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Milchmarkt USA

USA: Mehr Milch und stabile Preise

Milch
am Dienstag, 28.11.2017 - 13:00

Die Milchproduktion in den USA wächst und wächst. Im laufenden Jahr erreicht die Produktionsmenge einen neuen Rekordwert und auch 2018 nimmt die Milchmenge weiter zu.

Seit dem Jahr 2000 haben die US-Farmer die Milchproduktion um fast 30 % ausgeweitet und seit dem Jahr 2010 beträgt der Zuwachs immerhin 12 %. Wachstumstreiber waren sowohl der Export als auch ein dynamisch wachsender Verbrauch am Binnenmarkt.

Die Milchpreise bewegen sich im Jahr 2017 in einer relativ engen Spanne zwischen 34 US-Cent und 37 US-Cent. Für die ersten Monate des Jahres 2018  zeigt die Preiserwartung am US-Terminmarkt etwas nach unten (32 Cent).

Ab der Jahresmitte sollen die Milchpreise jedoch wieder auf etwa 35 Cent steigen. Damit bewegen sich die Preise weiterhin auf einem relativ stabilen Niveau.

Produktion und Exporte ausgeweitet

USA Milch

Die produzierte Milchmenge soll nach den Schätzungen des USDA im Jahr 2017 um etwa 1,6 % auf den neuen Rekordwert von 97,9 Mio. t zunehmen. Für 2018 wird mit  einem weiteren Zuwachs von etwa 1,8 % auf dann 99,7 Mio. t gerechnet.

Ursprünglich hatte das USDA für 2017 und für 2018 sogar noch mit einem noch etwas stärkeren Produktionswachstum gerechnet. Dieses fällt wegen der vergleichsweise niedrigen Milchpreise offenbar etwas weniger dynamisch aus.

Der Export entwickelte sich 2017 vor allem beim für die USA enorm wichtigen Käsemarkt ganz hervorragend. In den ersten 9 Monaten des Jahres 2017 nahmen die US-Käseexporte um rund 23 % (!!) zu. Demgegenüber wuchsen die europäischen Ausfuhren von Käse lediglich um 5 %.  

Auch bei Magermilchpulver (+6 %) und Butter (+12 %) bauten die USA ihre Exporte aus. Lediglich bei Vollmilchpulver gingen die US-Ausfuhren deutlich zurückgingen.

Zweitgrößter Exporteur von Käse und Magermilch

Insgesamt waren die USA in den ersten 9 Monaten des Jahres 2017 der zweitgrößte Käse-Exporteur, nach der EU und zum ersten Mal (knapp) vor Neuseeland.

Bei Magermilchpulver ist der Rückstand der Amerikaner auf die Europäische Union trotz der wachsenden Ausfuhrmenge jedoch wieder größer geworden. Dennoch liegen die USA, noch  deutlich vor Neuseeland, auf Position zwei der größten Exporteure.

Bei Vollmilchpulver gingen die Ausfuhren 2017 hingegen um 12 % zurück und die USA erreichen nur Rang 7 unter den TOP-Exporteuren. Trotz des ebenfalls gewachsen Butterexports ist die Bedeutung der Amerikaner (im Vergleich zu Neuseeland und der EU) in diesem Marktsegment weiterhin relativ gering.

Milchpreise nach Rückgang wieder höher

Milchpreise USA

Die Milchpreise bewegten sich in den USA im Jahr 2017 in einer relativ engen Spanne zwischen 34 US-Cent (28,8 Euro-Cent) und 37 US-Cent (31,4 Euro-Cent). Der letzte für den Monat Oktober gemeldete Preis lag für Milch der Klasse III (Käseproduktion) bei  etwa 37 US-Cent.

Am Terminmarkt erwartet man im Dezember einen Rückgang der Preise auf etwa 34 Cent. Für die ersten Monate Jahres 2018 zeigt die Preiserwartung am Terminmarkt dann nochmals etwas nach unten (32 Cent). Ab der Jahresmitte sollen die Milchpreise dann jedoch wieder auf etwa 35 Cent steigen und sich dann auf diesem Niveau seitwärts bewegen.

Im vorigen Jahr (2016) waren die Preise in den USA zum Jahresbeginn zunächst bis auf 28 US-Cent gefallen. Bis Jahresmitte hatten sich die Notierungen jedoch wieder auf 34 bis 38 Cent erholt und hielten dieses Niveau (mit Ausnahme des Septembers) bis Ende 2018 durch.

Das USDA erwartete in seiner letzten Prognose (November) für das Jahr 2018 Milchpreise zwischen 34 und 36 Cent und damit ein etwas niedrigeres Niveau als der Terminmarkt.

Hohe Käsepreise, Butterpreise gefallen

Butterpreise USA

Die Preise für Käse sind im US-Großhandel im Jahresverlauf 2017 von April bis Oktober um etwa 20 % gestiegen und bewegten sich seitdem eher seitwärts. Die Preise für Butter haben etwa von April bis August um knapp 30 % zugelegt und sind dann von September bis Mitte November wieder um knapp 20 % zurückgegangen.

Bei Magermilchpulver (MMP) sind die Preise am US-Binnenmarkt (nach einem kräftigen Anstieg im Vorjahr) bis Mitte November um etwa 25 % gefallen und bröckeln weiter. Die Preiserwartungen für das Jahr 2018 hat das USDA für alle Milchprodukte in seiner letzten Prognose (November) nach unten korrigiert.

Trotz der Korrektur bewegen sich insbesondere die erwarteten Käsepreise etwa auf dem derzeitigen (hohen) Niveau. Bei Butter liegt die Preiserwartung sogar wieder etwas über den derzeitigen Preisen und bei Magermilch rechnet das USDA für 2018 mit einer Preiskonsolidierung und mit einer leichten Preiserholung.