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Börsentelegramm

Getreidepreise im Abwärtsstrudel

Taschenrechner vor Weizenlager
am Montag, 18.02.2019 - 12:15

Die Weizenpreise sind in wenigen Tagen um rund 10 Euro gefallen. Am Freitag wurde der vordere Weizenkontrakt nur noch mit 195 Euro gehandelt.

Das war der schlechteste Preis seit Juli 2018. Die neue Weizenernte fiel auf gut 181 Euro und damit ebenfalls auf ein zuletzt vor acht Monate gehandeltes Niveau. Auch die Maispreise notierten mit 173 Euro je t erneut im Minus. Seit Mitte Januar hat der europäische Mais ebenfalls etwa 10 Euro verloren.

Federn lassen musste trotz der sehr kleinen Ernte und den schlechten Aussichten für die neue Saison auch der Raps. Hier sackten die Kurse seit Januar ebenfalls um rund 10 Euro auf zuletzt 364 Euro nach unten. Ein Grund für die rückläufigen Getreidepreise sind die schwachen Exportdaten der USA und Europas. Obwohl die Weizenpreise (fob) der Amerikaner und der Europäer (Frankreichs) jetzt  unter das Niveau der Russen gefallen sind, bleibt die Nachfrage vom Weltmarkt verhalten.

Der Euro hat zuletzt erneut leicht nachgegeben. Am Freitag notierte die europäische Währung bei 1,132 USD. Die Rohölpreise (WTI) sind in der vorigen Woche hingegen gestiegen. Preistreiber war die Hoffnung auf eine Einigung im Handelstreit zwischen den USA und China. Das Rohöl (WTI notierte am Freitag bei 55,59 USD je Barrel und damit knapp 3 USD höher als in der Woche zuvor.

Exporte von Weizen und Gerste stockt

Getreideexport-Schiffsbeladung

Auch im Februar laufen europäischen Weizenexporte erheblich schwächer als im vorigen Jahr. In den letzten Wochen hat sich zudem auch die Ausfuhr von Gerste erheblich verlangsamt.

Insgesamt haben die Europäer bis zum 10. Februar 10,1 Mio. t Weichweizen in Drittländer verkauft. Das sind 22 Prozent weniger als im vorigen Jahr zur gleichen Zeit. Frankreich kommt bislang auf Ausfuhren von 4,9 Mio. t, Rumänien verkaufte 2,2 Mio. t in Drittländer, Polen 0,74 Mio. t, Litauen, 0,72 Mio. t und Deutschland exportierte 0,79 Mio. t.

Den Export von Gerste gibt die Kommission mit  rund 3,0 Mio. t an und damit 18 Prozent niedriger als im vorigen Jahr. Bei Gerste kommt Frankreich auf Ausfuhren von 1,5 Mio. t, Rumänien auf 0,6 Mio. t und Deutschland auf 0,25 Mio. t.

Gleichzeitig wurden bis zum 10. Februar 15,1 Mio. t Körnermais nach Europa importiert. Das sind 43 Prozent mehr als im vorigen Jahr. Deutschland hat bislang 0,84 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Wichtigster Lieferant ist die Ukraine, deutlich vor Brasilien. Die europäischen Rapsimporte liegen mit 2,8 Mio. t etwa 6 Prozent über dem Vorjahr. Deutschland hat immerhin 0,68 Mio. t eingeführt.

Weizenpreise auf 8-Monatstief gefallen

Getreidepreis.gif

Die Weizenpreise haben in der vorigen Woche kräftig nachgegeben. Am Freitag fielen die Kurse auf den tiefsten Stand seit Juli 2018. Der vordere Märztermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel bei 195,25 Euro. Das waren nochmals 3,0 Euro weniger als am Vortag und 8,0 Euro weniger in der Woche zuvor. Der nachfolgende Maikontrakt 2019 wurde am Freitag mit 196,25 Euro notiert. Für die neue Ernte 2019 (September) lagen die Weizenpreise nur noch bei 181,25 Euro.

Am deutschen Kassamarkt sind die Preise ebenfalls zurückgegangen. Jedoch waren die Korrekturen lang nicht so kräftig wie am Terminmarkt. Am Freitag wurde der Brotweizen am Exporthafen Hamburg noch mit 207 Euro notiert. Das waren nur 3 Euro weniger als vor einer Woche und immerhin 12 Euro mehr als am Terminmarkt.

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz Rouen meldete man für den dort angelieferten Brotweizen am Freitag jedoch nur noch Preise von 193 Euro/t. Das waren 5 Euro weniger als in der Woche zuvor und 2 Euro weniger als am Terminmarkt.

Maispreise ebenfalls unter Druck

Die europäischen Maispreise sind die Weizenpreise nach unten gefolgt. In den USA konnte sich der Mais hingegen knapp behaupten. Für Preisdruck sorgten hingegen die billigen Maisimporte aus der Ukraine und die Aufwärtskorrektur der aktuellen argentinischen Maisernte.

Der vordere Märzkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Freitag bei 173 Euro. Das waren nochmals 3,50 Euro weniger als vor einer Woche und zugleich der niedrigste Preis seit 8 Monaten. Der nachfolgende Junitermin 2019 beschloss den Handel am Freitag bei 175,75 Euro. Für die neue Ernte 2019 (November) gaben die Kurse am Freitag auf 170 Euro/t nach.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais zur Auslieferung im Februar zuletzt mit 183 Euro notiert. Für die Auslieferung im April lagen die Preisforderungen bei 184 Euro. Für die nächsten Ernte (Oktober) liegen die Preisangebote bei 177 Euro.

Rapspreise finden keine Unterstützung

Rapskörner.jpg

Die Rapsreise sind den niedrigsten Stand seit Ende Dezember gefallen. Grund waren die Abwärtskorrektur der Sojapreise. Zusätzlicher Druck kommt offenbar von den billigen Importen aus der Ukraine. Deutlich nach unten ging es am Freitag zudem mit den Palmölpreisen.

Der Maikontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Freitag nur noch bei 364 Euro/t. Im Vergleich zum Vortag war dies ein Rückgang von 0,75 Euro. Die Vorwochenpreise wurden um 8,0 Euro verfehlt. Äußerem sind sind dies die niedrigsten Preise seit Ende Dezember.

Für die neue Ernte 2019 (August) lagen die Kontraktpreise am Freitag nur noch bei 361,75 Euro und damit rund 2 Euro unter den vorderen Preisen. Am Kassamarkt in Hamburg wurde Raps am Freitag mit 368 Euro notiert. In Mannheim lagen die Kurse bei 373 Euro und am Mittelandkanal bei 367 Euro.

Preissturz bei Futtergerste

Die Preise für Futtergerste sind der vorigen Woche kräftig gefallen. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisangebote am Freitag nur noch bei 186 Euro/t. Das waren 17,50 Euro weniger als Anfang Februar als die Gerste noch für 203,50 Euro gehandelt wurde.

Futterweizen notierte in Hamburg am Freitag noch bei 205 Euro und damit 19 Euro teurer als Gerste. In Südoldenburg wurden für Futterweizen zur Anlieferung im Februar am Freitag noch 214 Euro geboten.