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Gentechnik

Ohne Gentechnik: Wachstum könnte sich verlangsamen

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Josef Koch, agrarheute
am
14.05.2019

Deutsche Verbraucher geben immer mehr für gentechnikfreie Produkte aus. Dieses Jahr wächst der Markt aber wohl nicht mehr so schnell.

Die Konsumenten haben in 2018 9,8 Mrd. Euro für Waren mit "Ohne GenTechnik"-Siegel ausgegeben. Gegenüber den Zahlen aus 2017 bedeute dies eine Steigerung von 41 Prozent, meldet der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG). Er rechnet für 2019 mit einer Steigerung der Verbraucherausgaben auf mindestens 10,9 Milliarden Euro. Das wäre nur ein Anstieg um rund 11 Prozent. Allerdings beruhen diese Zahlen auf VLOG-Schätzungen.

„Der Markt für Lebensmittel ohne Gentechnik wächst seit Jahren und ist inzwischen fast so groß wie der Markt für Bio-Lebensmittel“, kommentierte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting die Zahlen. „Beide Erfolgsgeschichten zeigen deutlich, dass die Menschen in Deutschland zunehmend auf mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelerzeugung achten.“

EU-Gentechnikgesetz bedroht den Markt

Bedroht sieht Hissting das Wachstum der gentechnikfreien Land- und Lebensmittelwirtschaft durch Überlegungen, das EU-Gentechnikrecht zu ändern.

„Wer Pflanzen, die durch Neue Gentechnik hergestellt wurden, von den Zulassungs- und Kennzeichnungsregelungen des Gentechnikrechts ausnehmen möchte, zerstört die Grundlage für den Erfolg der Ohne Gentechnik-Lebensmittel“, mahnte Hissting.

2018 brachte kräftigen Umsatzanstieg

Grafik-VLOG-Umsätze 2018

In 2018 setzte das verarbeitende Gewerbe mit Lebensmitteln mit „Ohne GenTechnik“-Siegel 7,65 Mrd. Euro um. Dabei spielten Milch und Milchprodukte mit 5,10 Mrd. Euro (66%) die bedeutendste Rolle. Mit Geflügelfleischprodukten wurden 1,41 Mrd. (18%) und mit Eiern 900 Mio. (12%) erzielt. Die Umsatzangaben beruhen auf Auskünften der Lizenznehmer des „Ohne GenTechnik“-Siegels. Alle Zahlen beziehen sich auf die Umsätze der Hersteller.

Die Ausgaben der Endverbraucher für Lebensmittel mit „Ohne GenTechnik“-Siegel erhöhen sich um die Marge des Lebensmitteleinzelhandels und die Umsatzsteuer und dürften etwa 27 Prozent höher sein als die Umsatzangaben der Hersteller, schätzt der VLOG und kommt so auf die erwähnten 9,8 Mrd. Euro.

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