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Milchmarkt und Milchpreise

Milchpreise: Kosten steigen, Milchpreise nicht

landwirt.
am Freitag, 09.10.2020 - 05:00 (1 Kommentar)

In den letzten Monaten des Jahres dürften die meisten deutschen Molkereien die Milchpreise stabil halten. Das heißt auch: Die wirtschaftliche Situation der Milchbauern bleibt angespannt.

Milchbauer.

Die Preise für die wichtigsten Milchprodukte bewegen sich im Großhandel ebenfalls seitwärts. Für die zwischen den Molkereien Spotmilch sind die Preise im Oktober zwar etwas zurückgegangen – sie bleiben mit 35,5 bis 37,5 Cent je Kilo jedoch immer noch sehr hoch.

Ein Grund dürfte die deutlich unter dem Vorjahreswert liegende Milchanlieferung sein. In der letzten Septemberwoche war die angelieferte Milchmenge in Deutschland immerhin 1,0 Prozent kleiner als ein Jahr zuvor.

Der für die Milchbauern dringend notwendige Anstieg der Milchpreise ist aber trotzdem nicht in Sicht. „Die finanzielle Situation vieler Milchviehbetriebe bleibt gerade in den durch Erntekosten und Pachten belasteten Herbstmonaten sehr angespannt“, sagt der Vorsitzende des Milchausschusses im Landvolk Niedersachsen, Jan Heusmann.

„Die mit Milch erzielbare Gewinnmarge ist weiterhin sehr gering und drückt die Stimmung auf den Betrieben“, heißt es weiter. „Bei Auszahlungspreisen von 29 bis 32 Ct/kg muss vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Erzeugungskosten von einer schwierigen Situation gesprochen werden“, sagt Heusmann.

Börsenmilchwert kaum verändert – Spotmilch kostet bis zu 37,5 Cent

rohstoffwert der milch.

Der Börsenmilchwert ist ein Indikator für die weitere Entwicklung der Milchpreise. Hier wird aus den aktuellen Börsenpreisen für Milchprodukte ein „Wert der Milch“ abgeleitet. Diesen „theoretischen Preis“ errechnet das Ife-Institut in Kiel aus den tagesaktuellen Terminmarktkursen von Butter und Magermilchpulver.

Für die Monate Oktober und November ergibt sich aktuell ein Börsenmilchwert von 31,2 Cent und von 31,6 Cent. Gegenüber dem im September ermittelten Preisen ist das immerhin ein Anstieg von 0,5 bis 0,7 Cent. Für die kommenden Monate gehen die Börsenmilchwerte dann jedoch wieder leicht bis auf 31,3 Cent zurück. Das sind 0,3 Cent weniger als die Rohstoffwertung vor vier Wochen ergeben hat.

Der vom Ife-Institut in Kiel aus den realen Handelspreisen von Butter und Magermilchpulver errechnete Rohstoffwert der Milch, hat im September – wie zuvor erwartet ­ – leicht zugelegt. Das ife-Institut errechnete einen Wert von 31,1 Cent je kg. Das ist ein Anstieg von 0,2 Cent je kg zum August-Wert, der nur bei 29,9 Cent lag. Grund für den etwas höheren Rohstoffwert war, dass sowohl die Preise für Butter als auch für Magermilchpulver im September leicht gestiegen sind.

Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch sind im Oktober etwas niedriger als vor vier Wochen – jedoch weiterhin erheblich höher als die aktuellen Auszahlungspreise für Milch. In der ersten Oktoberwoche kostete die Spotmilch in Deutschland – je nach Region – zwischen 35,5 und 37,5 Cent. Im Vergleich zum September ist das ein Rückgang rund 0,5 bis 1,5 Cent. Aus den Niederlanden wurden rund 1 Cent niedrigere Spotmilchpreise als im Vormonat gemeldet – nämlich 37,0 Cent.

Butterpreise: Oktober etwas schwächer – danach unverändert

Butterpreise.

Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter am Mittwoch (08.10.) für den Oktober-Termin mit 3.340 Euro je Tonne. Das sind etwa 100 Euro weniger als vor vier Wochen. Für die Monate November und Dezember wurden 3.440 Euro je Tonne und 3.420 Euro je Tonne notiert. Damit haben sich die Butterpreise für diese beiden Termine in den letzten vier Wochen kaum verändert.

Gleichzeitig notieren die beiden letztgenannten Termine etwa 100 Euro höher als der Oktoberkontrakt. Offenbar rechnet der Markt derzeit mit einem geringen Anstieg bzw. mit relativ stabilen Preisen.

Im europäischen Großhandel bewegen sich die Preise für Butter in der ersten Oktoberwoche seitwärts. Der durchschnittliche Butterpreis lag am 04. Oktober bei 345 Euro je 100 kg. Vier Woche zuvor wurden 343 Euro notiert.

Im deutschen Großhandel wurden am 04.Oktober Butterpreise von 338 Euro notiert. Das waren 7 Euro weniger als vor vier Wochen und 5 Euro weniger als im Schnitt der EU. In den Niederlanden wurden Butter mit 335 Euro je 100 kg gehandelt. Das waren 5 Euro weniger als vor vier Wochen und 3 Euro weniger als in Deutschland.

Magermilch: Kassamarkt bewegt sich kaum

 Magermilchpulverpreise.

Die Preise für Magermilch-Pulver (MMP) haben am europäischen Terminmarkt in den letzten vier Wochen etwas zugelegt. Am Mittwoch (07.10) lagen die Kurse für den Oktober-Kontrakt bei 2.215 Euro je Tonne und damit 70 Euro höher als vor vier Wochen.

Für die Monate November und Dezember wurden 2.230 und 2.245 Euro je Tonne notiert. Das sind rund 100 Euro mehr als vier Woche zuvor. Gleichzeitig lagen die Kontraktpreise für den Oktober über dem Niveau der aktuellen Kassapreise.

Im europäischen Großhandel wurde Magermilchpulver (MMP) am 04. Oktober für 217 Euro je 100 kg gehandelt. Das waren 3 Euro mehr als vor vier Wochen.

Aus dem deutschen Großhandel wurden MMP-Preise von 220 Euro gemeldet. Das waren 2 Euro mehr als vor vier Wochen. In den Niederlanden notierte man MMP mit 217 Euro je 100 kg und damit 5 Euro teurer als vor vier Wochen und 3 Euro billiger als in Deutschland.

Käsepreise leicht im Plus, Vollmilchpulver unverändert

Käsepreise.

Die Preise für Käse (Edamer) sind im europäischen Großhandel leicht gestiegen. Die Kommission meldete am 04. Oktober für Edamer im europäischen Mittel Preise von 315 Euro je 100 kg. Das sind 4 Euro mehr als vor vier Wochen.

Die europäischen Cheddar-Preise lagen zuletzt bei 305 Euro je 100 kg. Das ist ein Aufschlag von 10 Euro zum Vormonat.

Für Vollmilchpulver (VMP) haben sich die Preise im europäischen Großhandel zuletzt kaum verändert. Die Kommission meldete am 04. Oktober durchschnittliche VMP-Preise von 273 Euro je 100 kg. Das ist das gleiche Niveau wie als vor vier Wochen.

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