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Milchmarkt

Milchpreis: Mehr Geld für fette Milch

Euter einer Kuh
am Montag, 10.09.2018 - 20:52 (Jetzt kommentieren)

Landwirte müssen künftig mehr auf die Inhaltsstoffe ihrer Milch achten. Erste Molkereien zahlen jetzt mehr fürs Fett. Doch auch die Abzüge beim Milchpreis können höher ausfallen.

Melkstand-Euter säubern

Milchbauern erhalten bei der Deutschen Milchkontor GmbH (DMK) und den Milchwerken Berchtesgadener Land künftig mehr Geld für den Inhaltsstoff Milchfett

So hat DMK ihre Korrekturfaktoren bereits seit 1. Juli 2018 geändert. Wegen der hohen Fett-Nachfrage hat die Deutsches Milchkontor eG in diesem Jahr das Verhältnis in der Bezahlung von Eiweiß zu Fett von 2:1 auf 1,5:1 geändert.

Die Höhe der Korrekturfaktoren für Eiweiß und Fett ist abhängig vom Grundpreis. Damit will die DMK die Milchinhaltsstoffe immer gleichmäßig bezahlen. Je höher der Grundpreis, desto höher sind die Faktoren, und umgekehrt. Zum Beispiel beträgt er für den DMK-Septembergrundpreis von 33,5 Cent/kg 3,68 Cent je Prozentpunkt Fett statt bisher 2,5 Cent. Der Korrekturfaktor für Eiweiß liegt dann bei 5,52 Cent.

Milchfett ist schon seit längerem knapp und die Preise für Industrierahm und Butter sind überdurchschnittlich hoch. 2017 erreichten die Butterpreise gar ein Rekodrhoch. Seit Anfang September sind die Verbraucherpreise für das 250g-Päckchen Butter auf 1,95 Euro gestiegen und liegen nun 4 Cent unter dem Vorjahreshoch.  

Grundsätzlich ist laut DMK davon auszugehen, dass die Schere zwischen Fett- und Eiweißpreisen weiterhin groß sein wird. Allein schon, weil bei Magermilchpulver noch nennenswerte Interventionsbestände eine nachhaltige Preiserholung behindern, teilt Deutschlands größte Molkerei auf agraheute-Nachfrage mit.

Piding wird 4 Cent fürs Fett bezahlen

Noch drastischer werden die Milchwerke Berchtesgadener Land, Piding, den Korrekturfaktor für Milchfett ab 1. Januar 2019 anheben. Bisher beträgt der Faktor 2,7 Cent je Prozentpunkt Fett, ab kommenden Jahr wird er bei 4 Cent liegen, teilt die Molkerei in einem Rundschreiben mit.

Die Molkerei will damit die Fettknappheit in ihrer Molkerei entgegen wirken. Gleichzeitig passt die Genossenschaft ab 1. Januar 2019 die Basis für die Standardmilch auf 4 Prozent Fett an, statt wie bisher 4,2 Prozent Fett. Andere bayerische Molkereien verwenden dagegen noch 4,2 Prozent Fett als Basis. Der Korrekturfaktor für Milchfett liegt bei vielen bei 2,5 Cent.

Höhere Abzüge beim Milchpreis möglich

Die bessere Fettbazahlung bringt aber nur für die Bauern höhere Milchpreise, wenn sie höhere Inhaltsstoffe haben als in der Standardmilch mit 4,0 Prozent Fettgehalt. Beispiel: Hat ein Milcherzeuger 4,07 Prozent Fett in seiner Anlieferungsmilch, erhält er bei den Milchwerken Berchtesgadener Land wegen der abgesenkten Basis 0,63 Cent/kg mehr, wenn man einen Grundpreis von 35,90 Cent unterstellt. 

Wer allerdings künftig nicht den Standardfettgehalt von 4,0 Prozent erreicht, weil er zum Beispiel wegen der Dürre schlechtes Grundfutter hat, muss bei Berchtesgadener Land (Piding) und DMK mit höheren Abzügen vom Milchpreis rechnen. Beispiel: Beträgt der Fettgehalt der Anlieferungsmilch 3,8 Prozent, beträgt der Abzug bei Piding 0,8 Cent. Die DMK zieht rund 0,74 Cent vom Grundpreis ab. Als Basis sind 4 Prozent Fett unterstellt.       

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