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Börsentelegramm

Börsenpreise suchen nach Absturz neuen Boden

Weizen Börse
am Donnerstag, 12.07.2018 - 14:29 (Jetzt kommentieren)

Am Mittwoch sind die Preise für Weizen, Mais und Raps den vierten Handelstag hintereinander nach unten gerauscht.

  • Weizen verlor seit dem vorigen Freitag 8 Euro je t
  • die Maispreise gaben um 4 Euro nach
  • und die Rapsreise büßten 7 Euro an Wert ein.

Noch weitaus stärker stürzten jedoch die Notierungen für Weizen, Mais und Sojabohnen in den USA nach unten. Dabei gibt es offenbar mehrere Gründe für den Preisrutsch die sich gegenseitig verstärken. Zum einen bedroht die Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China die Absatzmöglichkeiten der US-Farmer. Dieses Szenario drückt massive auf die Getreidepreise.

Hinzu kommen  jedoch die sehr guten Ernteprognosen für Mais und Sojabohnen in den USA. Diese wurden von Analysten vor Erscheinen des USDA-Reports durchweg nach oben korrigiert. Auch bei der US-Weizenernte sehen die Analysten wegen der sehr guten Wachstumsbedingungen bei Sommerweizen Potential nach oben.

In Europa hatte das französische Landwirtschaftsministerium in dieser Woche die Weizen- und Gerstenernte besser eingeschätzt als zuvor von privaten Analysten erwartet wurde. Die Rapsernte ist hingegen sehr schlecht. Das konnte jedoch vor dem Hintergrund der fallenden Soja- und Palmölpreise den Kursen nicht nach oben helfen.

In Deutschland wird diese Woche noch der Deutsche Raiffeisenverband seine Einschätzung zu den Folgen der extremen Dürre auf Erträge und Produktion bei den Hauptkulturen veröffentlichen.

US-Markt sucht neuen Boden

Am heutigen Donnerstag starten die Preise für Weizen, Mais und Soja in den USA erstmals wieder im grünen Bereich in den Handel. Das hilft auch den Preisen in Europa nach oben. Allerdings könnte der USDA-Report heute Abend die Märkte wieder unter Druck setzen.  

Am Mittwoch waren die vorderen US-Weizenpreise in Chicago um 4,9 % auf umgerechnet 170 USD/t gefallen. Der proteinreiche Kansas-Weizen verlor 4,3 % auf 177,8 USD/t. Die Notierungen für Sommer-Weizen gaben um 1,9 % auf 192,5 USD/t nach.

Außerdem beendeten die US-Maispreise den Handel am Mittwoch mit einem kräftigen Minus von 2,5 % bei 134 USD je t. Die Preise für Sojabohnen gingen um 2,6 % auf 305 USD/t zurück.

Die Rohölpreise (WTI) sind am Mittwoch um 5,0 % auf 70,38 USD je Barrel gefallen. Der Euro hat sehr deutlich um 0,6 % auf 1,168 USD nachgegeben.

MATIF-Weizen fällt unter 180 Euro

Die europäischen Weizenpreise sind am Mittwoch kräftig zurückgegangen. Ein Grund ist der weiter fallende US-Markt. Hinzu kommt die gute Ernteprognose aus Frankreich.

Der vordere Septembertermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel am Mittwoch bei 178,75 Euro und damit 2,0 Euro niedriger als am Vortag. Seit vorigen Freitag sind die Preise damit um 8,0 Euro je t gefallen. Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde am Mittwoch mit 181 Euro notiert. Das war ein Minus von 2,25 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde der Brotweizen am Mittwoch hingegen mit 183 Euro notiert und damit unverändert zum Vortag. Für die Anlieferung im September lagen die Preisvorstellungen bei 187 Euro. Offenbar folgt der Kassamarkt den Terminmarktpreisen vor dem Hintergrund der sehr schlechten Ernteaussichten nicht.

Am heutigen Donnerstag können sich die Weizenpreise an der MATIF zum Handelsbeginn etwas erholen. Grund ist der leicht steigende US-Weizen. Der vordere Septembertermin wird am Nachmittag mit 180,50 Euro notiert und damit 1,75 Euro höher als am Vortag. Der Dezemberweizen wird mit 182,25 Euro gehandelt. Das ist ein Plus von 1,25 Euro.

US-Markt drückt die Maispreise

Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Mittwoch ebenfalls weiter nachgegeben. Grund sind die massiv unter Druck stehenden US-Preise.

Der vordere Augustkontrakt notierte am Mittwoch bei 168 Euro und damit 1,25 Euro niedriger als am Vortag. Die neue europäische Maisernte 2018 (November) beendete den Handel bei 169,50 Euro. Damit sind die Preise um 1,75 Euro zurückgegangen.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais zuletzt mit 186 Euro notiert. Die Preisvorstellungen für den Mais der neuen Ernte lagen bei 181 Euro. Die aktuellen Maispreise in Südoldenburg wurden mit 187 Euro angegeben.

Am heutigen Donnerstag beginnen die Maispreise den Handel an der MATIF fester. Der Augusttermin wird im laufenden Handel mit 168,50 Euro notiert. Da ist ein Plus von 0,50 Euro. Die neue Ernte (November) wird mit 170,25 Euro je t gehandelt. Das ist ein Aufschlag von 0,75 Euro.

Rapsreise folgen Soja nach unten

Die Rapspreise sind am Mittwoch an der MATIF ebenfalls zurückgegangen. Grund ist der Absturz der Sojapreise und der heftige Preisdruck am Palmölmarkt.

Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte am Mittwoch an der MATIF bei 355,75 Euro. Das war ein Abschlag von 2,75 Euro. Der nachfolgende Novemberraps wurde mit 361,25 Euro notiert. Das war ein Minus von 3,50 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg wurden für Raps am Mittwoch 359 Euro geboten. Für die Anlieferung im September lagen die Angebotspreise nur bei 354 Euro.

Am heutigen Donnerstag bewegen sich die Terminmarkpreise etwas nach oben. Die neue Ernte (August) wird am Nachmittag mit 358,25 Euro notiert und damit 2,50 Euro im Plus. Der Novembertermin wird mit 363,75 Euro gehandelt. Das ist ebenfalls ein Aufschlag von 2,50 Euro.

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