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Milchmarkt und Milchpreise 2021

Milchpreise: Höhere Exportpreise – und Spotmilch steigt auf 45 Cent

milchkühe.
am Mittwoch, 08.09.2021 - 12:34 (1 Kommentar)

Die Exportpreise für Milchprodukte sind kräftig gestiegen. Und in Deutschland kostet die Spotmilch jetzt mehr als 40 Cent.

Exportpreis Milch.

Die Exportpreise für Milchprodukte stiegen auf der Global Dairy Trade-Auktion am Dienstagabend auf breiter Front. Der GDT-Preisindex kletterte um 4,0 Prozent auf einen Durchschnittspreis von 3.927 US-Dollar pro Tonne.

Alle gehandelten Milchprodukte verzeichneten kräftige Gewinne: Das stärkste Plus gab es bei Magermilchpulver mit 7,3 Prozent auf 3247 US-Dollar pro Tonne. Für Lactose stiegen die Exportpreise um 6,4 Prozent, der Aufschlag bei Butter betrug 3,7 Prozent, Cheddar-Käse wurde 3,6 Prozent höher gehandelt und auch das Schwergewicht der GDT-Börse, Vollmilchpulver, verteuerte sich um 3,3 Prozent. Mit einem Plus von 3,1 Prozent beendete wasserfreies Milchfett die Auktion und für Buttermilchpulver betrug der Aufschlag immer noch 3,0 Prozent.

Das Ergebnis war der zweite Anstieg in Folge, wobei das Plus von 0,3 Prozent am 17. August eine viermonatige Serie von Preisrückgängen beendet hatte. Neuseeländische Analysten sagen, dass das Ergebnis auf eine anziehende globale Nachfrage hindeutet und die insgesamt starken Preisprognosen für diese Saison unterstützt.

Der Analyst der ASB-Bank Nat Keall sagte einer aktuellen Markeinschätzung: „Obwohl nicht allzu viel Wert auf ein einzelnes Auktionsergebnis gelegt werden sollte, hat dieses Ergebnis eine besondere Bedeutung. Es war die erste Auktion des Frühjahrs und das erste gute Signal, wo der Markt liegt.

Wie die neuseeländische Milchbörse NZX berichtet, könnten die Gewinne bei dieser Auktion zu weiter steigenden Preisen führen, da die Käufer, die diese Auktion verpasst haben, beschließen dürften, künftig etwas aggressiver zu kaufen.

Neue Angst vor Knappheit und Lieferproblemen?

Was wir auf der Auktion gesehen haben, sieht ziemlich positiv aus und unterstützt unsere Ansicht, dass der Milchpreis ab Hof für die Saison 21/22 wahrscheinlich stark bleiben wird, lautet die Prognose des neuseeländischen Analysten für die Milchbauern auf der Südhalbkugel.

Der Agrarökonom Nathan Penny von der Westpac-Bank beschreibt den globalen Milchmarkt zum aktuellen Zeitpunkt als ziemlich ausgeglichen. Es bleibt auch seiner Ansicht nach bei einer guten Preisprognose für die neue (neuseeländische) Saison. Gleichzeitig stellt der Analyst jedoch fest, dass die Saison noch relativ früh ist und es noch eine breite Palette möglicher Milchpreisergebnisse geben kann.

Nat Keall sagte in seiner aktuellen Marktanalyse, die interessanteste Dynamik dieser Auktion sei eine Verschiebung der Nachfrage weg von China. Danach haben die Einkäufer aus Nordasien (d. h. China) weit weniger gekauft als bei früheren Auktionen, während Südostasien mehr Ware orderte. Möglicherweise spiegelt der stärkere Einkauf aus Südostasien auch die Besorgnis, dass chinesische Käufer bald wieder mehr Gas geben könnten.

Hintergrund ist, dass der Milchriese Fonterra mitgeteilt hatte, dass in den letzten Monaten viele Produkte außerhalb von Auktionen verkauft wurden.

Spotmilch kostet in Deutschland mehr als 40 Cent

rohstoffwert der milch.

Neuseeländische Analysten waren sich zudem einig, dass die globalen Milchmärkte den massiven Anstieg der neuseeländischen Produktion im vorigen Herbst gut überwunden zu haben scheinen. Allerdings störe die starke Verlagerung des Handels von der Auktionsplattform dieses Bild bis zu einem gewissen Grad, hieß es weiter.

Einig war man sich auch, dass die schwache europäische Produktion in den letzten Monaten zur Markterholung beigetragen hat. Von nun an wäre Neuseelands Frühjahrsproduktion der Schlüssel für Preisbewegungen in beide Richtungen.

Fazit unter den neuseeländischen Marktbeobachtern ist: Der jüngste Preisanstieg deutet darauf hin, dass die Gewinne dieser Auktion nicht nur ein kurzfristiger Ansturm der Angst nach den globalen Handelsunterbrechungen und Lieferkettenproblemen waren. Er vielmehr ein Signal, dass Käufer eine solide Nachfrage nach Milchprodukten erwarten und angesichts des in letzter Zeit knapperen Angebots daran interessiert sind, zu kaufen.

Das dürfte sich sicher auch auf den europäischen Markt positiv auswirken. Hierzulande hat sich die Rohstoffverwertung der Milch ebenfalls wieder verbessert. So ist der vom Ife-Institut aus den Preisen von Butter und Magermilch errechnete Rohstoffwert der Milch für den Monat August – nach einem Rückgang – wieder gestiegen: nämlich um 0,3 Cent auf 36,5 Cent. Der Börsenmilchwert – der sich den Terminmarktkursen von Butter und Magermilch errechnet – liegt für September soagr bei 37,8 Cent und steigt bis November auf 39 Cent.

Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelt Spotmilch lagen Anfang September sogar zwischen 42,50 Cent im Norden und 45,0 Cent im Süden. Aus den Niederlanden wurden ebenfalls 43,50 Cent gemeldet. Milch scheint also wirklich knapp zu sein. Wenn das keine positiven Signale für Milchbauern sind.

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