für den Monat Juni derzeit ein Milchpreis von noch 30,7 Cent und für Juli von 31,3 Cent. Das ist gegenüber den Preisen von Mitte Mai ein Rückgang von 0,7 bzw. 0,9 Cent – aufgrund etwas niedrigerer Börsenpreise für Butter und Magermilch. Bis zum Jahresende steigen die Börsenmilchwerte dann bis auf 31,4 Cent. Das sind 1,1 Cent weniger als die Rohstoffverwertung noch vor zwei Wochen ergeben hat.

Dagegen sind die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch etwa so hoch wie vor 2 Wochen. Mitte Juni kostet die Spotmilch – je nach Region – zwischen 32 und 33 Cent. Aus den Niederlanden werden Preise von 30,5 Cent gemeldet.

Der vom Ife-Institut in Kiel aus den Preisen von Butter und Magermilchpulver errechnete Rohstoffwert der Milch war  im Mai hingegen auf 25,8 Cent je kg gefallen. Das war ein Rückgang von 1,2 Cent zum Aprilwert und zugleich der niedrigste Preis seit der Milchpreiskrise 2016. Grund für den niedrigen Rohstoffwert war, dass die Preise für die wichtigsten Milchprodukte in der ersten Maihälfte noch abgestürzt waren. Erst ab der Monatsmitte ging es mit den Preisen kräftig nach oben.

Butterpreise: Terminmarkt gibt wieder etwas nach

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Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter am Donnerstag (18.06) für den Juni-Termin mit 3.200 Euro je Tonne. Da sind knapp 100 Euro weniger als vor zwei Wochen. Für die Monate Juli und August wurden 3.300 bzw. 3.350 Euro je t notiert.

Damit sind die Butterpreise für diese beiden Termine in den letzten beiden Wochen um rund 50 bis 100 Euro zurückgegangen. Gleichzeitig notieren gut 100 Euro höher als der Junikontrakt. Offenbar rechnet der Markt mit einer weiteren moderaten Erholung der der Preise – was sich auch in den etwas höheren Börsenmilchwerten für Juli und August niederschlägt.

Im europäischen Großhandel haben die Preise für Butter zuletzt weiter zugelegt. Der durchschnittliche Butterpreis lag am 14. Juni bei 318 Euro je 100 kg. Zwei Woche zuvor wurden 296 Euro gezahlt.

Im deutschen Großhandel wurden am 16. Juni Butterpreise von 335 Euro notiert. Das waren 24 Euro mehr als vor zwei Wochen und außerdem 17 Euro mehr als im Schnitt der EU. In den Niederlanden wurden Butter mit 312 Euro je 100 kg gehandelt. Das waren 2 Euro mehr als vor zwei Wochen und 23 Euro weniger als in Deutschland

Magermilch: Preise für Juli etwas höher

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Die Preise für Magermilch-Pulver (MMP) haben am europäischen Terminmarkt in den letzten beiden Wochen für alle Termine wieder etwas nachgegeben. Am Donnerstag (18.06) lagen die Kurse für den Juni-Kontrakt bei 2.190 Euro je Tonne und damit etwa 190 Euro niedriger als vor zwei Wochen.

Für die Monate Juli und August wurden 2190 und 2.200 Euro je Tonne notiert und damit etwa 50 Euro weniger als zwei Woche zuvor. Gleichzeitig lagen die Kontraktpreise für Juni etwa auf dem Niveau der aktuellen Kassapreise.

Im europäischen Großhandel lagen die Preise für Magermilchpulver (MMP) am 16. Juni bei 213 Euro je 100 kg. Das waren rund 10 Euro mehr als vor zwei Wochen. Aus dem deutschen Großhandel wurden MMP-Preise von 219 Euro gemeldet. Das waren ebenfalls 10 Euro mehr als vor zwei Wochen.

In den Niederlanden notierte man MMP mit 220 Euro je 100 kg und damit 3 Euro höher als vor zwei Wochen und 1 Euro höher als in Deutschland.

Käsepreise halten sich, Vollmilchpulver wenig verändert

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Die Preise für Käse (Edamer) haben sich im europäischen Großhandel nach einem Rückgang in der ersten Maihälfte zuletzt leicht erholt. Im weitern Verlauf hat sich die wichtigste wertmäßige Verwertung der Milch stabilisiert.

Die Kommission meldete am 16. Juni für Edamer im europäischen Mittel Preise von 294 Euro je 100 kg. Das sind 2 Euro mehr als vor zwei Wochen - jedoch etwa 20 Euro weniger als Anfang Mai. Die europäischen Cheddar-Preise notierten zuletzt bei 303 Euro je 100 kg und etwa 2 Euro höher als vor zwei Wochen.

Für Vollmilchpulver (VMP) sind die Preise im europäischen Großhandel ähnlich hoch wie vor zwei Wochen – obwohl zuletzt wieder etwas Druck aufkam. Die Kommission meldete am 16. Juni für die EU durchschnittliche VMP-Preise von 269 Euro je 100 kg. Das ist ein Plus von 1 Euro in den letzten beiden Wochen.

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