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Molkerei

Milchpreis: FrieslandCampina ändert Garantiepreis

am Mittwoch, 18.12.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Mitglieder von FrieslandCampina haben den Änderungen beim Garantiepreis zugestimmt. Unterm Strich sinkt der Garantiepreis. Das sind die wichtigsten Änderungen (Meldung vom 11. Oktober aktualisiert).

FrieslandCampina-Milchlaster-Straße

Dem Vorhaben, ab 2020 den Garantiepreis neu zu berechnen, haben die Mitglieder von FrieslandCampina nun  zugestimmt. Unterm Strich wird er damit um 0,89 Cent/kg brutto (Basis 2018) niedriger ausfallen. Dafür wird die Molkerei aber den Leistungspreis erhöhen. Dennoch wird ein Minus von 0,50 Cent/kg netto bleiben, informiert die niederländische Genossenschaft. Die Änderungen gelten für konventionell und für ökologisch erzeugte Milch.

Als Grund für die Änderungen führt FrieslandCampina, dass im Garantiepreis Vergleichsmolkereien mit Preisen enthalten sind, bei denen Zuschläge für Nachhaltigkeit, gentechnikfreie Fütterung sowie Boni/Mali für Qualität enthalten sind. In den vergangenen Jahren haben laut FrieslandCampina die Zuschläge bei den Vergleichsmolkereien zugenommen. Zudem unterstelle man jeweils die maximalen Zuschläge, die aber nicht alle Milchviehhalter bekämen, heißt es..

Daher sei der Garantiepreis nicht mehr wettbewerbsfähig. Schließlich zahle die niederländische Molkerei ebenfalls Zuschläge für Nachhaltigkeit, gentechnikfreie Fütterung oder Weidetierhaltung auf den Garantiepreis.

Ein Teil der Kürzung bleibt im Unternehmen

Milchviehhalter-Kühe-FrieslandCampina

Wie das Unternehmen mitteilt, sollen Abzüge und Zuschläge bei den Referenzunternehmen für Nachhaltigkeit, VLOG, Weidegang und nicht milchbezogene Zuschläge in der Berechnung des Garantiepreises nicht mehr berücksichtigt werden. Dadurch sinke der Garantiepreis um 0,89 Cent/kg brutto. 45 Prozent davon fließen aber wieder an die Erzeuger über den Leistungspreis und Mitgliederobligationen zurück. Der Rest wird dem Eigenkapital zugeführt, so der Vorschlag.

Ziel von FrieslandCampina ist es, mit den Änderungen auch in Zukunft einen führenden Milchpreis bezahlen zu können.

Höhere Festkostenzuschläge

FrieslandCampina-Biomilchabfüllung

Weil die Gesamtkosten unter anderem für Qualitätsprüfung, für Dienstleistungen durch
den Innen- und Außendienst, die Mitgliederkommunikation und Vorstand gestiegen sind, schlägt die Genossenschaft eine Erhöhung der Festkostenpauschale vor. So soll der jährliche Abzug je Betrieb von 100 Euro auf 131 Euro monatlich steigen. Der Höchstsatz soll aber 1,31 je 100 kg betragen.

Außerdem geplant ist eine höhere Saisonabgabe für Biobauern. Die Gebühr der Saisonabgabe für April für biologische und biologisch-dynamische Betriebe soll um 1 Euro auf 3 Euro pro 100 kg ansteigen. Die Gebühren für die anderen Monate bleiben unverändert. Mit der Saisonregelung will die Molkerei erreichen, dass im Frühjahr die Bio-Milchmenge nicht zu stark steigt, und die Anlieferungskurve flacher verläuft. Das verbessere die Wertschöpfung der Biomilch.

Daneben wird für niederländische Milcherzeuger der Kuhmonitor verpflichtend. Er ist ab 2020 Grundlage für das Nachhaltigkeitsprogramm Foqus Planet. Gleichzeitig zahlt die Molkerei 24 Mio. Euro in das Programm ein, um die Nachhaltigkeit auf den Höfen voranzutreiben. Den Zuschlag von 0,125 €/kg plus eine jährliche Prämie bekommen Landwirte 2021 ausgezahlt. Der Zuschlag hängt von de erzielten Ergebnissen auf den Höfen ab.

Neue Basis für Inhaltsstoffe

Auch die Basis für die Inhaltsstoffe will FrieslandCampina ab 2020 verändern. Der Garantiepreis wird pro 100 kg Milch bei 3,4 % Eiweiß, 4,41 % Fett und 4,51 % Laktose veröffentlicht. Diese Standardgehalte wurden im Jahr 2008 bei der Fusion festgelegt und seitdem nicht mehr geändert.

In den vergangenen Jahren ist die Milch allmählich eiweißreicher geworden und enthält weniger Fett. Außerdem sind die Laktosegehalte gestiegen. Dadurch wird der Unterschied zwischen dem veröffentlichten Garantiepreis und dem tatsächlich ausgezahlten Milchgeld immer größer.

Um dies zu korrigieren, sollen die Standardgehalte ab 2020 auf die im Jahr 2019 wirklich gelieferten Gehalte angepasst werden. Die Inhaltsstoffe will man dann alle drei Jahre auswerten und dann eventuell anpassen.

Saldo für Gebühren und Zuschläge mit Leistungspreis verrechnen

Künftig will die niederländische Großmolkerei die Unterschiede beim Verrechnen der genossenschaftlichen Gebühren und Zuschläge mit dem Leistungspreis auszahlen oder einbehalten.

Grund: Die Prämien werden jedes Jahr im Voraus festgelegt.Manchmal wird etwas zu viel abgezogen oder ausgezahlt und dann entstehen am Ende des Jahres Unterschiede (positiv oder negativ). Bis jetzt trug das Unternehmen die zusätzlichen Kosten oder Erträge.

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