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Börsentelegramm

Heftige Preissprünge und nervöse Märkte

Taschenrechner vor Weizenlager
am Dienstag, 03.07.2018 - 15:01 (Jetzt kommentieren)

Am Montag waren die Getreidepreise in den USA dramatisch abgestürzt. Am heutigen Dienstag geht es jedoch wieder nach oben.

Die Nervosität und Volatilität an den Börsen sind extrem hoch. Hintergrund sind die befürchteten negativen Folgen einer weiteren Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern.

Hinzu kommen die sehr hohen und Ernte- und Anbauschätzungen für Mais und Soja in den USA. Diese haben kräftig auf die Kurse gedrückt. Beim Weizen beeinflussen zudem die laufende Ernte beim US-Winterweizen und die sehr guten Produktionsaussichten beim Sommerweizen die Märkte. Hinzu kommen die anhaltenden Regenfälle in den südlichen Weizenanbaugebieten der USA.

Gestützt wird der Markt jedoch durch die weiter schrumpfenden Ernteerwartungen in Europa und am Schwarzen Meer. Der europäische Terminmarkt war den extremen Vorgaben aus Übersee am Montag nicht gefolgt. Die Preise für Weizen, Raps und Mais beschlossen den Handel trotz des gestrigen Preissturzes in den USA im grünen Bereich.

Extreme Preissprünge in den USA

Am heutigen Dienstag starten die Weizenpreise in den USA mit einer deutlichen Erholung in den vorbörslichen Handel. Auch die Kurse für Mais und Soja legen zumindest im vorbörslichen Handel weiter zu.

Am Montag waren die US-Weizenpreise in Chicago um 3,5 % abgestürzt. Der proteinreiche Kansas-Weizen verlor sogar 4,5 %. Die Notierungen für Sommer-Weizen in Minneapolis gingen um 2,2 % zurück.

Außerdem beendeten die US-Maispreise den Handel am Montag mit einem sehr kräftigen Abschlag von 3,6 %. Die Preise für Sojabohnen gaben um 1,2 % nach. Die Rohölpreise (WTI) sind am Montag leicht um 0,3 % auf 73,94 USD je Barrel zurückgegangen. Der Euro hat am Montag um 0,5 % auf 1,162 USD nachgegeben.

MATIF-Weizen auf dem Weg nach oben

Die europäischen Weizenpreise sind am Montag, trotz der abgestürzten US-Kurse, gestiegen. Am heutigen Dienstag folgte der MATIF-Weizen den steigenden US-Preisen ebenfalls nach oben. Am Freitag und am Montag hatten die Umsätze am Terminmarkt in Paris kräftig zugenommen. Offenbar nutzte man das Zwischenhoch am Terminmarkt vielfach zur Preisabsicherung.

Der vordere Septembertermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel am Montag bei 180,25 Euro/t und damit 1,75 Euro höher als am Vortag. Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde mit 183,50 Euro notiert. Das ist ein Tagesplus von 1,75 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde der Brotweizen am Montag mit 181 Euro notiert und damit 4 Euro höher als am Freitag. Für die Anlieferung im September lagen die Preisvorstellungen bei 185 Euro und damit ebenfalls 4 Euro höher.

Angesichts der schwankenden Kurse, der unsicheren Ernteaussichten und des vielfach erwarteten weiteren Preisanstiegs sind Landwirte jedenfalls sehr zurückhaltend beim Verkauf, berichten Händler.

Am heutigen Dienstag legen die Weizenpreise an der MATIF erneut zu. Der vordere Septembertermin wird im laufenden Handel mit 181,25 Euro notiert und damit 1,0 Euro höher. Der Dezemberweizen wird mit 184,75 Euro gehandelt. Das ist ein Aufschlag von 1,25 Euro.

Maispreise ebenfalls sehr fest

Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Montag (trotz der fallenden US-Kurse) ebenfalls gestiegen. Am heutigen Dienstag legen die Notierungen erneut zu.

Der vordere Augustkontrakt notierte am Montag bei 166,75 Euro und damit 1,75 Euro höher als am Vortag. Die neue Ernte 2018 (November) beendete den Handel am Montag bei 170,50 Euro. Damit haben die Preise um 0,25 Euro zugelegt.

Am Hamburger Großmarkt wurde Importmais zuletzt mit 190 Euro notiert. Die Maispreise in Südoldenburg wurden mit 192 Euro angegeben. Die Preisvorstellungen für den Mais der neuen Ernte lagen in Hamburg bei 177 Euro.

Am Dienstag beginnen die Maispreise den Handel im grünen Bereich. Der Augusttermin wird im laufenden Handel mit 168,25 Euro notiert. Das ist ein Plus von 1,50 Euro. Die neue Ernte (November) wird mit 171,25 Euro je t gehandelt. Das ist ein Aufschlag von 0,75 Euro.

Rapsreise weiter im grünen Bereich

Die Rapspreise sind am Montag an der MATIF ebenfalls gestiegen, obgleich es für Sojabohnen deutlich nach unten ging. Am heutigen Dienstag bewegen sich die Rapspreise mit den ebenfalls leicht erholten Sojapreisen weiter nach oben.

Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte am Montag bei 359,25 Euro. Das war ein Aufschlag von 1,0 Euro. Der nachfolgende Novemberraps wurde mit 365,75 Euro gehandelt. Das war ein Plus von 0,25 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde der Raps am Montag mit 353 Euro notiert. Für die Anlieferung im September lagen die Preisvorstellungen bei 348 Euro/t.

Am  Dienstag bewegen sich die Terminmarktpreise weiter nach oben. Die neue Ernte (August) wird zunächst mit 361,50 Euro notiert und damit 2,25 Euro im Plus. Der Novembertermin wird mit 367,50 Euro gehandelt. Das ist ein Aufschlag von 1,75 Euro.

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