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Jahrestagung des MIV

Milchpreise in Deutschland am höchsten in Europa

Kühe melken.
am Freitag, 21.10.2022 - 14:44 (Jetzt kommentieren)

Deutschland hat die höchsten Milchpreise in der EU. Und die Milchpreisrallye ist noch nicht zu Ende, sagt der Milchindustrieverband auf seiner Jahrestagung.

In Deutschland bekommen die Milchbauern mit teils über 60 Cent je Kilogramm Rohmilch die höchsten Milchpreise in der EU, sagt der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes (MIV) Peter Stahl auf der Jahrestagung des Verbandes in Berlin. Ukrainekrieg sowie Pandemie hinterlassen Spuren nicht nur beim Milchpreis.

Verbraucherpreise wie auch Rohmilchpreise für die Erzeuger erreichen mittlerweile Rekordniveau. Der Abstand zum Nachbarn Frankreich beläuft sich auf fast 10 Cent, sagt der MIV. Der durchschnittliche Milchpreis wird für 2022 über 50 Cent je Kilogramm betragen nach rund 36 Cent im vergangenen Jahr.

Die Milchpreisrallye ist aber noch nicht zu Ende. Gerade in Süddeutschland herrscht großer Wettbewerb um den Rohstoff. Im laufenden Jahr gehen die Milchanlieferungen spürbar zurück. Immer mehr Auflagen und hohe Kosten machen den Milcherzeugern das Leben schwer.

Zusätzliche Anforderungen an Tierwohl werden insbesondere regional für einen nochmal verstärkten Strukturwandel sorgen, prognostiziert der MIV.

Kosten steigen steil an - und mehr Bürokratie

Die Absatzentwicklung der Milchprodukte ist tendenziell rückläufig. Dennoch fehlen in Deutschland Rohmilchmengen und Milchinhaltsstoffe im Vergleich zu den Vorjahren zur Herstellung der verschiedenen Milchprodukte. Auf die deutschen Verbraucher können daher weitere Preissteigerungen zukommen.

Die Käseproduktion ist weiter auf hohem Niveau und stärkt u. a. damit den Umsatz der Branche. Der Umsatz lag 2021 in der Gesamtheit bei 28,5 Mrd. Euro und im Trend gehen für dieses Jahr die Zahlen preisbedingt um ca. zehn Prozent weiter nach oben.

Allerdings sind die Kosten der Verarbeitung deutlich stärker gestiegen, wobei insbesondere die hohen Lohnforderungen und steigende Preise im Einkauf bei Energie derzeit Sorgen bereiten.

Die agrarpolitischen Rahmenbedingungen ändern sich ebenfalls gerade. Die Gemeinsame Agrarpolitik GAP 2023 startet verspätet am 1. Januar 2023 mit Folgen auch für die Milcherzeuger. Regelungen zum Anbau der Felder werden verschärft, die Direktmittel aus Brüssel neu verteilt und Nachhaltigkeit rückt weiter in den Fokus. Der Aufwand für Erzeuger und für die Bürokratie steigt.

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