Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Milchbranche

Omira: Lactalis gibt klein bei

am Dienstag, 12.02.2019 - 09:11

Lactalis hat eingesehen. dass ein Großteil der Schadenersatzforderung von 23,5 Mio. Euro hinfällig sind. Ein klarer Erfolg für die Omirabauern.

Omira-Werk-Ravensburg

Offenbar haben sich die rund 2.000 Omira-Lieferanten gegen den Molkereikonzern Lactalis und seine Schadenersatzforderung von 23,5 Mio. Euro durchgesetzt. Wie das französische Unternehmen mit Sitz in Laval mitteilte, biete die Molkerei den Omira-Milchbauern einen Vorschlag zur außergerichtlichen Lösung des Konflikts an. Lactalis will auf die Rückforderung von 19,5 Mio. Euro verzichten, berichtet die Schwäbische Zeitung. Laut Lactalis sei dieser Schaden entstanden, weil ein der Umrechnungsfaktor 1,03 für die Omiramilch angewendet wird, statt der 1,02 laut Milchgüteveordnung.

Im Dezember hatte Lactalis Gewährleistungsansprüche im Zuge der Übernahme der Genossenschaft Omira im Jahr 2017 von 23,5 Mio. Euro gerichtlich geltend gemacht und der Omira-Oberland-Milchverwertung (OOMV) arglistige Täuschung vorgeworfen.

Stimmt OOMV den 4 Mio. Euro Schadenersatz zu?

Geschäftsführer Erich Härle wies diesen Vorwurf entschieden zurück. Er hatte in früheren Gesprächen gegenüber agrarheute deutlich gemacht, dass für ihn diese Forderung gegenstandslos sei. So wendet Lactalis in Frankreich beim Milcheinkauf den Faktor 1,03 schon seit Jahren an. Omira-Milchbauern vermuteten, der französiche Milchkonzern wolle mit der hohen Forderung den für zehn Jahre ausgehandleten Milchpreis nachträglich drücken.  

Rund vier Millionen Euro der Gewährleistungsansprüche machte Lactalis für Kosten wegen mangelndem Brandschutz am Standort Ravensburg, für Produktschäden aus dem Jahr 2017 sowie für Anwalts- und Recyclingkosten geltend.

Lactalis gibt einen Teil der Geschäftsanteile frei

Darüber hinaus bieten die Franzosen an, aus den auf einem Sperrkonto liegenden 10 Mio. Euro einen Betrag von 6 Mio. Euro zur Auszahlung freizugeben. Lactalis bedauere, dass es bislang zu keiner konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Vertragspartner kommen konnte, und dass den Milcherzeugern ihre Geschäftsanteile aufgrund der ungeklärten Situation noch nicht durch die OOMV ausgezahlt wurden.

„Mit unserem Entgegenkommen hoffen wir den Weg für eine gütliche Einigung geebnet zu haben, sodass es auch zu einer zügigen Auszahlung der Geschäftsanteile an die Milcherzeuger kommen kann. Unser Unternehmen wünscht sich eine vertrauensvolle, solide Partnerschaft mit unseren Milchlieferanten auch über den aktuell bestehenden Milchvertrag hinaus“, erklärte Lactalis-Deutschlandchef Morten Felthaus nach einem Bericht der Schwäbischen Zeitung.

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Oktober 2020
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Auf dem Hof von Deutschlands Fleischpapst