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Milchmarkt und Milchpreise

Milchpreise steigen über 60 Cent – Milchbauern verdienen gut Geld

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am Mittwoch, 18.01.2023 - 15:39 (2 Kommentare)

Im November kletterten die Auszahlungspreise der Molkereien – im Bundesmittel über die 60-Cent-Marke. Und auch im Dezember halten die Preise ganz überwiegend das hohe Niveau. Und die Bauern verdienten gut Geld – wie die Kostenrechnung des MEG Milch Board bestätigt. Für 2023 sieht es dann nicht mehr ganz so gut aus.

Milchpreise.

Im November zahlten die deutschen Molkereien im Bundesmittel 60,04 Cent aus. Einen Monat zuvor – Oktober – bekamen die Milchbauern im Durchschnitt 59,34 Cent je kg ausgezahlt. Die höchsten Preise ermittelte die Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) in Niedersachsen mit immerhin 61,71 Cent je kg. Das waren nur geringfügig niedrigere Preise als die Biobauern im Mittel Deutschlands mit 63,17 Cent je kg ausbezahlt bekamen.

Auch in Schleswig-Holstein lagen die Preise mit 60,63 Cent recht deutlich über der 60-Cent-Marke – und auch in Ostdeutschland - in Sachsen - wurde mit 60,20 Cent die magische 60-Cent-Marke überschritten. Zuletzt hat sich der Preisvorsprung der norddeutschen Milchbauern zu den Kollegen im Süden – vor allem aus Bayern – weiter verkleinert. In Bayern lagen die Milchpreise im November bei 59,25 Cent und in Baden-Württemberg bei 58,49 Cent je kg. In Nordrhein-Westfalen bekamen die Landwirte im November im Schnitt 59,56 Cent ausgezahlt und in den ostdeutschen Ländern (außer Sachsen) lagen die Milchpreise im November zwischen 59,40 und 59,96 Cent.

Nach den den aktuellen Erhebungen von agrarheute über die Auszahlungepreise im Dezember, zahlten etwa 10 Molkereien im Norden und Nordwesten Deutschlands immer noch 60 Cent und mehr aus. Doch mindestens sechs Unternehmen senkten ihre Auszahlungspreise. Auch zwei süddeutsche Molkereien zahlten 60 Cent und mehr an ihre Milchbauern. Die Mehrzahl der Molkereiunternehmen im Süden und im Südwesten zahlten im im November und im Dezember jedoch deutlich weniger als 59 Cent.

Im Westen Deutschlands lagen die Auszahlungspreise der Molkereien im Dezember durchweg unter der 60-Cent-Marke, überwiegend zwischen 57 Cent und 59 Cent – in einem Fall auch deutlich niedriger. Im Osten war das Preisniveau ähnlich wie im Westen, meist zwischen 57 und 59 Cent je kg Milch.

Der oben genannte Biomilchpreis von 63,17 Cent, ist zum Vormonat ebenfalls gestiegen, nämlich um 0,88 Cent auf einen neuen Rekordwert. Der Abstand zur konventionellen Milch hat sich hingegen leicht von 2,96 Cent auf 3,13 Cent leicht erhöht. Vor einem Jahr lag die Differenz zu diesem Zeitpunkt allersings noch bei 11,19 Cent – und war damit fast 4mal so hoch.

Erlöse deutlich höher als die Kosten – Milchmenge wächst stark

Die Kosten der Milchbauern liegen nach Berechnungen des MEG Milch Board mit 47,51 Cent pro Kilogramm zwar auf einem sehr hohen Stand - sind jedoch deutlich niedriger als die Erlöse und lassen die Milchbauern zum ersten Mal seit langem gut Geld verdienen. Von Juli bis Oktober 2022 sind die Kosten nur geringfügig weiter gestiegen, die Milchpreise aber schon.

Was die Milchmenge betrifft, hat so liegt die Anlieferungsmenge seit Sepetmber über dem Vorjahr. Dabei hat der Zuwachs im November nochmals deutlich zugenommen. Im November meldete die BLE einen Zuwachs bei der Anlieferungsmenge von plus 3,0 % - und für den gesamten Zeitraum Januar bis November von minus 0,9 %.

Dabei liegt die angelieferte Milchmenge in Schleswig-Holstein im November 1,3 Prozent über dem Vorjahr – im mittlerweile größten deutschen Milcherzeugerland Niedersachsen jedoch satte 4,8 % darüber. Im zweitgrößten Milcherzeugerland Bayern, haben die Landwirte im November 3,3 % mehr Milch angeliefert als im Jahr zuvor, während aus Nordrhein-Westfalen ein Plus von 5,1 % gemeldet wird. In Niedersachsen und NRW haben die höheren Milchpreise offenbar zu einer deutlichen Ausweitung der Produktion geführt.

In Ostdeutschland war die Milchmenge im November hingegen nur 0,1 % größer als vor Jahresfrist und im Zeitraum Januar bis November lieferten die ostdeutschen Milchbauern 2,4 % weniger Milch an die Molkereien. Am stärksten schrumpfte die Produktion in dem von Dürre und Futtermangel besonders betroffenen Brandenburg – nämlich um 3,9 %.

Anders ist die Situation bei Biomilch: Hier ist lag die Milchmenge im November 11 % über dem Vorjahr und für das gesamte Jahr 2023 beträgt der Zuwachs 3,7 %. Das heißt: Nicht nur vom schwierigen Absatz von Biomilch im Einzelhandel, sondern auch vom wachsenden Angebot kommt Druck auf den Biomilchmarkt. Dabei meldet man aus dem größten Biomilchland Bayern, wo die Hälfte der deutschen Biomilch erzeugt wird, einen Produktionszuwachs von 10,8 % im November und von 5,2 % für das gesamte Jahr. In Niedersachsen wächst die Biomilchmenge im November sogar um 18 % und im gesamten bisherigen Jahr um 4,3 %.

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