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Milchverkauf

Milchpreis: Bayern MeG stemmt sich gegen geänderte Fettbezahlung

am Freitag, 14.09.2018 - 09:17 (Jetzt kommentieren)

Immer mehr Molkereien im Süden Deutschlands wollen die Fettbezahlung ändern. Die Bayern MeG lässt mit sich nicht darüber verhandeln.

Markus Seemüller-Bayern MeG

Bisher war im süddeutschen Raum der Korrekturfaktor in der Milchgeldabrechnung weitestgehend einheitlich geregelt.  Viele Molkereien bezahlten 2,7 Cent je Fetteinheit. Doch immer mehr Molkereien überlegen sich, mehr Geld für fette Milch zu bezahlen.

Die Milchwerke Berchtesgadener Land werden ab Januar 2019 den Korrekturfaktor auf 4 Cent anheben, wie agrarheute berichtete. „Wir werden derzeit von mehreren privaten Molkereien auf eine Änderung der Korrekturfaktoren für Fett und Eiweiß angesprochen“, bestätigt Markus Seemüller, Geschäftsführer der Bayern MeG.  Auch genossenschaftliche Molkereien diskutieren das Thema, ist aus der Branche zu hören.

„Wir lehnen die Änderung zum jetzigen Zeitpunkt ab“, sagt Seemüller. Als die Fettpreise im vergangenen Jahr Höchststände erreicht haben, wollte die Bayern MeG  die Diskussion um eine Weiterentwicklung der Korrekturfaktoren eröffnen. „Doch damals waren die Molkereiverbände nicht dazu bereit, jetzt sehen wir für eine Änderung der Korrekturfaktoren keinen Grund“, so der Geschäftsführer. 

Große Unterschiede zwischen den Molkereien

Die Korrekturfaktoren für Fett sind bundesweit sehr unterschiedlich. In Bayern gibt es überwiegend 2,7 Cent je Fetteinheit.

Seit Juli hat Deutschlands größte Molkerei DMK ihren Korrekturfaktor erhöht. Statt bisher 2,5 Cent zahlt DMK jetzt deutlich mehr. Im Juli betrug der Faktor 3,52 Cent, im August 3,63 Cent je Einheit. Der Faktor hängt nun vom Grundpreis ab. Je höher der Grundpreis, desto höher die Fettkorrektur.    

Flexible Korrekturfaktoren haben auch FrieslandCampina und ArlaFoods. Im August zahlte FrieslandCampina, Köln, zum Beispiel 2,947 Cent je Fetteinheit, in Heilbronn aber 2,7 Cent. ArlaFoods war an den Standorten Pronsfeld, Upahl und Walhorn Milchfett gar 4,21 Cent wert.

Die Sachsenmilch in Leppersdorf dagegen wendet noch einen Faktor von 2,52 Cent an. Noch weniger zahlt Schwälbchen fürs Milchfett, und zwar 2,4 Cent.

Von einem hohen Korrekturfaktor profitieren Landwirte die einen überdurchschnittlichen Fettgehalt vom mehr als 4,0 Prozent in der Milch erreichen. Bei niedrigeren Fettgehalten von unter 4 Prozent fallen aber die Abzüge aber umso höher aus.

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