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Lieferverträge

Molkereien müssen in Krise Milchmengen besser steuern

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Josef Koch, agrarheute
am
31.10.2018

Die Milchbranche muss sich fit für die Zukunft machen, um Marktkrisen und Herausforderungen besser meistern zu können. Das fordert das Bundesagrarministerium.

Hans-Joachim Fuchtel

Das Bundesagrarministerium lässt nicht locker, wenn es um modernere Lieferverträge zwischen Milcherzeugern und Molkereien geht.

„Wenn wir eine krisenfeste und gesellschaftlich akzeptierte Milchviehhaltung erreichen wollen, brauchen wir mehr Eigenverantwortung und Dialog in und mit der Branche. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft verfolgt eine Milchmarktpolitik, die der Branche hilft, Marktchancen zu nutzen, die aber auch dem Schutz der Milcherzeuger in außergewöhnlichen Marktsituationen dient", betont der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Hans-Joachim Fuchtel, beim Milchviehtag Oberpfalz in Neunburg vorm Wald.

Dabei stünde das BMEL wir im Dialog mit der Milchwirtschaft. So brauche die Branche eine grundlegende Modernisierung der Lieferbeziehungen, um in Krisenzeiten einer immer höheren Milchanlieferung entgegenzuwirken. Hier sieht der Staatssekretär sieht die Wirtschaft in der Pflicht, sich für eine marktgerechte und wertschöpfungsorientierte Planung der Rohmilchmenge einzusetzen.

Fuchtel begrüßt Sektor-Strategie 2030

Die Milchwirtschaft sei gefordert, den Sektor krisenfester aufzustellen und für eine nachhaltige sowie tiergerechte Milchviehhaltung zu sorgen. Die künftigen Herausforderungen, vor denen die Milchbranche steht, erforderten eine enge und schlagkräftige Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette Milch.

"Deshalb begrüße ich die Initiativen der Milchbranche für eine Sektor-Strategie 2030!“, sagte der Fuchtel.

Stahl: Verträge bringen keine besseren Preise

Stahl-Peter-MIV-Vorsitzender

Der neugestaltete Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation in den EU-Mitgliedsstaaten sieht die Option vor, die Vertragsfreiheit zwischen Milcherzeuger und seiner Molkerei einzuschränken. Das in Deutschland zuständige Landwirtschaftsministerium erörtert zur Zeit mit den Bundesländern diese Option.

Die Vertreter der Molkereiwirtschaft – genossenschaftliche wie private Unternehmen – sehen keinen Nutzen in gesetzlich vorgegebenen Vertragsinhalten hinsichtlich Preis, Menge und Dauer.

„Verträge allein machen keine Preise. Die Preisschwankungen am Milchmarkt ergeben sich international durch Angebot und Nachfrage, auch als Ergebnis von Handelskriegen und Embargos: Diese Marktkräfte kann man in einem freien Markt nicht durch vorgegebene Vertragsinhalte ausschalten,“ erklärt MIV-Vorsitzender Peter Stahl.

Nationale Gesetze können wiederum die Qualität und Herstellung der Produkte verbessern. Das deutsche Produktrecht soll daher angepasst werden, die Milchgüte-Verordnung wird modernisiert. Beide Gesetzesvorhaben sind wichtige Schritte und der MIV begrüßt diese außerordentlich.

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