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Börsentelgramm

Fehlende Informationen drücken Getreidepreise

am Dienstag, 15.01.2019 - 12:30 (Jetzt kommentieren)

In der zweiten Januarwoche geben die Preise für Getreide und Ölsaaten nach. Dabei fehlen dem Markt eigentlich zahlreiche aktuelle Daten.

Das USDA hat wegen des politischen "Shutdown" in Amerika weder die für die globale Marktbeurteilung wichtigen Monatsreports für Getreide und Ölsaaten noch die Daten zu den Getreidebeständen und den Aussaatflächen in den USA veröffentlicht.

Auch vom Export liefert das USDA keine aktuellen Zahlen. Damit bilden die Prognosen der verschiedenen privaten Analystenhäuser die Grundlage für die aktuelle Marktbeurteilung an den Börsen.

Für den derzeit besonders wichtigen südamerikanischen Mais- und Sojamarkt liegen allerdings die Prognosen der brasilianischen Agrarbehörde CONAB sowie der Getreidebörse aus Buenos Aires vor.

In Brasilien wurde die rekordhoch erwartete laufende Sojaernte (witterungsbedingt) von CONAB von zuvor 121 Mio. t auf 119 Mio. t nach unten geschätzt. Die Prognose zur sehr großen Maisernte blieb hingegen unverändert bei reichlich 91 Mio. t.

Russland exportiert und exportiert

Grund für den Preisdruck beim Weizen waren die laufenden Exportdaten aus Russland. Dort sind die Ausfuhren von Weizen im Januar im Vergleich zum Vorjahr und zum Vormonat zwar etwas zurückgegangen. Das russische Landwirtschaftsministerium belässt seine Ausfuhrprognose für das gesamte Wirtschaftsjahr jedoch auf dem sehr hohen Niveau bei 42 Mio. t.

Damit werden die Hoffnungen vieler Händler und Analysten auf eine staatliche Regulierung oder Drosselung der laufenden russischen Ausfuhren zu Nichte gemacht. Ein nächstes Treffen der für die Exportregulierung verantwortlichen russischen Stellen ist für Februar geplant.

In der ersten Hälfte des aktuellen Wirtschaftsjahres (Juli bis Dezember) haben die Russen ihre Getreide-Ausfuhren um knapp 5 % auf 28,8 Mio. t ausgeweitet. Die Exporte von Weizen sind sogar um 13,5 % auf 24,3 Mio. t gestiegen. Die wichtigsten Abnehmer von russischem Weizen waren bsi dahin Ägypten und die Türkei und mit einigem Abstand dann Saudi-Arabien, Vietnam und Nigeria.

Europäische Weizenpreise schwächer

Getreidepreis.gif

Die Weizenpreise haben im Verlauf der vorigen Woche nachgegeben. Der vordere Märztermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel am Montag dieser Woche bei 204,75 Euro. Das waren zwar 1,25 Euro mehr als am Freitag, jedoch 2,25 Euro weniger als eine Woche zuvor. Der nachfolgende Maikontrakt 2019 wurde am Montag ebenfalls mit 204,75 Euro notiert.

Für die neue Ernte 2019 (September) lagen die Kontraktpreise nur noch bei 187,50 Euro und damit 2,50 Euro niedrierg als vorige Woche.

Am deutschen Kassamarkt haben sich die (nominellen) Preise zuletzt knapp behauptet. Am Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Montag mit 207 Euro notiert. Das war 1 Euro weniger als in der Woche zuvor.

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz Rouen meldete man für den dort angelieferten Brotweizen am Montag Preise von 199 Euro/t. Das waren 2 Euro weniger als eine Woche zuvor.

Am heutigen Dienstag beginnen die Weizenpreise den Handel an der MATIF zunächst im Minus. Der Märztermin 2019 wird zum Handelsbeginn mit 203,75 Euro notiert und damit 1,0 Euro niedriger als am Montag.

Maispreise geben wieder nach

Die europäischen Maispreise haben zuletzt leicht nachgeben. Grund sind die schwächeren Maispreise in den USA. Der schwächere Euro macht die Importe aus der Ukraine allerdings wieder etwas teurer (und stützt damit die Preise).

Der vordere Märzkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Montag bei 179,75 Euro. Das waren zwar 0,75 Euro weniger als am Vortag und zugleich 2,50 Euro weniger als eine Woche zuvor. Der nachfolgende Junitermin 2019 beschloss den Handel am Freitag bei 183,75 Euro. Das war ebenfalls ein Minus von 2,50 Euro zur Vorwoche. Für die nächste Ernte 2019 (November) lagen die Kontraktpreise an der MATIF nur noch bei 175,50 Euro.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais zur Auslieferung im Januar mit 180 Euro notiert. Für die Auslieferung im April lagen die Preisforderungen bei 181,50 Euro.

Im Südwesten wurde Mais ab Station mit 177 bis 180 Euro notiert und fob-Oberrhein zwischen 178 Euro und 180 Euro/t.

Am heutigen Dienstag bewegen sich die vorderen Maispreise an der MATIF zunächst leicht im Plus und die hinteren Termine im Minus. Der Frontmonat März wird mit 180,50 Euro notiert. Das ist ein Plus von 0,75 Euro.

Rapspreise schaffen es nicht nach oben

Rapskörner.jpg

Die Rapsreise finden einfach keinen Weg nach oben. Grund sind die anhaltend schwachen Sojapreise. Der Februarkontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Montag bei 367,25 Euro/t.

Im Vergleich zum Vortag war dies ein Abschlag von 1,25 Euro. Die Vorwochenpreise von 367 Euro wurden jedoch etwa gehalten. Der nachfolgende Maitermin wurde am Montag mit 369 Euro notiert.

Für die nächste Ernte 2019 (August) lagen die Kontraktpreise am Montag bei 365,75 Euro und damit noch unter den aktuellen Kursen.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde Raps am Montag mit 370 Euro notiert. In Mannheim lagen die Kurse bei 375 Euro und am Mittelandkanal bei 369 Euro.

Am heutigen Dienstag beginnen die Rapspreise den Handel an der MATIF seitwärts. Der Februartermin wird gegen Mittag mit 367,50 Euro notiert und damit 0,25 Euro höher.

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