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Milchpreise: 54 Cent kostet die Spotmilch - Bauern sehen davon nichts

milchbauer
am Freitag, 26.11.2021 - 18:00 (6 Kommentare)

54 Cent zahlen die Molkereien für Spotmilch. Der Rohstoffwert steigt über 50 Cent. Bauern kriegen nicht mal 40 Cent.

Rohstoffwert der Milch.

Sowohl der vom Ife-institut aus den Preisen von Butter und Magermilch errechnete Rohstoffwert der Milch, als auch die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch, haben die 50-Cent-Marke übersprungen. Hinzu kommt der ebenfalls vom ife-Institut errechnete Börsenmilchwert: Er hat ebenfalls die 50-Cent-Marke für die Monate Dezember und Januar geknackt.

Für diesen Preissprung gibt es zwei handfeste Gründe. Erstens: Rohmilch ist derzeit in Deutschland und Europa knapp wie schon lange nicht mehr. Zweitens: Die Rohstoffwertung der Milch –  das sind im Prinzip die Preise für die die wichtigsten Milchprodukte – hat sich zuletzt erheblich verbessert. Bei den meisten Milchprodukten ging es auf den höchsten Stand seit sieben Jahren.

Und das trifft nicht nur für die Preise von Butter und Milchpulver zu. Nein. Nach den Daten der EU-Kommission haben die Großhandelspreise für Käse (Edamer) in Europa Ende November ebenfalls ein 7-Jahreshoch erreicht. Warum das besonders wichtig ist? In Deutschland flossen in den letzten Jahren rund 40 Prozent der Milch in die Herstellung von Käse. Aber eins nach dem anderen.

Rohstoffwert und Börsenmilchwert über 50 Cent

käsepreise.

Wie steil allein die Preise für Butter und Magermilch gestiegen sind, zeigt der vom Ife-Institut in Kiel berechnete Rohstoffwert der Milch für den Monat November – dieser bildet die Preisentwicklung bei Butter und Magermilchpulver am Kassamarkt ab.

Schon im Oktober legte Rohstoffwert bereits deutlich zu: Nämlich von 38,9 Cent/kg auf immerhin 43,3 Cent/kg. Das ist ein Plus von 4,4 Cent und der bisher höchste Wert überhaupt.  Im November ging  es dann auf 50,1 Cent nach oben. Ein Plus von 6,8 Cent in vier Wochen.

Sehr gut erkennbar ist die aktuelle sehr dynamische Marktentwicklung auch beim Börsenmilchwert. Das ist der ebenfalls vom Kieler ife-Institut berechnete und mit Abstand schnellste Frühindikator am Milchmarkt. Er wird täglich aus den aktuellen Terminmarktpreisen von Butter und Magermilch ermittelt. Am 25. November ergab sich danach für den Dezember ein Börsenmilchwert von 50,5 Cent.

Dennoch: Wohin man schaut geht es mit den Preisen steil nach oben, nur nicht bei den Milchpreisen. Zwar steigen auch diese allmählich an. Doch von der aktuellen Rohstoffverwertung die die Erzeugerpreise für Milchbauern noch meilenweit entfernt. Doch das muss sich angesichts der Marktentwicklung rasch ändern.

Der letzte offiziell von der BLE gemeldete Milchpreis, für Milch mit 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß, lag für den Monat September gerade einmal bei 36,4 Cent und damit meilenweit von den derzeitigen Spotmilchpreisen entfernt.

Für Spotmilch zahlen die Molkereien 55 Cent!

butterpreise.

Wie knapp die Milch für die Molkereien zeigen die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Rohmilch – die sogenannte Spotmilch. Hier ging es bereits im Oktober über 50 Cent-Marke nach oben. Ende November handeln die deutschen Molkereien die Spotmilch im Norden und Westen etwa mit 52,50 Cent  je kg und im Süden mit 55 Cent je kg. Und aus den sehr eng mit dem nordwestdeutschen Markt verbundenen Niederlanden werden Spotmilchpreise von 50,50 Cent gemeldet. solche hohen Spotmilchpreise hat zuvor noch nicht gegeben.

Hinter diesen rekordhohen Preisen steht eine drastische Verknappung des Rohstoffangebotes und  zudem kräftig steigende Spotmarktpreise für fast alle Milchprodukte. Das heißt auch: Rohmilch ist für die Molkereien ausgesprochen knapp. Ende November lag die Anlieferungsmenge bei Rohmilch rund 3,0 Prozent!! unter dem Vorjahr.

Ähnlich steil wie für Spotmilch steigen die Preise für Milchprodukte im europäischen Großhandel. Ende November wurde Butter am europäischen Spotmarkt mit 497 Euro je 100 kg gehandelt – das sind rund 70 Euro mehr als im Oktober. Allerdings hat Butter eine Woche zuvor auch schon 525 Euro gekostet – war dann aber wieder etwas zurückgefallen. Trotz dieser Korrektur sind das die höchsten Butter-Preise seit Oktober 2018.

Ähnlich kräftig gestiegen sind die Preise für Milchpulver. Für Magermilchpulver  wurden an den europäischen Spotmärkten Ende November 308 Euro je 100 kg gezahlt – rund 40 Euro mehr im Oktober und die höchsten Preise seit sieben Jahren. Aus Deutschland werden für Butter Spotpreise von 465 Euro je 100 kg gemeldet und für Magermilch von 323 Euro je 100 kg. Butter liegt damit unter dem europäischen Mittel und Milchpulver deutlich darüber.

Ähnlich knapp wie bei Magermilch ist das Angebot bei Vollmilchpulver. Hier liegen die Spotpreise bei 380 Euro je 100 kg und damit 50 Euro höher als im Oktober und ebenfalls auf dem höchsten Stand seit sieben Jahren. Für Edamer lagen die Preise zuletzt bei knapp 370 Euro je 100 kg und damit auf ebenfalls auf dem höchsten Niveau seit sieben Jahren und zudem 35 Euro höher als im Oktober.

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