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Inflation

Preissteigerungen erreichen neue Höchstwerte seit Jahrzehnten

Gasproduktion
am Freitag, 19.11.2021 - 11:45 (Jetzt kommentieren)

Im Oktober haben die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte deutlich zugelegt. Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hat der Vergleich mit dem Vorjahresmonat seit November 1951 einen neuen Rekordwert erreicht.

Statistik zu den Erzeugerpreis-Indizes von 2018 bis Oktober 2021

Um 18,4 Prozent lagen die Erzeugerpreise im letzten Monat höher als im Oktober 2020. Von September bis Oktober 2021 sind die Preise noch einmal um 3,8 Prozent gestiegen. Maßgeblich für die Preisentwicklung insgesamt sind die Energiepreise, die im Vorjahresvergleich laut Destatis um 48,2 Prozent zugenommen haben.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Preissteigung von Oktober 2020 bis Oktober 2021 9,2 Prozent betragen. Deutlich an der Spitze unter den Energieträgern liegt das Erdgas. Erdgas in der Förderung ist im letzten Monat um 292 Prozent teurer geworden als im Vorjahresmonat. Innerhalb eines Monats wurde eine Verteuerung von beinahe 42 Prozent erreicht. Auf Verteilungsstufe lagen die Vorjahrespreise für Erdgas um 81 Prozent niedriger und im Vergleich zum Vormonat um 18 Prozent.

Noch extremer entwickelten sich die Börsennotierungen für Erdgas: In einem Jahr sind sie um über 500 Prozent gestiegen. Auch im letzten Monat legten die Börsennotierungen noch einmal um fast 35 Prozent zu.

Elektrischer Strom ist gegenüber Oktober 2020 um fast 50 Prozent teurer geworden. Für Flüssiggas (+ 114 Prozent) und leichtes Heizöl (+ 111 Prozent) verdoppelten sich die Preise. Bei Kraftstoffen ergab der Vorjahresvergleich von Destatis ein Plus von 40 Prozent. Das Erdgas in der Verteilung und der elektrische Strom hatten nach Informationen des Bundesamts den größten Einfluss auf die Veränderungsrate im Energiebereich.

Inflation wird sich 2022 weiter auswirken

Düngemittel und Stickstoffverbindungen verzeichneten in der Destatis-Auswertung einen Preisanstieg von 27 Prozent im Vergleich zum Oktober letzten Jahres. Im September 2021 lagen die Preise noch um fünf Prozent niedriger. Auch im November geht die Rekordentwicklung bei den Düngerpreisen weiter.

Für Futtermittel stiegen die Preise in einem Jahr um 22,6 Prozent, für Getreidemehl um 16 Prozent. Maschinen und Fahrzeuge als Investitionsgüter verteuerten sich um 3,2 Prozent.

Vorleistungsgüter, die Unternehmen in der Produktion verbrauchen, verarbeiten oder umwandeln, verteuerten sich innerhalb eines Jahres um 18 Prozent. Von September bis Oktober 2021 erhöhten sich die Preise um knapp ein Prozent. Am meisten schlugen hier die Metalle mit 37,8 Prozent zu Buche, noch größere Anstiege gab es beispielsweise beim Aluminium in Rohform (+ 67,4 Prozent).

Die Preise für nichtmetallische Sekundärrohstoffe verdoppelten sich fast (+ 95,7 Prozent). Nadelschnittholz wurde um 92 Prozent und Verpackungsmittel aus Holz um 82 Prozent teurer.

Nach Informationen des Handelsblatts liegt die Inflationsrate derzeit bei 4,5 Prozent und damit so hoch wie seit 1993 nicht mehr. Ökonomen hielten das Erreichen der 5-Prozent-Marke bis Jahresende für wahrscheinlich. Jens-Oliver Niklasch, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), gehe laut Handelsblatt davon aus, dass die Inflation auch im nächsten Jahr noch ein beherrschendes Thema bleibe.

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