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Börsentelgramm

Getreidepreise mit schwachem Wochenstart

am Montag, 25.06.2018 - 12:32 (Jetzt kommentieren)

Die neue Woche beginnt am europäischen Terminmarkt mit nachgebenden Preisen für Weizen, Mais und Raps.

Damit folgen die europäischen Getreidepreise den deutlich schwächeren Vorgaben aus Übersee. Dort beginnt der vorbörsliche Handel ebenfalls mit tiefroten Notierungen für Weizen, Mais und den gesamten Sojakomplex. 

Eine Ursache für den erneuten Preisrutsch ist die Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und Europa. Hinzu kommen die ausgezeichneten Wachstumsbedingungen und hohen Ertragsprognosen für Mais und Soja sowie Sommerweizen im Mittelwesten und Norden der USA.

Auch in den bislang extrem trockenen Weizenanbaugebieten im Süden der USA hat es geregnet. Zudem geht die laufende US-Ernte von Winterweizen bei schwachen Erträgen und sehr guten Qualitäten zügig voran.

Schwache Ernteaussichten helfen (noch) nicht

Die Meldungen aus Europa über massive Dürreschäden in Deutschland und in Polen sowie weitere Erntekorrekturen in der Ukraine und in Russland konnten den Preisrutsch zunächst einmal nicht verhindern.

Sollten sich die Meldungen vom Schwarzen Meer über deutlich Trockenschäden und erwartete Mindererträge jedoch bestätigen, dürften sich vor allem die Weizenpreise noch kräftig erholen.

Auch bei Mais und Gerste werden größere Produktionsausfälle in Russland und der Ukraine den Markt spürbar stützen. Auch hier sind beide Länder große Exporteure.

Für die Europäer schlagen sich die nach unten korrigierten Ernteschätzungen am Schwarzen Meer (und der schwache Euro) in jedem Fall in verbesserten Exportmöglichkeiten nieder. Dies könnte den Preisen hierzulande ebenfalls nach oben helfen.

Zunächst einmal reagierten die europäischen Märkte jedoch vor allem auf die Daten und den Preisrutsch in den USA.

US-Märkte mit schwachem Wochenbeginn

Am heutigen Montag starten die Weizenpreise  in den USA im vorbörslichen Handel mit heftigen Abschlägen. Auch die Kurse für Mais und Soja geben im vorbörslichen Handel kräftig nach.

Am Freitag hatten die US-Weizenpreise in Chicago bereits um 0,8 % nachgegeben. Am heutigen Montag setzt sich die Korrektur mit weiteren kräftigen Abschlägen fort. Der proteinreiche Kansas-Weizen verlor am Freitag ebenfalls 0,9 %. Die Notierungen für Sommer-Weizen in Minneapolis gingen um 1,0 % zurück.

Dagegen beendeten die US-Maispreise den Handel am Freitag unverändert. Am heutigen Montag sind im vorbörslichen Handel jedoch ebenfalls rote Zahlen zu sehen.

Die Preise für Sojabohnen konnten sich Freitag hingegen deutlich um 1,6 % erholen. Am heutigen Montag steht der Markt jedoch wieder unter Druck.

Für Sojaschrot haben die Kurse am Freitag um 2,2 %  zugelegt, während Sojaöl ein leichtes Plus von 0,2 % verzeichnete.

Die Rohölpreise (WTI) haben am Freitag einen Riesensprung von 4,6 % auf 68,58 USD je Barrel nach oben gemacht. Der Euro hat am Freitag zugelegt und ist um 0,3 % auf 1,168 USD gestiegen.

MATIF-Weizen folgt negativen US-Vorgaben

Matif Weizen

Die europäischen Weizenpreise hatten sich am Freitag (trotz der schwachen US-Vorgaben) kaum verändert. Grund waren die immer schlechteren Ernteaussichten in Europa und am Schwarzen Meer.

Am heutigen Montag folgte der MATIF-Weizen den weiter fallenden US-Preisen jedoch nach unten.

Die vordere Septembertermin (neue Ernte) wurde am Freitag mit 176,25 Euro gehandelt und damit unverändert zum Vortag. Im Vergleich zur Vorwoche waren die vorderen Weizenpreise 1,25 Euro niedriger.

Der nachfolgende Dezemberweizen wurde am Freitag mit 180,25 Euro notiert und damit ebenfalls unverändert. Der Märzkontrakt 2019 beendete den Handel bei 184 Euro/t und damit 0,25 Euro im Plus.

Am heutigen Montag geben die Weizenpreise zum Handelsbeginn (unter dem Druck der fallenden US-Preise) nach. Der  Septembertermin wird zunächst mit 174,50 Euro gehandelt und damit 1,75 Euro niedriger. Der Dezemberweizen notiert bei 178,50 Euro. Das ist ebenfalls ein Abschlag von 1,75 Euro.

Maispreise geraten erneut unter Druck

Matif Mais

Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Freitag behauptet. Am heutigen Montag geht es jedoch für den Matif-Mais deutlich nach unten. Grund ist der kräftige Preisrückgang in Übersee.

Der vordere Augusttermin notierte am Freitag bei 164,75 Euro und damit 0,25 Euro niedriger als am Vortag. Im Vergleich zur Vorwoche waren die Maispreise ebenfalls 0,50 Euro niedriger.

Die neue Ernte 2018 (November) beendete den Handel am Freitag bei 169,50 Euro. Damit haben die Preise um 0,25 Euro zugelegt. Der nachfolgende Januartermin 2019 wurde mit 172,50 Euro notiert und damit 0,50 Euro niedriger als am Vortag.

Am heutigen Montag beginnen die Maispreise den Handel deutlich schwächer. Der vordere Augusttermin wird mit 163,50 Euro notiert und 1,25 Euro im Minus. Die neue Ernte (November) wird mit 168,25 Euro je t gehandelt. Das ist ein Abschlag von 1,25 Euro.

Rapsreise beginnen am Montag im Minus

Matif Raps

Die Rapspreise hatten sich am Freitag an der MATIF knapp behauptet, obwohl die Sojapreise kräftig gestiegen waren. Am heutigen Montag folgt der Raps den nachgebenden Sojakursen jedoch nach unten.

Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte am Freitag bei 352,75 Euro und damit 0,50 Euro niedriger. Im Vergleich zur Vorwoche waren die Rapspreise allerdings 3,25 Euro höher.

Der nachfolgende Novemberkontrakt wurde am Freitag mit 359,75 Euro notiert und damit 0,50 Euro im Minus. Den Februarkontrakt 2019 handelte man mit 363 Euro und damit ebenfalls 0,50 Euro niedriger.

Am heutigen Montag bewegen sich die Rapspreise zum Handelsbeginn deutlich nach unten. Grund sind die ebenfalls nachgebenden Sojapreise. Die neue Ernte (August) wird  zum Handelsstart mit 351 Euro notiert und damit 1,75 Euro im Minus. Der Novembertermin wird zunächst mit 357,75 Euro gehandelt. Das ist ein Abschlag von genau zwei Euro.

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