Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Milchpreise: Das Schlimmste scheint überstanden

milch-bauern
am Freitag, 03.07.2020 - 05:03 (Jetzt kommentieren)

Im Juni hatten die Molkereien keinen Grund, die Milchpreise weiter zu senken. Die meisten Produktpreise waren – nach einer kräftigen Erholung vom Absturz im Mai – relativ stabil.

Die Preise für Butter sind im Großhandel sogar etwas gestiegen. An der internationalen Milchbörse GDT ging es im Juni – zumindest für Milchpulver und Käse – ebenfalls nach oben.

Die aus den Produktenpreisen errechneten Rohstoffwerte der Milch konnten sich deshalb im Juni gut behaupten. Damit bewegen sich die errechneten Milchpreise weiterhin zwischen 31 und 32 Cent je kg. Auch die übrigen wichtigen Preis-Indikatoren für Milch und Milchprodukte an den Terminmärkten und im Großhandel zeigen eher eine seitwärts gerichtete Tendenz.

Für einen weiteren Preisanstieg fehlen derzeit jedoch die Impulse. Zudem war die angelieferte Milchmenge in Deutschland in der zweiten Junihälfte etwa 0,7 Prozent größer als im vorigen Jahr. Das größere Rohstoffangebot am Milchmarkt bremst damit einen weiteren Anstieg der Milchpreise.

Börsenwerte für Rohmilch zwischen 31 und 32 Cent

börsen-wert-milch

Die Börsenmilchwerte zeigen – ebenso wie die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch – die kurzfristig vom Markt erwarteten Milchpreise an. Die aktuelle Marktlage schlägt sich unmittelbar im Börsenmilchwert nieder. Diesen „theoretischen Preis“ errechnet das Ife-Institut in Kiel aus den tagesaktuellen Terminmarktpreisen von Butter und Magermilchpulver.

Für den Monat Juli ergibt sich aktuell ein Börsenmilchwert von 31,1 Cent je kg und für August von 31,2 Cent je kg. Das ist gegenüber den Preisen von Mitte Juni ein leichter Rückgang von 0,2 Cent. Bis zum Jahresende steigen die Börsenmilchwerte dann bis auf 32,1 Cent. Das sind immerhin 0,7 Cent mehr als die Rohstoffverwertung vor zwei Wochen ergeben hat.

Der vom Ife-Institut in Kiel aus den realen Handelspreisen von Butter und Magermilchpulver errechnete Rohstoffwert der Milch, hat sich im Juni von seinem Absturz erholt. Das ife-Institut ermittelte einen Wert von 28,8 Cent je kg. Das ist ein Anstieg von 3,0 Cent je kg zum Maiwert, der auf 25,8 Cent gefallen war. Grund für den wieder steigenden Rohstoffwert war, dass sich die Preise sowohl für Butter als auch für Magermilchpulver im Juni gegenüber Mai erholt haben. Dennoch ist das Preis-Niveau weiterhin niedriger als vor der Corona-Krise.

Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch sind ebenfalls etwa so hoch wie vor 2 Wochen. Ende Juni kostete die Spotmilch in Deutschland – je nach Region – zwischen 32 und 34 Cent. Aus den Niederlanden wurden Spotmilchpreise von 32 Cent gemeldet.

Butterpreise: Terminmarkt zeigt leicht steigende Preise an

butter-preise-eu

Am europäischen Terminmarkt (EEX) handelte man Butter am Donnerstag (02.07) für den Juli-Termin mit 3.400 Euro je Tonne. Da sind rund 100 Euro mehr als vor zwei Wochen.

Für die Monate August und September wurden 3.440 bzw. 3.500 Euro je Tonnen notiert. Damit sind die Butterpreise für diese beiden Termine in den letzten beiden Wochen um rund 100 bzw. 150 Euro gestiegen. Gleichzeitig notieren beide Termine höher als der Julikontrakt. Offenbar rechnet der Markt mit einer weiteren moderaten Erholung der der Preise.

Im europäischen Großhandel haben die Preise für Butter in der zweiten Junihälfte weiter zugelegt. Der durchschnittliche Butterpreis lag am 29. Juni bei 322 Euro je 100 kg. Zwei Woche zuvor wurden 318 Euro gezahlt.

Im deutschen Großhandel wurden am 29. Juni durchschnittliche Butterpreise von 339 Euro notiert. Das waren 5 Euro mehr als vor zwei Wochen und außerdem 17 Euro mehr als im Schnitt der EU. In den Niederlanden wurden Butter mit 330 Euro je 100 kg gehandelt. Das waren 18 Euro mehr als vor zwei Wochen und 9 Euro weniger als in Deutschland.

Magermilch: Preise knapp behauptet

magermilch-pulver-preise-eu

Die Preise für Magermilch-Pulver (MMP) haben sich am europäischen Terminmarkt in den letzten beiden Wochen für alle Termine knapp behauptet. Am Donnerstag (02.07) lagen die Kurse für den Juli-Kontrakt bei 2.184 Euro je Tonne und damit 6 Euro niedriger als vor zwei Wochen.

Für die Monate August und September wurden am Terminmarkt 2.186 und 2.187 Euro je Tonne notiert und damit etwa 3 bis 4 Euro weniger als zwei Woche zuvor. Gleichzeitig lagen die Kontraktpreise für Juli geringfügig über dem Niveau der aktuellen Kassapreise.

Im europäischen Großhandel lagen die durchschnittlichen Preise für Magermilchpulver (MMP) am 29. Juni bei 212 Euro je 100 kg. Das war eben so viel wie vor zwei Wochen.

Aus dem deutschen Großhandel wurden ebenfalls MMP-Preise von 219 Euro gemeldet. Das war das gleiche Niveau wie vor zwei Wochen. In den Niederlanden notierte man MMP mit 216 Euro je 100 kg und damit 4 Euro billiger als vor zwei Wochen und 4 Euro höher als in Deutschland.

Käsepreise behaupten sich, Vollmilchpulver deutlich im Plus

käse-preise-eu

Die Preise für Käse (Edamer) haben sich im europäischen Großhandel in der zweiten Junihälfte knapp behauptet. Die Kommission meldete am 29. Juni für Edamer im europäischen Mittel Edamerpreise von 292 Euro je 100 kg. Das sind 2 Euro weniger als vor zwei Wochen - und etwa 20 Euro weniger als Anfang Mai.

Die europäischen Cheddar-Preise notierten zuletzt bei 303 Euro je 100 kg und damit eben so hoch wie vor zwei Wochen.

Für Vollmilchpulver (VMP) sind die Preise im europäischen Großhandel hingegen gestiegen – vor allem weil es auch am Weltmarkt nach oben ging. Die Kommission meldete am 29. Juni für die EU durchschnittliche VMP-Preise von 279 Euro je 100 kg. Das ist ein Plus von 10 Euro in den letzten beiden Wochen.

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Dezember 2020
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...