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Milchmarkt und Milchpreise 2021

Rekordhohe Milchpreise in Neuseeland erwartet

milchkühe.
am Freitag, 22.10.2021 - 13:27 (Jetzt kommentieren)

Die Exportpreise für Milchprodukte sind diese Woche gestiegen. Die Prognosen für die neuseeländischen Milchpreise klettern auf einen neuen Rekordstand.

Exportpreise.

Die Auktionspreise für Milchprodukte verzeichneten diese Woche weitere Gewinne. Die Gesamtpreise auf der Handelsbörse Global Dairy Trade stiegen um 2,2 Prozent. „Das Ergebnis zementiert die globalen Milchpreise auf sehr gesundem Niveau. Die für Neuseeland besonders wichtigen Vollmilchpuver-Preise sind im September und Oktober um 6,7 Prozent gestiegen und liegen jetzt 25 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Längerfristig betrachtet liegen die Preise rund 20 Prozent über ihrem Fünfjahresdurchschnitt“ sagt der Nathan Penny, Senior Agri Economist bei der neuseeländischen Westpac-Bank.

Der Analyst sagt auch:  Die Preisstärke war breit abgestützt. Alle sechs von Produkte verzeichneten Kursgewinne. Laktose- und Butterpreise führten die Gewinne an und stiegen um 5,9 Prozent bzw. 4,7 Prozent. Insbesondere stiegen die Preise für Butter und wasserfreies Milchfett zum ersten Mal seit Herbst wieder über 5.000 USD bzw. 6.000 USD/t. Das Ergebnis entsprach jedoch auch den allgemeinen positiven Erwartungen im Vorfeld der Auktion.

Das Ergebnis sei "wirklich positiv", sagte auch Miles Hurrell, Vorstandsvorsitzender von Fonterra. „Ich denke, die Landwirte sollten damit wirklich zufrieden sein“, sagte er. Aufgrund globaler Lieferkettenprobleme arbeitete Fonterra jedoch "rund um die Uhr", um einen reibungslosen Ablauf der Exporte und des Handels mit Milchprodukten zu gewährleisten. Hurrell geht davon aus, dass die Herausforderungen der Logistik und den Lieferketten noch eine Weile eine Tatsache sein werden.

Analysten erwarten Rekordpreise in Neuseeland

Nathan Penny von der Westpac-Bank geht davon aus, dass die anhaltende Schwäche der weltweiten Milchproduktion die globalen Milchpreise weiterhin stützen wird. Die neuseeländische Milchproduktion ging im August im Vergleich zum August 2020 um 4,2 % zurück. Darüber zeichnet sich ab, dass diese Produktionsschwäche auch im September und im Oktober andauerte. Alles in allem bestätigt dass das gut Auktionsergebnis, heißt es weiter.

Penny gibt in einem Ausblick eine sehr positive Milchpreisprognose für 2021/22 von 8,50 NZ-Dollar/kg Milchfestoff. Wenn dies erreicht würde, wäre dies ein neues Rekordhoch, das den bisherigen Rekordwert von 8,40 NZ-Dollar/kg Milchfeststoff aus der Saison 2013/14 übertreffen würde. Ähnlich hatte sich auch der Marktanalyst Nathaniel Keall von der neuseeländischen ASB-Bank: „Wir haben unsere Prognose für die Saison 2021/22 um 55 Cent auf 8,75 NZ-Dollar angehoben.

"Die GDT-Ereignisse haben keine Anzeichen für eine Abschwächung der Nachfrage gezeigt, und da das Angebot weiterhin knapp aussieht, können wir eine beträchtliche Aufwärtskorrektur vornehmen. Die Rohstoffmärkte waren im Jahr 2021 bisher zwar besonders volatil, dennoch deuten die Trends darauf hin, dass die Möglichkeit eines Rekordpreises für Milch ab Hof für die Saison vorhandene ist", sagt Keall weiter.

Die Preisschätzung der neuseeländischen Großmolkerei Fonterra liegt derzeit in einer großen Spanne von 7,25 bis 8,75 NZ-Dollar – das ergibt einen Mittelwert von etwa 8,0 NZ-Dollar.

Futtermangel und hohe Kosten bleiben

melken.

„Zu Beginn des (neuseeländischen) Sommers dürfte es weitere Preisanstiege geben, aber die Implikation ist, dass die Käufer erwarten, dass das Angebot in der zweiten Hälfte der Saison knapp bleibt“,sagt Keal. Aus heutiger Sicht wird es immer wahrscheinlicher, dass die Produktion die Erwartungen, die die meisten von uns zu Beginn des Jahres hatten, unterschreiten wird. Zu Beginn der Saison war die allgemeine Erwartung, dass die höheren Preise auch eine Angebotsreaktion hervorrufen würden, die wiederum den zukünftigen Preisanstieg verringern würde, im Einklang mit dem üblichen Milchzyklus, sagt der Analyst.

Diese Dynamik sieht jetzt viel weniger wahrscheinlich aus – die neuseeländische Milchproduktion hat sich nämlich auf dem Weg in die saisonalen Spitzenproduktionsmonate nur sehr langsam erhöht. Die Produktion ist im August gegenüber dem Vorjahr um 4 % gesunken und blieb im September und Oktober weiter schwach. Laut den Analysten der neuseeländischen Milchbörse NZX wird das Weidewachstum weiterhin durch die vorherrschenden Wetterbedingungen behindert.

ASB-Analyst Keal gehen deshalb davon aus, dass die neuseeländische Produktion um 0,5 bis 1 % niedriger ausfallen wird als in der letzten Saison. Der Southern Oscillation Index (ein Indikator für die La Nina Aktivität, der mit der Milchproduktion korreliert) deutet darauf hin, dass sich die Bedingungen in den kommenden Monaten verbessern könnte. Auf der anderen Seite sind die Milchbauer mit hohen Futterkosten und massiven Logistikproblemen konfrontiert, so dass die Landwirte Schwierigkeiten haben können, Futtermittel zu bekommen.

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