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Milchpreis

Molkereien erwarten etwas festere Preistendenz

Kuh beim Melken
am Donnerstag, 24.10.2019 - 15:30 (Jetzt kommentieren)

Etwas festere Tendenzen am Milchmarkt erwartet der MIV-Vorsitzende Peter Stahl.

Im ersten Halbjahr neigte der Milchmarkt noch etwas zur Schwäche. Das dämpfte auch die Auszahlungen der Molkereien an ihre Milcherzeuger. Nachdem die staatlichen Bestände an Magermilchpulver jedoch verkauft und inzwischen auch größtenteils verarbeitet sind, stützt die Eiweißkomponente den Milchpreis wieder. Und seit Herbst 2019 ziehen auch die Preise für Milchfett und Butter wieder an.

Der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes (MIV), Peter Stahl, geht daher von leicht festeren Tendenzen im weiteren Jahresverlauf aus. Das sagte Stahl heute bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Im Durchschnitt erwartet der Hochland-Vorstandschef den Milchpreis 2019 bei etwa 33,5 Cent/kg Milch mit 4 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß – bei allerdings regional großen Unterschieden.

Milchmenge wird 2020 nicht stark zunehmen

Zu den festen Tendenzen trägt bei, dass die Milchanlieferung in Deutschland im laufenden Jahr voraussichtlich um 1 Prozent unter der Vorjahresmenge abschließen wird. Aufgrund der Futterengpässe in einigen Regionen Deutschlands rechnet MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser für das kommende Jahr „mit keiner großen Steigerung“ der Milchmenge. Weltweit weist die Milchproduktion zudem eine der schwächsten Wachstumsraten seit Jahren auf.

Brexit wird den Warenverkehr erschweren

Gravierende Störungen am deutschen Milchmarkt durch den Brexit oder die US-Strafzölle auf Käse aus der EU erwartet die Industrie nicht. Stahl verwies darauf, dass die britische Regierung beschlossen habe, nahezu keine Einfuhrzölle auf Milchprodukte zu erheben. Allerdings dürften die Zollabfertigung und Veterinärkontrollen den Warenverkehr erschweren, sagte Heuser. Großbritannien werde aber nach wie vor auf Einfuhren von Milch und Milchprodukten angewiesen sein.

Ein Unsicherheitsfaktor ist die Reaktion der irischen Exporteure, die bisher in großem Umfang das Vereinigte Königreich beliefern. „Diese Mengen könnten auf unsere Märkte drücken. Wir hoffen aber, dass das nicht geschieht“, sagte Stahl.

Kritik an abwertender Werbung

Für den Biomilchmarkt sieht Stahl zwar weiteres Wachstum in Deutschland. Allerdings habe die Produktion bereits stärker zugenommen als die Nachfrage. Die Molkereien würden daher zögern, neue Bioerzeuger aufzunehmen. „Das wird erst einmal so bleiben“, prognostiziert Stahl.

Das starke Wachstum von Trinkmilchersatz wie zum Beispiel „Hafermilch“ oder „Mandelmilch“ sieht der Molkereiverband als sportlichen Wettbewerb um den Verbraucher, auch wenn dadurch bereits „relevante Mengen“ an Trinkmilch verdrängt werden. Sorge bereitet dem MIV allerdings, dass die Werbung für die Ersatzprodukte häufig Milcherzeugnisse emotional diskreditiere. Heuser kritisierte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den umstrittenen Katjes-Werbespot für veganen Schokoladenersatz. Solche Kampagnen seien für die Lebensmittelbranche insgesamt schlecht, sagte Heuser.

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