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Milchmarkt

Milchpreis: 36 Cent als Durchschnitt 2017

Heuser_Eckhard-MIV
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Josef Koch, agrarheute
am
26.10.2017

2017 war ein gutes Milchjahr. Doch die Aussichten für 2018 trüben sich laut Molkereien immer mehr ein.

Eckhard Heuser, MIV

Anlässlich seiner Jahrestagung in Augsburg berichtet der Milchindustrie-Verband e.V. von einem zufriedenstellenden Jahr mit den unterschiedlichsten Entwicklungen in den einzelnen Marktsegmenten. „Butter war der Preisbrecher des Jahres und dies im positiven Sinne“, sagt Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Verbandes.

Sahne- und Butterpreise gingen durch die Decke und schafften gute Verwertungsmöglichkeiten für die Rohmilch. Allerdings hat sich mittlerweile der Fettmarkt deutlich beruhigt, genügend Ware ist für das Weihnachtsgeschäft vorhanden. Zumindest der private Butterverbrauch ist in den ersten neun Monaten um 10,4 Prozent auf 186.100 t zurückgegangen. Da aber keine Butter eingelagert ist, geht Heuser davon aus, dass sich der der industrielle Verbrauch entsprechend erhöht hat. Offizielle Statistiken über den industriellen Verbrauch gibt es laut Heuser nicht.

Beliebt beim Verbraucher sind indes Mischfette. Laut Nielsen sind von Januar bis September 2017 die Absatzmengen um knapp 16 Prozent auf 58.600 t gegenüber 2016 angestiegen.

Milchpreiskorrekturen sind möglich

Insbesondere der Käsesektor konnte den deutschen Milchpreis deutlich stabilisieren. Über die Hälfte der deutschen Milch wandert in die Käseproduktion. Über die Hälfte des Käses wird im Ausland vermarktet. Die Notierungen für Käse haben sich positiv entwickelt.

Für das Kalenderjahr rechnet der Verband mit einem durchschnittlichen Netto-Milchpreis von 36 Cent/kg bezogen auf einen Fettgehalt von 4,0 Prozent. Das wären rund 9,3 Cent/kg mehr als 2016. Damals lag der bundesdeutsche Durchschnitt bei 26,73 Cent/kg.

Die Intervention musste im Milcheiweißsektor allerdings wieder in Anspruch genommen werden, die Bestände in Brüssel wachsen an. Die Kommission in Brüssel begleitet das Geschehen kritisch und es werden bald neue Politikvorschläge erwartet.

Höhere Milchpreise führen aber auch zu höherer Milchproduktion, was die Saisonkurven nicht nur in Deutschland deutlich zeigen. Dies kann auch zu Korrekturen beim Milchpreis führen, meint Heuser.

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