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Molkereibranche

Rückrufaktion beschert Fonterra rote Zahlen

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Josef Koch, agrarheute
am
22.03.2018

Wegen einer Rückrufaktion von Molkenproteinkonzentrat und Beteiligungsverlusten schreibt Fonterra rote Zahlen. Auch die Milchverarbeitung geht zurück. Geschäftsführer Theo Spierings wird das Unternehmen verlassen.

Der neuseeländische Milchgigant Fonterra hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 zwar den Umsatz gesteigert, nach Abzug der Steuern aber einen großen Verlust eingefahren.

Wie das Unternehmen mitteilte, legten die Erlöse vom 1. August 2017 bis zum 31. Januar 2018 gegenüber der Vorjahresperiode um 6,5 Prozent auf 9,84 Mrd. neuseeländische Dollar (NZ$) oder 5,77 Mrd Euro zu. Das Umsatzplus resultiert allein aus höheren Verkaufspreisen, während die Absatzmenge um sechs Prozent auf 2 Mio. t rückläufig war.

Beim Betriebsergebnis nach Steuern muss der Molkereikonzern jedoch einen Verlust von 348 Mio. NZ$ oder 204 Mio. Euro verkraften. Im Vorjahreshalbjahr war noch ein Profit von 418 Mio. NZ$ oder 245 Mio. Euro erwirtschaftet worden.

Geschäftsführer geht zum Jahresende

Das Minus in den Geschäftszahlen ist laut Fonterra vor allem eine Folge einmaliger Sonderbelastungen. So musste wegen einer Rückrufaktion des Molkenproteinkonzentrats (WPC80) im August 2013 jetzt an Danone eine Schadensersatzleistung von 183 NZ$ oder 107 Mio. Euro gezahlt werden.

Noch schwerer wog die Wertberichtigung der Beteiligung an dem kränkelnden chinesischen Hersteller von Milchprodukten Beingmate Baby & Child Food, die mit insgesamt mehr als 400 Mio NZ$ (234 Mio Euro) zu Buche schlug. Vor dem Hintergrund dieser schwachen Zahlen kündigte Fonterra an, dass Hauptgeschäftsführer Theo Spierings bis Jahresende das Unternehmen verlassen werde. Überdies wurde Spierings von Erzeugerseite vorgeworfen, „keinen Draht“ zu den Milchfarmern zu finden.

Drei Prozent weniger Milchverarbeitung

Eine gute Nachricht gab es für die genossenschaftlichen Milchlieferanten von Fonterra dennoch, denn das Unternehmen erhöhte seine Prognose für den Auszahlungspreis. Dieser soll in der Saison 2017/18 bei 6,55 NZ$ (3,84 Euro) pro Kilogramm Milchfeststoff liegen und damit das Vorjahresniveau um 7 Prozent übertreffen.

Allerdings müssen die Genossenschaftsmitglieder Abstriche bei der Dividende machen. Einschließlich dieser Vergütung dürfte der Milchpreis je Feststoffeinheit zwischen 6,80 NZ$ (3,98 Euro) und 6,90 NZ$ (4,04 Euro) liegen und damit das dritthöchste Niveau der vergangenen zehn Jahre erreichen.

Aufgrund der ungünstigeren Witterungsbedingungen rechnet Fonterra für 2017/18 damit, nur noch 1,48 Mio t Milchfeststoff zu verarbeiten; das wären drei Prozent weniger als im Vorjahr.

Mit Material von AgE

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