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Milchverwertung

Milchpreis-Indikator fällt, Milchpreis steigt

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am Donnerstag, 17.01.2019 - 17:55 (Jetzt kommentieren)

Die finanzielle Verwertung der Milch hat sich im Dezember erneut verschlechtert.

Das bedeutet, dass die Schere zwischen der finanzielle Verwertung der Milch und dem ausgezahlten Milchpreis größer geworden ist. Grund ist, dass die Auszahlungspreise für Rohmilch bis November gestiegen sind.

Hauptursache für die schlechtere finanzielle Verwertung der Milch sind die im Dezember weiter gefallenen Butterpreise. Dagegen sind die Kurse für Magermilchpulver kräftig gestiegen, während es für Vollmilchpulver leicht nach unten ging. Für Käse sind die Notierungen im Großhandel den zweiten Monat in Folge Jahr zurückgegangen.

Im neuen Jahr scheinen sich die Großhandelspreise für die wichtigsten Milchprodukte zu stabilisieren oder zu steigen. Das verdeutlicht auch die Entwicklung an den Spotmärkten für Rohmilch Dort legen die Preise wegen der deutlich geringeren Anlieferungsmengen im Januar wieder zu und bewegen sich in Deutschland  zwischen 33,50 Cent und 35,50 Cent.

Milchpreis gestiegen, Verwertung verschlechtert

MPI und MP

Der aus der finanziellen Verwertung der wichtigsten Milchprodukte (einschließlich Käse) errechnete Milchpreisindikator für Deutschland ist im Dezember um 0,71 Cent auf 34,75 Cent je kg Rohmilch gefallen. Das ist der schlechteste Wert seit zehn Monaten.

An den Terminmärkten und im Großhandel haben sich die Butterpreise im Januar jedoch stabilisiert bzw. sind sogar gestiegen. Damit hat sich auch die Milchverwertung im laufenden Monat konsolidiert.

Der letzte von der Europäischen Kommission für Deutschland gemeldete Auszahlungspreis für Rohmilch (natürlicher Fettgehalt), lag für den Monat November bei 37,16 Cent. Das war im Vergleich zum Vormonat ein weiterer Anstieg von 0,53 Cent. Damit ist der letzte gemeldete Auszahlungspreis für Rohmilch 2,41 Cent höher als die errechnete finanzielle Verwertung der Milch.

Butterpreise weiter zurückgegangen

Butterpreise

Die Preise für Butter sind im deutschen Großhandel im Dezember nochmals zurückgegangen. Der durchschnittliche Butterpreis (Großhandel) lag im Monatsmittel bei knapp 440 Euro je 100 kg. Im November wurden noch 460 Euro je 100 kg gezahlt und damit 20 Euro mehr. Der Indexwert für Butter hat sich im Dezember nochmals um 4,4 Prozent verschlechtert. Das ist der niedrigste Butterpreis seit Januar 2018.

Im Januar 2019 scheinen sich die Notierungen in der Europäischen Union zu stabilisieren. Mitte des Monates wurde Butter im europäischen Großhandel mit 449 Euro notiert. Aus Deutschland wurden Preise von 447 Euro gemeldet und in den Niederlanden handelte man Butter mit 435 Euro  je 100 kg.

Am europäischen Terminmarkt (EEX) lagen die Kurse für den Januar-Termin sogar bei 4.550 Euro je t. Für die Monate Februar und März wurden 4.600 Euro je t und 4.625 Euro je t notiert. Damit liegen die Terminmarktpreise für die kommenden Monate über dem Niveau des aktuellen Kassamarktes in Deutschland.

Magermilchpulver kräftig gestiegen

MMP Preise

Die Preise für Magermilchpulver (MMP) sind im deutschen Großhandel im Dezember kräftig gestiegen. Grund war der weitere kräftige Abbau der Interventionsbestände. Der Indexwert für Magermilchpulver ist um 9,4 Prozent gestiegen. Mit 178 Euro war der Kurs damit 15 Euro höher als im Vormonat.

Mitte Januar 2019 bewegten sich die Magermilchpulverpreise im europäischen Großhandel seitwärts und notierten bei 178 Euro. Aus Deutschland wurden Mitte Januar höhere MMP-Preise von 188 Euro gemeldet. In den Niederlanden notierte man MMP mit 188 Euro je 100 kg ebenfalls höher.

Am europäischen Terminmarkt lagen die Kontraktpreise für den Januar bei 1.890 Euro je t. Für die Monate Februar und März liegen die Kurse bei 1.990 und 2.019 Euro je t. Damit bewegen sich die Preiserwartungen für die kommenden Monate noch über den derzeitigen Kassapreisen.

Käsepreise erneut schwächer

Käsepreise

Die Preise für Käse (Edamer) sind im deutschen Großhandel im Dezember weiter zurückgegangen. Damit hat sich die wichtigste Verwertungsart für Milch in Deutschland den zweiten Monat in Folge verschlechtert. Der Indexwert für Käse gab im Dezember um 1,9 Prozent auf 310 Euro je 100 kg nach.

Mitte Januar bewegten sich die Käsepreise im europäischen Großhandel weiter leicht nach unten. Die Kommission meldete für Edamer im Mittel Kurse von 309 Euro. Die europäischen Cheddar-Notierungen lagen im Januar jedoch stabil bei 305 Euro je 100 kg.

Für Vollmilchpulver sind die Kurse im deutschen Großhandel im Dezember um 1,3 Prozent auf 272 Euro je 100 kg zurückgegangen. Mitte Januar bewegen sich die Notierungen im europäischen Großhandel hingegen leicht nach oben. Die Kommission meldete für die EU durchschnittliche VMP-Notierungen von 275 Euro.

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