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Milchmarkt

Milchpreis: DMK sieht Butterpreise sinken

Milch wird von DMK-Milchauto abgeholt
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Josef Koch, agrarheute
am
08.01.2018

Bei Butter scheint die DMK weich zu werden. DMK-Chef Ingo Müller rechnet daher mit schwächeren Preisen für die neuen Butterkontrakte ab Februar.

DMK-Chef Ingo Müller

Bei den Verhandlungen um die neuen Kontrakte für abgepackte Butter kniklcnen die Molkereien angesichts des Marktdrucks offenbar ein. Bei Butter könnten Verbraucher überdies bald mit sinkenden Preisen rechnen, sagte DMK-Chef Ingo Müller der «Welt» (Samstag): "Auf dem Spotmarkt ist der Kilopreis für Butter zuletzt massiv unter Druck geraten und um mehrere Euro gesunken. Mit etwas Verzögerung wird das auch im Kühlregal von Supermärkten und Discountern und damit beim Verbraucher ankommen."

Der sogenannte Spotpreis bildet sich auf großen Warenterminmärkten, auf denen Agrargüter gehandelt werden.

Anfang des Jahres notierte Blockbutter an der Kemptener Warenbörse zwischen 4 und 4,25 €/kg, die Blockbutter kostet bisher noch zwischen 5,36 Euro/kg und 5,44 Euro/kg.

Größter Anbieter von GVO-freier Milch

"Mit 2,3 Milliarden Kilo GVO-freier Milch ist die DMK Group zum größten Anbieter GVO-freier Milchprodukte in Deutschland und Europa geworden», sagte DMK-Chef Ingo Müller der Deutschen Presse-Agentur in Bremen. Die hohe Menge sei in 12 Monaten erreicht worden.

Bei der DMK hat damit der Milch aus gentechnikfreier Fütterung einen Anteil von rund 33 Prozent. Andere Molkereien, vor allem im Süden Deutschlands, haben teilweise ihre Produktion schon komplett auf Milch auf gentechnikfreier Fütterung umgestellt.

Die DMK-Bauern bekommen derzeit 0,9 Cent Zuschlag für GVO-freie Milch. Das Milchgeld liegt für Januar bei 34 Cent pro kg Basis plus die jeweiligen Zuschläge für Liefermengen, Milkmasterbonus und GVO-Freiheit. Für Dezember zahlt die Molkerei aber noch fast 40 Cent/kg.

DMK verliert im vergangenen Jahr 450 Mio. kg

Durch Vertragskündigungen von Bauern zum Jahreswechsel 2017/2018 muss das Unternehmen 2018 einen Ausfall von 450 Millionen Kilo verkraften, weitere Kündigungen stehen an. Als Reaktion wurde 2017 entschieden, die Standorte in Rimbeck, Bad Bibra und Bergen zu schließen.

"Wir nutzen den Wegfall von Milchmengen, um aus weniger profitablem Geschäft auszusteigen. Das ist ein massiver Wandel für unser Unternehmen. Unser Fokus verschiebt sich", betonte Müller.

Die Devise laute: "Wertschöpfung vor Volumen". Es gehe nicht mehr wie früher um eine Produktionssteigerung, sondern darum, die richtigen Produkte mit hohen Renditen zu produzieren.

Mit Material von dpa
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