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Milchmarkt und Milchpreise

Milchpreise steigen auf 60 Cent – Erste Molkereien senken die Preise

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am Donnerstag, 15.12.2022 - 14:08 (3 Kommentare)

Im November nehmen erste Molkereien die Auszahlungspreise zurück – das erste Mal seit Monaten. Bis Oktober sind die Milchpreise steil angestiegen – bis auf knapp 60 Cent.

milchpreise.

Und die wichtigsten Trendindikatoren am Milchmarkt (Rohstoffwert und Börsenmilchwert) zeigen ab November und für das nächste Jahr steil nach unten. Im November zahlten die meisten Molkereien im Norden Deutschlands aber noch mehr 60 Cent aus.

Doch im Norden nahmen auch mindestens drei Unternehmen ihre Auszahlungspreise leicht zurück. Gleichzeitig hat sich der Abstand zwischen konventioneller Milch und Biomilch zuletzt nicht weiter verringert. Knapp 3 Cent betrug Differenz im Oktober.

Im Nordwesten Deutschlands zahlten im November außerdem mindestens 16 Molkereien mehr als 60 Cent an ihre Bauern. Auch die anderen nordwestdeutschen Molkereien lagen nahe an der 60-Cent-Grenze.

Einen Monat zuvor – im Oktober – bekamen die Milchbauern in Schleswig-Holstein im Durchschnitt 60,52 Cent je kg ausgezahlt und die Kollegen in Niedersachsen sogar 61,23 Cent je kg. Das waren geringfügig niedrigere Preise als die Biobauern im Mittel Deutschlands mit 61,95 Cent je kg ausbezahlt bekamen.

Gleichzeitig ist der Vorsprung der norddeutschen Preise zu den Kollegen im Süden – aus Bayern oder Baden-Württemberg – kleiner geworden. In Bayern lagen die Milchpreise im Oktober bei 58,20 Cent und in Baden-Würrtemberg bei 58,07 Cent je kg. Außerdem zahlten im November zwei süddeutsche Molkereien 60 Cent und mehr an ihre Milchbauern.

Die Mehrzahl der Molkereiunternehmen im Süden und im Südwesten zahlten im Oktober und im November jedoch deutlich weniger als 59 Cent. Im Westen Deutschlands lagen die Auszahlungspreise der Molkereien im November durchweg unter der 60-Cent-Marke, überwiegend zwischen 57 Cent und 59 Cent – in einem Fall auch deutlich niedriger. Im Osten war das Preisniveau ähnlich wie im Westen, meist zwischen 57 und 58 Cent je kg Milch.

Der oben genannte Biomilchpreis von durchschnittlich 62,29 Cent, ist zum Vormonat ebenfalls gestiegen, nämlich um 1,74 Cent auf einen neuen Rekordwert. Der Abstand zur konventionellen Milch hat sic leicht von 2,4 Cent auf 2,96 Cent erhöht. Vor einem Jahr lag die Differenz zu diesem Zeitpunkt allerdings bei 13,31 Cent – und war damit fast 5mal so hoch.

Sehr viel Milch im Nordwesten – weniger im Osten

Milchpreise und Rohstoffwert.

Was die Milchmenge betrifft, so liegt die Anlieferungsmenge seit Sepetmber über dem Vorjahr. Im Oktober meldete die BLE einen Zuwachs bei der Anlieferungsmenge von plus 1,7 % - und für den gesamten Zeitraum Januar bis Oktober noch minus von 1,3 %.

Dabei liegt die angelieferte Milchmenge in Schleswig-Holstein im Oktober 0,5 Prozent über dem Vorjahr – im mittlerweile größten deutschen Milcherzeugerland Niedersachsen jedoch satte 4,0 % darüber. Im zweitgrößten Milcherzeugerland Bayern, haben die Landwirte im Oktober 1,3 % mehr Milch angeliefert als im Jahr zuvor, während aus Nordrhein-Westfalen ein Plus von 3,8 % gemeldet wird. In Niedersachsen und NRW haben die höheren Milchpreise also offenbar zu einer deutlichen Ausweitung der Produktion geführt.

In Ostdeutschland war die Milchmenge im Oktober hingegen um 1,0 % kleiner als vor Jahresfrist und im Zeitraum Januar bis Oktober lieferten die ostdeutschen Milchbauern 2,6 % weniger Milch an die Molkereien. Am stärksten schrumpfte die Produktion in dem von Dürre und Futtermangelbesonders betroffenen Brandenburg – nämlich um als 4 %.

Anders ist die Situation bei Biomilch. Hier ist lag die Milchmenge im Oktober 6,1 % über dem Vorjahr und für das gesamte Jahr 2023 beträgt der Zuwachs 3,0 %. Das heißt: Nicht nur vom schwierigen Absatz von Biomilch im Einzelhandel, sondern auch vom wachsenden Angebot kommt Druck auf den Biomilchmarkt.

Dabei meldet man aus dem größten Biomilchland Bayern, wo die Hälfte der deutschen Biomilch erzeugt wird, einen Produktionszuwachs von 5,5 % im Oktober und von 4,7 % für das gesamte Jahr. In Niedersachsen wächst die Biomilchmenge im Oktober sogar um 10,4 % und im gesamten bisherigen Jahr um 2,9 %.

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