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Börsentelegramm

Knappes Angebot treibt Weizenpreis auf 3-Jahreshoch

am Freitag, 20.07.2018 - 14:45 (Jetzt kommentieren)

Am Donnerstag kletterten die europäischen Weizenpreise auf ein neues Jahreshoch. Am Freitag Mittgag erreichen die Kurse im laufenden Handel sogar den höchsten Stand seit 3 Jahren.

Ernte 2018

Auch die Maispreise legten auf den höchsten Stand seit Ende Mai zu. Beim Raps blieben die vorderen Kurse stabil und die hinteren Termine zogen an.

Hintergrund für den Preisanstieg ist die das sehr kleine Angebot am Kassamarkt. Händler, Verarbeiter und Exporteure suchen händeringend Ware. Aus der Landwirtschaft kommen jedoch fast keine Angebote.

Zum einen wird ein Teil der kleinen Ernte zur Futterversorgung  der Tierbestände benötigt und eingelagert oder direkt an die tierhaltenden Nachbarbetriebe verkauft. Zum anderen wird, soweit es möglich ist, Getreide eingelagert, denn die angespannte Versorgungslage lässt weiter steigende Preise erwarten. Auch an den europäischen Exporthäfen in Deutschland und Frankreich sind die Preise für Weizen und Gerste gestiegen, denn die Exporteure finden nicht genügend Ware. 

Gestützt wird der Markt auch durch die Wetterentwicklung in den USA. Dort sorgt eine extreme Hitzewelle im Mittelwesten und im Süden des Landes bei den Mais- und Sojapflanzen für erheblichen Stress. Das USDA hat deshalb bereits das letzte Crop-Monitoring für Mais und Soja nach unten korrigiert. 

Die Rohölpreise (WTI) sind am Donnerstag um 1 % auf 69,46 USD je Barrel gestiegen. Der Euro verliert den vierten Tag in Folge. Er gibt um 0,2 % auf 1,1635 USD nach und rutscht am Freitag weiter nach unten.

Weizenpreise auf neuem Jahreshoch

MATIF weizen

Die europäischen Weizenpreise sind am Donnerstag am Terminmarkt nach oben geklettert. Dabei erreichten die Kurse den höchsten Stand seit einem Jahr. Am Freitag Mittag steigen die Kurse im laufenden Handel sogar auf den höchsten Stand seit 3 Jahren.

Ursache sind die schwachen Ergebnisse aus der laufenden Ernte und die sehr knappe Versorgung am physischen Markt. Am Kassamarkt hatten sich die nominellen Preise am Donnerstag nicht verändert. Am Freitag dürften die Angebotspreise jedoch ebenfalls weiter zulegen.

Der vordere Septembertermin für den Matif-Weizen beendete den Handel am Donnerstag bei 188 Euro/t und damit 2 Euro höher als am Vortag. Damit haben die vorderen Weizenpreise ein neues Jahreshoch erreicht. Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde mit 189,25 Euro/t notiert. Das war ein Plus von 1,50 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde der Brotweizen am Donnerstag mit 187 Euro/t bewertet, unverändert zum Vortag. Am heutigen Freitag dürften die Preise weiter zulegen.

Der wichtigste französische Handelsplatz Rouen meldete am Donnerstag für Brotweizen Preise von 188 Euro/t.

Am heutigen Freitag legen die Weizenkurse an der Matif zum Handelsbeginn weiter zu. Auch die Kurse in den USA starten fester. Gegen Mittag erreichen die Notierungen den höchsten Stand seit drei Jahren. Der Septembertermin notiert bei 190,75 Euro/t  und damit 2,75 Euro höher als am Vortag. Der Dezemberweizen wird mit 192,25 Euro/t gehandelt. Das ist ein Plus von 3,0 Euro.

Europäische Maispreise klettern weiter

MATIF Mais

Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Ende Mai geklettert. In den USA haben die Kurse wegen der extremen Hitzewelle im Mittleren Westen ebenfalls kräftig zugelegt. In Deutschland drückt die Dürre die Produktionserwartungen weiter nach unten.

An der Matif notierte der vordere Augustkontrakt am Donnerstag bei 172,50 Euro/t Mais und damit 1,25 Euro höher als am Vortag. Die neue Ernte (November) beschloss den Handel bei 175,50 Euro/t. Fas ist ein Plus von 1,25 Euro/t.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais in dieser Woche mit 186,50 Euro/t bewertet. Die Preisvorstellungen für Mais der neuen Ernte lagen bei 182 Euro/t.

Den Freitag beginnen die Maiskurse an der Pariser Terminbörse deutlich im Plus. Der Augusttermin wird gegen Mittag mit 175 Euro/t notiert. Das ist ein Aufschlag von 2,50 Euro. Die neue Ernte (November) wird zu 177,25 Euro/t gehandelt, ein Plus von 1,75 Euro.

Raps ebenfalls fester

Matif Raps

Der Raps hat sich am Donnerstag an der Matif für den vorderen Termin behauptet und ist  für die nachfolgenden Termine gestiegen. Die Sojapreise haben am Donnerstag kräftig zugelegt. Die sehr schlechten Erntedaten aus Deutschland und Frankreich treiben die Entwicklung am Kassamarkt an.

An der Matif beendete der Augustkontrakt den Handel am Donnerstag unverändert bei 360,50 Euro/t Raps. Der nachfolgende Novemberraps wurde mit 368 Euro/t gefixt. Das war ein Plus von 1 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg werden für Raps am Donnerstag 363 Euro/t geboten. Das bedeutete einen Aufschlag von 1 Euro. Für die Anlieferung im September lagen die Angebotspreise bei 365 Euro/t und damit ebenfalls 1 Euro höher als am Vortag.

Am heutigen Freitag beginnt der Raps den Handel an der Matif ruhig. Die Kurse gehen seitwärts. Die neue Ernte (August) wird zunächst mit 360 Euro/t notiert und damit 0,50 Euro im Minus. Der Novemberraps wird mit 368,25 Euro/t gehandelt. Da ist ein Aufschlag von 0,25 Euro.

Futtergerste im Norden so teuer wie Weizen

Sehr knapp und teuer bleibt weiterhin Futtergerste. Am Hamburger Hafen liegen die Angebote aktuell bei 185 Euro/t. Seit Ende Juni sind die Preise um 15 Euro gestiegen. Für Anlieferung im September werden derzeit 187 Euro/t geboten.

An den ostdeutschen Handelsplätzen liegen die Angebote für Futtergerste der neuen Ernte hingegen nur zwischen 155 und 160 Euro/t.

Futterweizen notiert in Hamburg ebenfalls bei 185 Euro/t und damit auf dem gleichen Niveau wie Gerste. Seit Ende Juni sind die Kurse um 12 Euro gestiegen. Für die Anlieferung im September werden für Futterweizen 187 Euro/t geboten.

An den ostdeutschen Handelsplätzen liegen die Preisvorstellungen für Futterweizen der neuen Ernte derzeit zwischen 165 und 170 Euro/t.

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