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Milchpreise: Rohstoffwert fällt unter 50 Cent – Spotmilch bei 43 Cent

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am Dienstag, 10.01.2023 - 14:39 (Jetzt kommentieren)

Die Milchpreise stehen im neuen Jahr unter Druck. Der Rohstoffwert der Milch fällt im Dezember erstmals seit Oktober 2021 wieder unter 50 Cent je kg Milch. Der Rückgang gegenüber dem Vormonat beträgt genau 4 Cent - auf 47,9 Cent je kg.

Milchpreise.

Ursache für den fallenden Rohstoffwert ist ein weiterer Rückgang der Großhandelspreise für Magermilchpulver und Butter. Damit folgt der Rohstoffwert wie schon erwartet den weiter fallenden Börsenmilchwerten, die für Januar nur noch bei 42 Cent je kg liegen und für den Februar auf 40,3 Cent je kg gefallen sind.

Im Unterschied zum Rohstoffwert bildet der Börsenmilchwert jedoch nicht die Preise im wirklichen physischen Handel ab, sondern die Preise, zu denen Butter und Magermilchpulver am Terminmarkt für die nächsten Monate gehandelt wird. Auch das ist jedoch ein Teil der Wirklichkeit und ein Frühindikator für die weitere Preisentwicklung – obgleich sich Marktlage und Preise am Terminmarkt auch noch ändern können.

Bestätigt wird der Preisdruck am Milchmarkt noch durch zwei andere Marktindikatoren: nämlich durch die Spotmilchpreise für die zwischen den Molkereien gehandelte Milch und durch angelieferte Milchmenge. In der ersten Januarwoche 2023 lagen die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch im Norden und im Nordwesten Deutschlands nur noch bei 43 Cent und damit nahe an den Börsenmilchwerten. Im Süden war die Spotmilch noch etwas teurer und kostete im Zwischenhandel der Molkereien zuletzt 44,50 Cent je kg.

Beide Spotmilchpreise liegen jedoch weit unter dem Rohstoffwert vom Dezember. Zwar werden die Auszahlungspreise der Landwirte weder den Spotmilchpreisen noch dem Rohstoffwert der Milch in gleichem Tempo folgen – die Richtung ist jedoch klar. Dafür spricht auch die angelieferte Milchmenge, die nach den Daten der Milchindustrie zum Jahreswechsel rund 3,6 % über dem Vorjahr lag.

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