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Milchmarkt

Milchpreis: Holen sich die Discounter die verlorene Marge zurück?

am Dienstag, 09.04.2019 - 11:38

Die Discounter haben einige Tage gebraucht, bis sie die Ladenpreise für Markenbutter gesenkt haben. Zuvor haben sie aber die Erlöse der Molkereien gedrückt.

Aldi Logos und Kuh auf Weide

Die Discounter wie Aldi, Lidl oder Norma kaufen das 250g-Päckchen Markenbutter schon seit 1. April von den Molkereien günstiger ein. Ende vergangener Woche begannen sie, auch in der Kühltheke die Preise zurückzunehmen. Verbraucher müssen nun statt 1,55 Euro nur 1,49 Euro für das Päckchen Butter bezahlen. Das sind 24 Cent/kg weniger als im März.

Damit hat der Lebensmittelhandel einen Teil seiner üppigen Marge geopfert. Denn mit dem neuen Butterkontrakt erhalten die Molkereien mit 3,98 Euro/kg rund 10 bis 12 Cent/kg weniger. 

Spannend bleibt, ob sich die Discounter die verlorene Marge bei den nächsten Preisverhandlungen Ende April wieder zurückholen werden und die Molkereiabgabepreise nochmals drücken. Der aktuelle Kontrakt läuft nur einen Monat. Derzeit laufen auch die Verhandlungen um die neuen Trinkmilchverträge.

Unnötige Preisrücknahme

Der Verband der Milcherzeuger Bayerns (VMB) hält die Preisrücknahme für unnötig. Seit 14 Tagen hat sich der uneinheitliche Trend am Buttermarkt umgekehrt. Die Preise haben einschließlich der ersten Notierung im April um etwa 25 Cent/kg für die 25-kg-Blockware zugelegt. Sie liegen jetzt wieder mehr als 20 Cent über der Grenze von 4 Euro/kg.

Nach Auffassung des Milcherzeugerverbandes lässt der Handel mitten im vorösterlichen Geschäft seine Muskeln spielen. Da in dieser Zeit die Nachfrage ein Selbstläufer sei, lasse dies ebenfalls auf einen Kampfpreis schließen – zudem international die Preise für Butter und Käse bei der 14-tägigen Auktionen des Global Dairy Tender (GDT) in Neuseeland Anfang April nochmals gestiegen sind.