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Milchmarkt und Milchpreise

Milchpreise im Juni oft über 50 Cent – Im Norden bald 60 Cent

Milchtank.
am Dienstag, 12.07.2022 - 11:51 (4 Kommentare)

Immer mehr Milchbauern können sich über Milchpreise von über 50 Cent freuen. Einige Molkereien zahlen fast 60 Cent an ihre Bauern.

milchpreise.

Im Mai hatten rund 14 Molkereien 50 Cent und mehr für Milch gezahlt. Allerdings wurden diese Milchpreise ausschließlich im Norden gezahlt. Im Juni dürften es noch ein paar Molkereien sein, die den Bauern über 50 Cent zahlen. Jetzt auch Süden, Westen und Osten. Dennoch sind die die Milchpreise dort noch deutlich niedriger.

Fakt ist auch: Selten waren die regionalen Unterschiede zwischen den Auszahlungspreisen der Molkereien so groß wie in diesem Jahr. Gleichzeitig erreichen einzelne konventionelle Auszahlungspreise die Biomilchpreise und übertreffen diese sogar. Auch das ist ein absolutes Novum.

Im Norden Deutschlands wurden bereits im Mai die höchsten Preise gezahlt. Und das bleibt auch im Juni und im Juli so. Von den im Juni an die Milchbauern ausgezahlten Milchpreise erreichten wahrscheinlich drei norddeutsche Molkereien 58 Cent und zwei Unternehmen zahlten 57 Cent.

Doch auch diese Rekordpreise sind gerechtfertigt. Denn der Rohstoffwert der Milch, dass ist der theoretische Milchpreis, den das ife-Institut aus den Verkaufspreisen von Butter und Magermilchpulver ausrechnet, lag im Juni noch viel höher: Nämlich bei 65,8 Cent.

Nun produzieren jedoch nicht alle Molkereien Butter und Milchpulver – und profitieren damit auch nicht unmittelbar von den derzeit viel schneller gestiegenen Preisen für diese im globalen Handel ausschlaggebenden Produkte. Bei diesen so genannten Bulkprodukten sind die Preise an den Spotmarktpreisen seit Monaten nämlich sehr viel schneller gestiegen als für hochverarbeitete Milchprodukte.

Längere Vertragslaufzeiten im Einzelhandel und andere Absatzbedingungen bremsen in diesem Segment den Anstieg deutlich ab. Gleichwohl befinden sich auch die für die finanzielle Verwertung enorm wichtigen Käsepreise auf einem Rekordstand.

Im Norden werden bald 60 Cent gezahlt – Anstieg auf breiter Front

Umkehrung der sonstigen Situation: Die norddeutschen Milchpreise sind weiterhin deutlich höher als im Süden, Westen und Osten. Ein grober Überblick über die Auszahlungspreise von Mai zeigt, dass 14 norddeutsche Molkereien ihren Milchbauern zwischen 50 und 57 Cent zahlten. Auch die übrigen Molkereien im Norden zahlten zwischen 46,20 Cent und 49,50 Cent.

Im Juni dürften noch mehr norddeutsche Molkereien mehr als 50 Cent zahlen – und ein Unternehmen könnte sogar an der 60 Cent-Marke kratzen. Im Süden bekommen die Bauern in „normalen Jahren“ meist einige Cent mehr als ihre norddeutschen Kollegen. Doch diesmal ist das komplett anders. Die meisten Molkereien zahlen im Süden im Mai noch zwischen 46 und 49,5 Cent und liegen damit deutlich hinter den Auszahlungspreisen im Norden.

50 Cent und mehr bekamen die süddeutschen Milchbauern im Mai nur bei 3 Molkereien. Gleichzeitig blieben 4 Molkereien unter 46 Cent – in einem Fall soagr deutlich.

Im Juni dürften allerdings mehr süddeutsche Molkereien die 50-Cent-Marke überschreiten. Im Westen sieht die Sache ähnlich wie im Süden aus. Im Juni erreichen im Westen mindestens drei Molkereien die 50-Cent-Marke oder übertreffen diese. Sonst liegen die Preise für die westdeutschen Milchbauern überwiegend zwischen 46 und 49 Cent – so wie im Süden.

Im Osten lagen die Preise im Mai hauptsächlich zwischen 46 und 49,50 Cent – bis auf eine Ausnahme, wo nur etwas mehr als 40 Cent gezahlt werden. Im Juni überspringt jedoch auch im Osten die erste Molkerei die 50-Cent-Marke – und das recht deutlich. 

Auszahlungspreise der Molkereien auf agrarheute

Auf agrarheute finden Sie die letzten gemeldeten Auszahlungpreise der Molkereien im Überlick und auch die aktuellen Preise für Milchprodukte.

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