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+++ Aktualisiert: 11.11.2020 +++

„Schluss mit lustig“: Landwirte übergeben Forderungspapier

Ein Euro-Zeichen in Milch, Symbolbild
am Dienstag, 10.11.2020 - 16:20 (3 Kommentare)

Bundesweit fordern Landwirte höhere Erzeugerpreise von Molkereien und Schlachthöfen.

Bei den Aktionen in ganz Deutschland überreichen kleine Gruppen von Landwirten am 11. November an die direkten Marktpartner, Molkereien und Schlachthöfe unter dem Motto „Schluss mit lustig“ ihre Forderungen. „Besucht“ werden zahlreiche Unternehmen der Ernährungsindustrie von A wie Arla Foods bis Z wie Zott. Blockaden sollen nicht stattfinden.

In einem ersten Schritt fordern die Landwirte

  • Für 1 Liter Milch mindestens 15 Cent mehr,
  • Für 1 kg Schweinefleisch mindestens 50 Cent mehr,
  • Für 1 kg Rindfleisch mindestens 1 Euro mehr und
  • Für 1 kg Geflügel mindestens 20 Cent mehr.

Erlöse in der Wertschöpfungskette gerechter verteilen

Die Akteure machen deutlich, dass vor allem die tierhaltenden Betriebe massiv in ihrer Existenz bedroht sind. Darum müssten die Erlöse innerhalb der Wertschöpfungskette gerechter verteilt werden.

Organisiert werden die Aktionen vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Fachgruppe Milch von Land schafft Verbindung (LsV), dem European Milk Board (EMB), den Freien Bauern und der MEG Milch Board.

Verarbeiter sollen den Ernst der Lage anerkennen

Nach Angaben der Organisatoren bleiben beispielsweise in der Milcherzeugung derzeit ein Drittel der Kosten ungedeckt, während die Anforderungen an die Betriebe und damit die Kosten weiter steigen. Die Teilnehmer des Milchdialogs, der den Anstoß zu den Aktionen gaben, fordern die Verarbeiter auf, den Ernst der Lage wirklich wahrzunehmen.

Für den Schweinefleischmarkt fordern die Akteure, die Schlachtkapazitäten vollständig auszuschöpfen, auch über die Feiertage. Des Weiteren müsse die Schlachtmaske nach oben geöffnet werden.

Akteure erwarten konkrete Anworten auf ihre Forderungen

Am Zuckermarkt sollten die Einfuhren von Zucker aus Ländern mit gekoppelten Beihilfen für den Zuckerrübenanbau gestoppt werden. Beim Geflügelfleisch wollen die Akteure einheitliche Standards für Importware und eine Minimierung der Einfuhren.

Auch bei den Kartoffeln und verarbeiteten Kartoffelprodukten soll Importware künftig deutsche Produktionsstandards erfüllen müssen. Der Lebensmitteleinzelhandel soll darauf verzichten, zugelassene Pflanzenschutzmittel seinen Lieferanten zu untersagen.

Beim Obst und Gemüse fordern die beteiligten Verbände vertraglich gesicherte Preise, den Verzicht auf Vertragsstrafen bei Nicht-Lieferung aufgrund höherer Gewalt und einen Herkunftsnachweise für verarbeitete Produkte.

Die Organisatoren der Aktion kündigen an, am 19. November bei den besuchten Unternehmen wieder vorstellig zu werden, um die Stellungnahmen der Verarbeiter abzuholen – als klares Zeichen, dass sich die Landwirte nicht mit ein paar warmen Worten abspeisen lassen.

"Schluss mit lustig": Übergabe von Forderungspapieren in Pforzheim

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