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Milchverwertung

Milchpreis-Indikator stürzt ab

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am Donnerstag, 22.11.2018 - 18:14 (Jetzt kommentieren)

Die finanzielle Verwertung der Milch hat sich im Oktober deutlich verschlechtert. Hauptursache ist der Preissturz bei Butter.

MPI und MP

Aber auch die Kurse für Magermilchpulver und Vollmilchpulver sind gefallen. Für Käse müssen Großhändler hingegen die höchsten Preise seit 12 Monaten zahlen. Das hat den Rückgang des Milchpreiseindikators erheblich abgebremst.

Ohne die festen Käsepreise wäre die Verwertung der Milch weitaus schlechter ausgefallen. Das verdeutlicht der Absturz des Kieler Rohstoffwerts. Dieser errechnet sich nur aus der Verwertung von Butter und Magermilch und ist im Oktober um fast 4 Cent auf 31,4 Cent/kg Milch eingebrochen.

Der aus der finanziellen Verwertung der vier wichtigsten Milchprodukte ermittelte Milchpreis-Indikator für Deutschland ist im Oktober um 1,76 Cent auf 36,27 Cent je kg Rohmilch gefallen. Das ist der schlechteste Wert seit 7 Monaten.

An den Terminmärkten sind die Kontraktpreise für Butter auch im November zurückgegangen. Damit hat sich die Milchverwertung  im laufenden Monat November weiter verschlechtert.

Der letzte von der Europäischen Kommission für Deutschland gemeldete Auszahlungspreis für Rohmilch mit natürlichem Fettgehalt lag im September bei 35,43 Cent. Das war im Vergleich zum Vormonat ein kräftiger Anstieg von 1,6 Cent.

Butterpreise weiter abwärts

Butterpreise

Die Preise für Butter sind im deutschen Großhandel im Oktober nochmals deutlich zurückgegangen. Der durchschnittliche Butterpreis (Großhandel) lag im Oktober bei 483 Euro je 100 kg. Im September wurden für Butter noch 542 Euro je 100 kg gezahlt und damit 59 Euro mehr.

Der Indexwert für Butter hat sich damit im Oktober um 10,9 Prozent verschlechtert. Das ist der niedrigste Stand seit Februar 2018. Bis Mitte November geben die Butterpreise in der Europäischen Union weiter nach und notieren bei 471 Euro. Aus Deutschland wurden allerdings nur noch Preise von 451 Euro gemeldet und in den Niederlanden notierte man die Butter mit 425 Euro (!!) je 100 kg.

Am europäischen Terminmarkt (EEX) lagen die Butterkurse für November bei 4.318 Euro je t. Für die Monate Dezember und Januar wurden nur noch 4.288 Euro je t notiert. Damit bewegen sich die Terminmarktpreise für die kommenden Monate noch unter dem Niveau des aktuellen Kassamarktes in Deutschland.

Magermilchpulver ebenfalls billiger

Magermilch

Die Preise für Magermilchpulver (MMP) sind im deutschen Großhandel im Oktober erstmals seit Juli wieder zurückgegangen. Der Indexwert für Magermilchpulver fiel um 3,9 Prozent. Mit 158 Euro je 100 kg war der Magermilchpulverpreis 7 Euro niedriger als im Vormonat.

Bis Mitte November bewegten sich die Magermilchpulverpreise in der Europäischen Union jedoch zur Seite und notierten bei 159 Euro. Aus Deutschland und den Niederlanden wurden Mitte November MMP-Preise von 162 Euro gemeldet.

Am europäischen Terminmarkt notierte MMP für den Liefermonat November bei 1.695 Euro je t. Für die Monate Dezember und Januar liegen die Kurse bei 1.700 Euro je t. Damit übertreffen die Preiserwartungen für die nächsten Monate wieder etwas den derzeitigen Kassamarkt.

Käsepreise halten sich

Käsepreise

Die Preise für Käse (Edamer) sind im deutschen Großhandel im Oktober nochmals leicht gestiegen. Damit hat sich die wichtigste Verwertungsart für Milch in Deutschland auf den höchsten Wert seit einem Jahr verbessert. Der Indexwert für Käse legt im Oktober um 0,5 Prozent auf 319 Euro je 100 kg zu.

Bis Mitte November bewegen sich die Käsepreise im europäischen Großhandel seitwärts. Die EU-Kommission meldet für Edamer im Mittel der EU Notierungen von 319 Euro. Die europäischen Cheddarpreise gehen allerdings deutlich von 330 Euro im Oktober auf 318 Euro je 100 kg im November zurück.

Für Vollmilchpulver sind die Forderungen im deutschen Großhandel im Oktober um 4,5 Prozent auf 283 Euro je 100 kg  gefallen. Bis Mitte November bewegten sich die Kurse im europäischen Großhandel seitwärts. Die Kommission meldet für die EU durchschnittliche VMP-Preise von 272 Euro.

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