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Milchmarkt 2020

Milchpreise: Corona erreicht den Milchmarkt

Milchbauer
am Donnerstag, 12.03.2020 - 10:00 (Jetzt kommentieren)

Die Auswirkungen der Corona-Epidemie bleiben nicht ohne Folgen für den Milchmarkt.

Milchbauer

Sowohl im Export als auch am Binnenmarkt sorgen unterbrochene Lieferketten und schwächerer Konsum für nachgebende Preise. China und auch Italien gehören für deutsche Exporteure zu den wichtigsten Absatzmärkten.Hinzu kommt, dass der zuletzt deutlich aufgewertete Euro die marktentlastenden Exporte von Milchprodukten zusätzlich erschwert. Das sorgt für weiteren Preisdruck am Binnenmarkt.

Dieses Szenario schlägt sich auch in der Entwicklung der wichtigsten Milchpreisindikatoren nieder. So ist der Ife-Rohstoffwert – der die finanzielle Verwertung von Butter und Magermilchpulver widergibt ­– zum ersten Mal seit Juli vorigen Jahres wieder gefallen. Auch der letzte für den Monat Januar ausgewiesene Rohmilchpreis – also der Auszahlungspreis der Molkereien in Deutschland – ging bereits leicht zurück. Im Februar dürfte sich dieser Rückgang wahrscheinlich weiter verstärken.

International zeigen die Milchpreise ebenfalls schon einige Zeit nach unten. An der globalen Handelsplattform GDT gaben die Kurse für Milchprodukte Anfang März das dritte Mal hintereinander nach. Die Milchanlieferung in Deutschland lag zum Monatswechsel 1,7 Prozent über der Vorjahresmarke. Anfang Februar hatten die deutschen Molkereien bereits eine 1,3 Prozent größere Milchmenge gemeldet und zur Monatsmitte lag das Plus bei 1,5 Prozent.

Rohstoffwert fällt das erst mal seit Juli

Butterpreise

Der aus der finanziellen Verwertung von Butter und Magermilch errechnete ife-Rohstoffwert wurde für den Monat Februar mit 35,5 Cent/kg angegeben. Das sind 0,7 Cent weniger als  man im Januar mit 36,2 Cent gemeldet hat. Gleichzeitig wäre das der erste Preisrückgang seit Juli vorigen Jahres.

Der am Mittwoch (10.03) aus den tagesaktuellen Terminmarktpreisen von Butter und Magermilch errechnete Ife-Börsenmilchwert für März lag bei 33,8 Cent und für den April bei 32,2 Cent.  Das ist ähnlich viel wie in der Vorwoche jedoch 2 bis 3 Cent weniger als der aktuelle Rohstoffwert anzeigt. Bis zur Jahresmitte werden auf Basis der Rohstoffverwertung derzeit Milchpreise zwischen 31,3 und 31,5 Cent erwartet. Damit bewegen sich die Ife-Indikatoren bis Jahresmitte weiter nach unten. Erst danach steigen die Rohstoffwerte wieder.

Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch haben Anfang März hingegen zugelegt. Je nach Region bewegen sich die Spotpreise zwischen 32,50 Cent je kg und 34,0 Cent. Gegenüber der Vorwoche sind die Spotmilchpreise damit um 1,5 Cent gestiegen.

Trotzdem handeln die deutschen Molkereien die Spotmilch damit noch etwa 0,9 bis 2,4 Cent unter dem letzten von der EU-Kommission für Deutschland gemeldeten Rohmilchpreis. Dieser lag im Januar für Milch mit natürlichem Fettgehalt bei 34,94 Cent.

Butterpreise immer noch schwächer

Butterpreise

Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter am Mittwoch (10.03) für den auslaufenden März-Termin mit 3.463 Euro je Tonne. Für die Monate April und Mai wurden 3.395 Euro je Tonne notiert. Damit haben die Kurse für diese beiden Termine gegenüber der Vorwoche nochmals um 100 Euro nachgegeben und notieren rund 250 Euro niedriger als vor zwei Wochen. Außerdem bewegt sich der Terminmarkt für März und für April urecht deutlich unter dem Niveau des aktuellen europäischen Kassamarktes.

Im europäischen Großhandel bewegten sich die Preise für Butter Anfang März ebenfalls nach unten. Der durchschnittliche Butterpreis lag zum Monatswechsel bei 353 Euro je 100 kg. Zwei Woche zuvor wurden noch 360 Euro je 100 kg gezahlt und vor sechs Wochen handelte man die Butter mit 365 Euro.

Im deutschen Großhandel wurden Anfang März Butterpreise von 353 Euro notiert. Das sind 5 Euro weniger als in der Vorwoche und ähnlich viel wie im Schnitt der EU. In den Niederlanden wurden Butter nur noch mit 345 Euro je 100 kg gehandelt. Ein Minus von 7 Euro zur Vorwoche.

Preise für Magermilch drifen nach unten

Magermilch

Am europäischen Terminmarkt lagen die MMP-Preise am Mittwoch (10.03) für den Monat März bei 2.425 Euro je Tonne und damit 100 Euro niedriger als in der Vorwoche. Für die Monate April und Mai wurden nur noch 2.298 Euro bzw. 2.204 Euro je Tonne notiert. Damit liegen die Preiserwartungen für die nächsten Monate deutlich unter dem Niveau der aktuellen Kassapreise. Ähnlich wie bei Butter würde sich die finanzielle Verwertung der Milch also weiter verschlechtern.

Im europäischen Großhandel sind die Preise für Magermilchpulver (MMP) im Februar moderat zurückgegangen. Anfang März lag der MMP-Preis bei 254 Euro je 100 kg. Das waren 5 Euro weniger als in der Woche zuvor und knapp 10 Euro weniger als im Januar.

Aus Deutschland wurden Anfang März MMP-Preise von 252 Euro gemeldet. Das sind 7 Euro weniger als in der vorigen Woche. In den Niederlanden notierte man MMP dagegen nur noch mit 246 Euro je 100 kg und damit 10 Euro niedriger.

Käsepreise weiter stabil, Vollmilch leicht im Minus

Käsepreise

Die Preise für Käse (Edamer) waren im europäischen Großhandel auch Anfang März stabil. Damit hat sich die wichtigste wertmäßige Verwertung der Milch nicht verschlechtert. Zum Monatswechsel bewegten sich die Käsepreise im europäischen Großhandel seitwärts. Die Kommission meldet für Edamer im Mittel Preise von 328 Euro. Die europäischen Cheddar-Preise notieren ebenfalls unverändert bei 305 Euro je 100 kg.

Für Vollmilchpulver (VMP) sind die Preise im europäischen Großhandel leicht zurückgegangen. Die Kommission meldete Anfang März für die EU durchschnittliche VMP-Preise von 300 Euro. Das ist ein Minus von 4 Euro gegenüber Mitte Februar.

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