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Börsentelegramm

Immer schlechtere Preise für Getreide und Raps

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am
04.03.2019

Die Preise für Getreide und Raps kennen nur eine Richtung. Abwärts.

Auch am Kassamarkt folgen die Kurse den negativen Vorgaben vom Terminmarkt. Erklärungen für die Preiskorrektur gibt es einige. Dennoch hat bis vor kurzem wohl niemand mit diesem Preisrutsch gerechnet. Lediglich die größer erwartete neue Ernte wurde am Terminmarkt schwächer bewertet.

Aber zum einen hat die anfängliche Preisschwäche bei vielen Akteuren Panik und eine regelrechte Verkaufswelle ausgelöst. Zum anderen ziehen die stark gefallenen Getreidepreise in Frankreich den europäischen Markt und die Exportpreise nach unten. Auch in den USA ist der Weizen in wenigen Tagen dramatisch abgestürzt.

Am Terminmarkt in Chicago drückten neben technischen Signalen wohl auch die nicht sonderlich erfolgreichen Handelsgespräche mit China auf die Kurse.

Frankreich zieht den Markt nach unten

In Europa und am Schwarzen Meer sind die Weizenpreise in der vorigen Woche zurückgegangen. Auch in den USA ging es kräftig nach unten. Trotz der Korrektur sind die fob-Preise für Weizen aus Frankreich mit 222 USD/t rund 13 USD niedriger als die Exportpreise in Russland.

Auch die Exportpreise für Gerste sind weiter gefallen. An Exporthäfen Frankreichs ist Gerste mit 196 USD/t aber sogar 25 USD billiger als in Russland. Offenbar ist bei unseren franzöischen Nachbarn deutlich mehr Weizen und Gerste verfügbar als bislang gedacht. Das hat mächtig auf die Kurse gedrückt.

Gleichzeitig kostet Raps - trotz des europäischen Preisrutsches - an den ukrainischen Exporthäfen mit 404 USD rund 10 USD je t weniger als in Frankreich.

Der Euro hat zuletzt wieder etwas nachgegeben. Am Freitag notierte die europäische Währung bei 1,137 USD. Die Rohölpreise (WTI) sind ebenfalls zurückgegangen. Das Barrel Leichtöl notierte am Freitag bei 55,80 USD je Barrel. Das waren 1,4 USD weniger als am Vortag.

Weizenpreise halten noch 190-Euro-Marke

Die Weizenpreise haben in der vorigen Woche weiter nachgegeben. Am Freitag fielen die Kurse auf den tiefsten Stand seit Juli 2018. Der vordere Märztermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel nur noch bei 191,0 Euro. Das waren nochmals 2,25 Euro weniger als am Vortag und rund 5 Euro weniger in der Woche zuvor. Der nachfolgende Maikontrakt 2019 wurde am Freitag nur noch mit 185,50 Euro notiert und damit schon weit unter der 190-Euro-Marke. Für die neue Ernte 2019 (September) lagen die Weizenpreise nur noch bei 175 Euro.

Am deutschen Kassamarkt sind die Preise ebenfalls zurückgegangen. Jedoch waren die Korrekturen weiterhin nicht so kräftig wie am Terminmarkt. Am Freitag wurde Brotweizen am Exporthafen Hamburg noch mit 197 Euro notiert. Das waren 6 Euro weniger als vor einer Woche, jedoch noch 6 Euro mehr als am Terminmarkt.

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz Rouen meldete man für den dort angelieferten Brotweizen am Freitag jedoch nur noch Preise von 184 Euro/t. Das waren nochmals 4 Euro weniger als in der Woche zuvor und 7 Euro weniger als am Terminmarkt.

Am heutigen Montag beginnen die Weizenpreise den Handel an der MATIF im Plus. Der auslaufende Märztermin 2019 wird zum Handelsbeginn mit 192,25 Euro notiert und damit 1,25 Euro höher als am Vortag.

Maispreise folgen Weizen nach unten

Auch die europäischen Maispreise haben weiter nachgegeben. In den USA stand der Mais in der vorigen Woche ebenfalls unter Druck. Der auslaufende Märzkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Freitag nur noch bei 157,50 Euro. Das waren gut 14 Euro weniger als vor einer Woche. Allerdings hatte der sehr starke Preissturz für den auslaufenden vorderen Termin wohl hauptsächlich technische Gründe.

Der nachfolgende Junitermin 2019 beschloss den Handel am Freitag bei 168,50 Euro. Das war ein Wochenminus von  knapp 6 Euro. Für die neue Ernte 2019 (November) gaben die Kurse ebenfalls auf 168,50 Euro/t nach.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais zur Auslieferung im März zuletzt mit 179 Euro notiert. Für die Auslieferung im April lagen die Preisforderungen bei 180 Euro. Für die nächsten Ernte (Oktober) liegen die Preisforderungen bei 173 Euro.

Am heutigen Montag beginnen die vorderen Maispreise den Handel an der MATIF leicht im Plus. Der neue Frontmonat Juni wird mit 169 Euro notiert.

Rapspreise fallen und fallen

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Die Rapsreise sind den niedrigsten Stand seit April 2018 gefallen. Der Maikontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Freitag nur noch bei 355,50 Euro/t. Im Vergleich zum Vortag war dies ein Rückgang von 2,75 Euro. Die Vorwochenpreise wurden um 5,75 Euro verfehlt. Für die neue Ernte 2019 (August) lagen die Kontraktpreise am Freitag bei 357,50 Euro und damit 2 Euro höher als die vorderen Preise.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde Raps am Freitag mit 359 Euro notiert. In Mannheim lagen die Kurse bei 364 Euro und am Mittelandkanal bei 358 Euro.

Am heutigen Montag beginnen die Rapspreise den Handel an der MATIF erneut schwächer. Der Maitermin wird zunächst mit 354,25 Euro notiert und damit nochmals 1,25 Euro niedriger.

Futtergerste im freien Fall

Die Preise für Futtergerste sind weiter kräftig gefallen. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisangebote am Freitag nur noch bei 172 Euro/t. Das waren 12 Euro weniger als in der Vorwoche und 31,50 Euro weniger als Anfang Februar als die Gerste noch für 203,50 Euro gehandelt wurde.

Futterweizen notierte in Hamburg am Freitag bei 195 Euro. Das waren immerhin 23 Euro/t höhere Preise als für als Gerste. In Südoldenburg wurden für Futterweizen zur Anlieferung im März am Freitag noch 200 Euro/t geboten.

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