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Milchmarkt und Corona-Krise

Neuseeland: Milchbauern kämpfen gegen Corona-Krise

Milchkühe Neuseeland
am Donnerstag, 23.04.2020 - 14:21 (Jetzt kommentieren)

Auch die Milchbauern in Neuseeland müssen in den nächsten Monaten mit deutlich niedrigeren Milchpreisen rechnen.

Davon gehen die Milchmarkt-Analysten der Rabobank in einer aktuellen Marktprognose aus. Basierend auf der Einschätzung der Bank zu den globalen Entwicklungen von Angebot und Nachfrage und unter der Maßgabe, die großen aktuellen Marktunsicherheiten zu berücksichtigen, prognostizierte Emma Higgins, Senior-Milk-Analystin, für die Saison 2020/21 einen deutlichen Rückgang  der Milchpreise.

"Angesichts des sich aufgrund von COVID-19 schnell ändernden Marktumfelds sind Prognosen jedoch unglaublich kompliziert und es gibt eine Reihe von Aufwärts- und Abwärtsrisiken, die sich im Verlauf unseres Prognosezeitraums auf die globalen Milchmärkte auswirken können“, sagte Higgens.

Aktuell bestätigen sich die bärischen Preis-Erwartungen der Experten auch an der globalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT). Dort hat die Auktion am Mittwoch, dem 22. April, erneut einen deutlichen Rückgang der Exportpreise für die wichtigsten Milchprodukte von gut 4 Prozent verzeichnet. Seit Ende Januar sind die Exportpreise auf der GDT damit um 15 Prozent gefallen – auf den niedrigsten Stand seit 16 Monaten.

Abwärtszyklus an den globalen Milchmärkten

Milchkühe Neuseeland

In dem Markt-Bericht „New Zealand Dairy Seasonal Outlook“ schreiben die Rabobank-Analysten, dass eine Reihe von Faktoren im Zusammenhang mit COVID-19, einschließlich deutlich geringerer chinesischer Importe, Unterbrechungen der Lieferketten und globalen Verbrauchsrückgängen – in Verbindung mit steigenden Milchüberschüssen in wichtigen Exportregionen – auf den Markt wirken und zu einem verlängerten Abwärtszyklus auf den globalen Milchmärkten führen.

Todd Charteris, CEO von Rabobank NZ, sagt jedoch: „Der neuseeländische Milchsektor ist gut positioniert, um die Störungen von COVID-19 zu bewältigen. "In den letzten drei Jahren haben die neuseeländischen Milchbauern eine starke Nachfrage nach ihren Produkten verzeichnet und daraus resultierend auch gute Preise für ihre Milchprodukte erzielt. Viele Milchbauern haben diese günstige Preissituation genutzt, um ihre Verschuldung zu senken, und dies wird ihnen helfen, die Herausforderungen zu bewältigen, die sich aus COVID-19 ergeben“, sagte Charteris weiter.

Rezession und Verschiebungen beim Welthandel

"Die USA und Europa stehen vor einer ziemlich tiefen Rezession und einer sehr langsamen Erholung, die zu Verschiebungen des Milchkonsums auf dem Weltmarkt beitragen werden“, sagt Michael Harvey, Senior-Milchanalyst der Rabobank.

Aus diesem Grund haben die Rabobank-Analysten die bärische Ansicht, dass wir in den kommenden sechs bis neun Monaten einen spürbaren Abwärtsdruck auf die Rohstoffpreise für Milchprodukte sehen werden, was sich in einem niedrigeren Preis für die meisten Milchprodukte niederschlagen wird.“ Obwohl in China eine Nachfrage-Erholung im Gange ist, wies Harvey darauf hin, dass das Land die neue Saison mit "überdurchschnittlichen Lagerbeständen" begonnen habe.

Infolgedessen hat die Rabobank die Erwartung, dass China im Laufe des Jahres 2020 rund 20 Prozent weniger Milchprodukte importieren wird. Harvey verwies jedoch darauf, dass die schwächere neuseeländische Währung der "Silberstreifen" für die Branche an den Exportmärkten sein könnte, dass die Auswirkungen von Covid-19 die Prognose der neuseeländischen Milchpreise jedoch erheblich komplexer machten.

Trockenheit drückt die Produktion in Neuseeland

Milchkühe Neuseeland

In Neuseeland haben sehr trockene Bedingungen viele Regionen der Nordinsel und Teile der Südinsel getroffen und die Milchmenge reduziert. In vielen Regionen der Nordinsel, wurden inzwischen Dürrebedingungen festgestellt. Es besteht die Gefahr, dass die Milchproduktionssaison auf der Nordinsel abrupt endet, wenn in den letzten Märzwochen kein nennenswerter Regen fällt.

Möglicherweise entscheiden sich einige Landwirte dafür, die Saison vorzeitig zu beenden, wenn die saisonalen Bedingungen weiterhin ungünstig sind. Dementsprechend hat die Rabobank ihre Erwartungen für Milchmenge in der Saison 2019/20 gesenkt und geht nun davon aus, dass die Milchproduktion für die gesamte Saison um 1 Prozent sinken wird.

Das neuseeländische Exportvolumen von Milchprodukten wird im 1. Halbjahr 2020 zurückgehen. Dies ist vor allem auf den schwächeren Handel mit China infolge des Coronavirus zurückzuführen.

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