Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Börsentelegramm

Getreidepreise trotz Angebotslücke gefallen

Ähren und Preiskurve
am Freitag, 24.08.2018 - 13:30 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Weizen, Mais und Raps sind in einer schwachen Woche deutlich zurückgegangen.

Weizen rutschte um fast 10 Euro je t nach unten, hält jedoch weiterhin die 200-Euro-Marke. Auch die Rapspreise gaben kräftig nach und verloren 10 Euro je t an Wert. Am Maismarkt  ging es im Wochenverlauf um etwa 6 Euro je t nach unten. 

Am deutschen Kassamarkt folgten die Preise nicht in vollem Umfang den schwachen Vorgaben vom Terminmarkt. Grund ist die extrem kleine deutsche Getreide- und Rapsernte und die sehr enge physische Marktversorgung.

Der Preisrückgang am europäischen Terminmarkt folgt der Entwicklung in den USA bzw. an den globalen Märkten. Zum einen sind die aktuellen Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China bislang ohne Ergebnis geblieben.

Zum anderen liegen die Ertragsprognosen bei Mais und Soja in den USA über dem Vorjahr. Die Böden im Mittelwesten sind gut mit Wasser versorgt und die weiteren Wetteraussichten sind gut.

Der Euro hat am Donnerstag nach 6 Handelstagen im Plus erstmals wieder nachgegeben und verlor 0,4 % auf 1,155 USD. Die Rohölpreise (WTI) blieben am Donnerstag mit 67,83 USD je Barrel nahezu unverändert.

Physischer Markt ist knapp versorgt

Getreidernte Deutschland

Die sehr enge physische Versorgung in Deutschland hat das BMEL in seinem vorläufigen Erntebericht diese Woche bestätigt. Allerdings sind die Produktionsschätzungen des BMEL bei allen Kulturen besser als die des Deutschen Bauernverbandes und des Raiffeisenverbandes.

Das gilt für alle wichtigen Getreidearten und auch für Raps. So rechnet das BMEL mit einer Getreideernte (ohne Mais) von 35,52 Mio. t. Der DBV ging nur von einer Getreideernte von 33,3 Mio. t aus sowie von einer sehr kleinen Maisernte von 2,3 Mio. t.  Einschließlich Mais sind dies ingesamt nur 35,6 Mio. t Getreide und damit etwa viel wie das BMEL einschließlich Mais schätzt. Grund für die sehr kleine Maisernte ist die Umwidmung von Körnermaisflächen zur Silomaisproduktion.

Bei Raps schätzte das BMEL die deutsche Ernte auf 3,65 Mio. t und der DBV hatte nur 3,3 Mio. t erwartet. Beide Prognosen verfehlen das langjährige Mittel jedoch deutlich. Nach Berechnungen der BLE liegt der Verbrauch von Getreide in Deutschland (einschließlich Mais) zwischen 42 und 44 Mio. t und ohne Mais bei 36 bis 38 Mio. t. 

Damit klafft in Deutschland in diesem Jahr eine große Versorgungslücke, die nur durch zusätzliche umfangreiche Importe vor allem von Futtergetreide gestopft werden kann.

Weizenpreise korrigieren nach unten

Taschenrechner vor Weizenlager

Die europäischen Weizenpreise sind am Donnerstag weiter zurückgegangen und geben auch am Freitag im laufenden Handel nach. Grund für die Preiskorrektur sind die ebenfalls weiter fallenden Weizenpreise in den USA und am Weltmarkt.

Der vordere Septembertermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel am Donnerstag bei 204 Euro. Das war 1,0 Euro weniger als am Vortag. Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde mit 205,75 Euro notiert. Das war ebenfalls ein Minus von 1,0 Euro.

Am deutschen Kassamarkt haben die (nominellen) Preise am Donnerstag noch leicht zugelegt. Angesichts der schwächeren Terminmarktkurse dürften die Kassapreise jedoch ebenfalls wieder nachgeben. Am Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Donnerstag mit 210 Euro notiert und damit 2 Euro teurer als am Vortag. Für die Anlieferung im September lagen die Angebote bei 212 Euro und damit 8 Euro über den vorderen Terminmarktkursen (September).

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz in Rouen meldete man am Donnerstag für den dort angelieferten Brotweizen Preise von 206 Euro/t. Das waren 4 Euro weniger als zum Beginn der Woche.

Am heutigen Freitag geben die Weizenpreise im laufenden Handel zunächst nach. In den USA bewegen sich die Weizenpreise ebenfalls nach unten. Der Septembertermin wird an der MATIF mit 202,75 Euro notiert und damit 1,25 Euro niedriger als am Vortag.

Maispreise sind ebenfalls gefallen

Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Donnerstag ebenfalls nachgegeben und bewegen sich im laufenden Handel am Freitag seitwärts. In den USA beginnt der Mais den vorbörslichen Handel am Freitag seitwärts.

Der vordere Novemberkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Donnerstag bei 184,25 Euro und damit 1,25 Euro niedriger als am Vortag. Der nachfolgende Januartermin beschloss den Handel bei 186,50 Euro. Das war ein Minus von 0,50 Euro/t.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais der neuen Ernte zuletzt mit 195 Euro notiert und damit 3 Euro niedriger als zum Beginn der Woche. Die Maispreise in Südoldenburg wurden diese Woche mit 200 Euro angegeben und damit ebenfalls niedriger.

Am heutigen Freitag beginnen die Maispreise den Handel an der MATIF seitwärts. Die neue Ernte (November) wird im mit 184 Euro notiert. Das ist ein leichter Abschlag von 0,25 Euro.

Rapspreise nach Korrektur seitwärts

rapssymbolbild-borse.jpg

Die Rapspreise haben am Donnerstag an der MATIF den dritten Tag in Folge nachgegeben. Am Freitag legen die vorderen Kurse im laufenden Handel ganz leicht zu. Ursache sind die im vorbörslichen Handel ebenfalls etwas festeren Sojapreise.

Der Novemberkontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Donnerstag bei 374,75 Euro/t. Das war ein Abschlag von 2,0 Euro. Der nachfolgende Februartermin wurde mit 373,75 Euro notiert. Das waren 3,0 Euro niedrigere Preise.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde für Raps am Donnerstag 378 Euro geboten und damit 3 Euro weniger als am Vortag. Für die Anlieferung im September lagen die Angebotspreise bei 379 Euro.

Am heutigen Freitag folgen die vorderen Rapspreise den Sojapreisen nach oben. Der November wird mit 375,25 Euro notiert und damit 0,50 Euro im Plus. Der Februar-Raps wird hingegen mit 373,25 Euro gehandelt. Das ist ein leichtes Minus von 0,50 Euro.

Futtergerste etwa so teuer wie Weizen

Deutlich nach unten ging es im Wochenverlauf den Preisen für Futtergerste. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisangebote am Donnerstag bei 207,50 Euro/t. Ein Abschlag zum Vortag von 2,0 Euro. Für die Anlieferung im September wurden ebenfalls 207,50 Euro geboten.

Futterweizen notierte in Hamburg am Donnerstag bei 208 Euro und damit etwas höher als am Vortag und ähnlich teuer wie Gerste. Für die Anlieferung im September wurden für Futterweizen 210 Euro geboten.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...