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Fleischerzeugung

Selbstversorgung bei Fleisch in Deutschland leicht rückläufig

Fleisch
Portrait der Autorin Maya Rychlik
Maya Rychlik, agrarheute
am
27.03.2019

Der Selbstversorgungsgrad bei Fleisch ist in Deutschland leicht rückläufig. Somit setzt sich der Abwärtstrend der letzten vier Jahre fort.

In Deutschland wurde im Jahr 2018 insgesamt ein Prozent weniger Fleisch erzeugt als 2017. Das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hervor. Da der Fleischverbrauch leicht angestiegen ist, sank der Selbstversorgungsgrad (SVG) hierzulande von 118 auf 116 Prozent. Seit 2015 ist der SVG somit um mehr als vier Prozentpunkte gesunken und befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 2011.

Deutsche essen immer mehr Geflügel - und weniger Schweinefleisch

Der Konsum von Geflügelfleisch steigt, der von Schwein hingegen sinkt. 2018 betrug der Verzehr an Geflügelfleisch laut BLE 13,19 Kilogramm pro Kopf. Das waren fast 800 Gramm mehr als im Jahr zuvor und mehr als zwei Kilo mehr als noch 2008.

Zwar verzehrten die Deutschen mit 35,7 Kilogramm pro Kopf 2018 noch reichlich Schweinefleisch, die Tendenz ist aber rückläufig. 2017 hatten die Bundesbürger pro Kopf noch mehr als 36 Kilo verputzt.

Religion spielt eine Rolle beim Fleischverzehr

Der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Torsten Staack, erklärte auf Anfrage diese Entwicklung damit, dass Schweinefleisch etwa nicht mehr auf dem Speiseplan von Kantinen stehe, weil es aus logistischen Gründen durch Geflügel ersetzt werde: Bei Geflügel spielten religiöse Gründe nämlich keine Rolle. "Ähnliches erleben wir auch in der Ladentheke, wenn das klassische gemischte Hack Rind/Schwein durch Rind/Geflügel ersetzt wird." Muslimen ist nämlich der Verzehr von Schweinefleisch verboten.

Mit Material von dpa

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