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Milchmarkt 2020

Milchpreise: Der Druck nimmt weiter zu

Milchpreise
am Donnerstag, 05.03.2020 - 11:21 (Jetzt kommentieren)

Im März haben sich die Preis-Indikatoren für Rohmilch spürbar verschlechtert.

So drückten weiter nachgebende Preise für Butter und Milchpulver auf die Verwertung. Auch international zeigen die Kurse für die meisten Milchprodukte nach unten: An der globalen Handelsplattform GDT gab der gemittelte Preisindex Anfang März nochmals um 1,2 Prozent nach. Das war der dritte Rückgang hintereinander. Für die wichtigsten Produkte ging es an der GDT jedoch erneut in unterschiedliche Richtungen.

Diesmal konnten sich die Preise für Butter leicht vom vorherigen Preisrutsch erholen. Dafür ging es für Vollmilchpulver und Magermilch weiter nach unten. Besonders kräftig war diesmal der Preisabschlag bei Käse/Cheddar. Gleichzeitig dürfte der zuletzt wieder sehr kräftig aufgewertete Euro den Export erschweren und auf die Preise am europäischen Binnenmarkt drücken.

Die Milchanlieferung in der Europäischen Union (ohne UK) lag im Januar etwa 1,5 Prozent unter der Vorjahreslinie und war Deutschland ebenfalls 1,3 Prozent kleiner. Mitte Februar meldeten die deutschen Molkereien allerdings eine 1,3 Prozent größere Milchmenge als im vorigen Jahr und zum Monatswechsel lag das Plus bei 1,5 Prozent.

Spotmilchpreise geben nach

Milchpreise

Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch waren Ende Februar relativ stabil. Je nach Region bewegen sich die Kurse zwischen 31,0 Cent je kg und 32,50 Cent. Zur Vorwoche haben die Spotmilchpreise damit um 0,5 Cent nachgegeben. Außerdem handelten die deutschen Molkereien die Spotmilch etwa 2,8 bis 4,3 Cent unter dem letzten für Deutschland von der EU-Kommission gemeldeten Rohmilchpreis. Dieser lag im Dezember für Milch mit natürlichem Fettgehalt bei 35,29 Cent.

Der aus der finanziellen Verwertung von Butter und Magermilch errechnete ife-Rohstoffwert wurde für den Monat Januar mit 36,2 Cent/kg angegeben. Das sind 0,1 Cent mehr als im Dezember mit 36,1 Cent gemeldet wurde.

Der aus den tagesaktuellen Terminmarktpreisen von Butter und Magermilch errechnete Ife-Börsenmilchwert lag für den Monat März bei 34,0 Cent und für den April bei 32,2 Cent. Das wäre für April ein deutlicher Rückgang der Milchpreise von fast 2 Cent. Bis zur Jahresmitte werden auf Basis der Rohstoffverwertung derzeit Milchpreise zwischen 32,3 und 32,7 Cent errechnet. Das wären 1,5 bis 2 Cent weniger als der Terminmarkt vorige Woche angezeigt hat. Damit bewegen sich die Ife-Indikatoren weiter deutlich nach unten.

Butterpreise weiter unter Druck

Butterpreise

Auch die Preise für Butter bewegen sich im europäischen Großhandel Anfang März nach unten. Der durchschnittliche Butterpreis lag Ende Februar bei 353 Euro je 100 kg. Zwei Woche zuvor wurden 360 Euro je 100 kg gezahlt und vor sechs Wochen notierte man noch 365 Euro.

Aus dem deutschen Großhandel wurden Anfang März Butterpreise von 353 Euro gemeldet. Das sind 5 Euro weniger als in der Vorwoche und ähnlich viel wie im Schnitt der EU. In den Niederlanden wurden Butter mit 345 Euro je 100 kg notiert. Ein Minus von 7 Euro zur Vorwoche.

Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter für den März-Termin mit 3.450 Euro je t. Für die Monate April und Mai wurden 3.490 Euro je t notiert. Damit haben sich die Kurse für diese beiden Termine gegenüber der Vorwoche behauptet, notieren jedoch rund 150 Euro niedriger als vor zwei Wochen. Gleichzeitig bewegt sich der Terminmarkt für März und April noch etwas unter dem Niveau des aktuellen europäischen Kassamarktes.

Schlechtere Preise für Magermilch

Magermilch

Die Preise für Magermilchpulver (MMP) haben im europäischen Großhandel im Februar weiter leicht nachgegeben. Anfang März lag der MMP-Preis bei 254 Euro je 100 kg. Das waren 5 Euro weniger als vor eine Woche zuvor und 8 Euro weniger als im Januar.

Aus Deutschland wurden Anfang März MMP-Preise von 252 Euro gemeldet. Das sind 7 Euro weniger als in der vorigen Woche. In den Niederlanden notierte man MMP nur noch mit 246 Euro je 100 kg sogar 10 Euro niedriger.

Am europäischen Terminmarkt lagen die MMP-Preise für den Monat März bei 2.527 Euro je Tonne und damit etwa so hoch wie in der Vorwoche. Für die Monate April bis Mai wurden 2.300 Euro bzw. 2.340 Euro je Tonne notiert. Damit liegen die Preiserwartungen für die kommenden Monate deutlich unter dem Niveau der aktuellen europäischen Kassapreise. Ähnlich wie bei Butter würde sich die finanzielle Verwertung also weiter verschlechtern.

Käsepreise weiter stabil, Vollmilch leicht im Minus

Käsepreise

Die Preise für Käse (Edamer) waren im europäischen Großhandel auch Anfang März stabil. Damit hat sich die wichtigste wertmäßige Verwertung der Milch weiterhin nicht verschlechtert.

Anfang März bewegten sich die Käsepreise im europäischen Großhandel weiter seitwärts. Die Kommission meldet für Edamer im Mittel Preise von 328 Euro. Die europäischen Cheddar-Preise notieren ebenfalls unverändert bei 305 Euro je 100 kg.

Für Vollmilchpulver (VMP) sind die Preise im europäischen Großhandel leicht zurückgegangen. Die Kommission meldete Anfang März für die EU durchschnittliche VMP-Preise von 300 Euro. Das ist ein Minus von 4 Euro gegenüber Mitte Februar.

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