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Milchmarkt

Trinkmilchpreise: Schwere Geburt mit glücklichem Ausgang

am Montag, 13.05.2019 - 05:00

Erst Ende vergangener Woche erhöhten Discounter die Trinkmilchpreise leicht. Die Verhandlungen zogen sich länger hin als gedacht.

Die angekündigten vorsorglichen Preisrücknahmen von einigen Molkereien für Mai dürften diese bald korrigieren müssen. Denn seit Ende letzter Woche wird im Kühlregal von Aldi deutlich, dass die Hersteller bei den Trinkmilchabschlüssen keine Einbußen erlitten haben.

Die Verhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmittelhandel verliefen offenbar sehr langwierig. Normalerweise reagiert der Handel zum Monatsanfang auf neue Kontraktabschlüsse.

Jedoch hat Aldi Süd erst am vergangenen Freitag (10.5.) die Preise für die Standardtrinkmilch leicht angehoben. Milch mit 1,5 Prozent Fett kostet nun 63 Cent/l, mit 3,5 Prozent Fett 71 Cent/l. Aldi Nord verlangt dagegen schon seit vergangenen Donnerstag 73 Cent/l für Milch der Fettstufe 3,5 Prozent und 63 Cent/l für die Packung mit weniger Fett.

Auf der anderen Seite gab es leichte Abschläge für Sahne. Sie bewegen sich um 2 Cent beim Becher mit 30 Prozent Fett.

Die neuen Trinkmilchkontrakte laufen sechs Monate, also bis Ende Oktober.

Chancen auf höhere Preise für Päckchenbutter

Wie agrarheute schon Anfang Mai berichtete, blieben die Preise für das 250-g-Päckchen Butter für Mai stabil. Sie sind jedoch uneinheitlich. Aldi verlangt seit April immer noch 1,55 Euro für das Päckchen. Andere Discounter bieten die Päckchenbutter für 1,49 Euro an.

Ärgerlich sind laut Verband der Bayerischen Milcherzeuger (VMB) aber immer wieder Sonderangebote in den Kühlregalen, die deutlich unter den 1,49 Euro je 250-g-Paket liegen. Teilweise seien davon auch namhafte Molkereimarken aus Bayern, Holland und Irland betroffen. 

Immerhin notiert Blockbutter im Mai bisher trotz naher Milchanlieferungsspitze stabil. Der Preis ist mit 4,20 Euro/kg um 20 Cent höher als für Formware. International sind seit Jahresanfang sogar steigende Preise festzustellen. Das sollte den Molkereien in den nächsten Verhandlungen Ende Mai Chancen auf Preiserhöhungen für die Päckchenbutter bieten.