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Börsentelegramm

Kursexplosion an den Börsen

Weizen Börse
am Donnerstag, 26.07.2018 - 09:35 (Jetzt kommentieren)

Am gestrigen Handelstag ging es richtig zur Sache: In Paris stieg der Frontmonat für den Weizen mühelos über die 200er-Marke. In den USA war der Nachholbedarf mit einem Zugewinn von knapp 6 % noch deutlich höher. Der Mais zog mit. Auch der Raps konnte deutlich zulegen, während der Sojakomplex noch nicht von der gestern Abend erzielten Übereinkunft im Handelsstreit EU/USA profitieren konnte. Heute Morgen signalisiert der elektronische Handel mit durchweg deutlich grünen Vorzeichen eine Fortsetzung der Rallye. Insbesondere der Sojakomplex profitiert von den Absprachen zwischen Juncker und Trump.

Weizen startet durch

Der Weizenhandel an der Pariser Terminbörse Matif nahm gestern richtig Fahrt auf. Mit einem Plus von 2,6 % settelte der  Septemberkontrakt bei 200,50 Euro/t. Dieses Kursniveau hat der Frontmonat zuletzt vor drei Jahren gesehen. Die in vielen wichtigen Erzeugerländern schlecht laufende Ernte scheint damit zunehmend bei den Börsianern anzukommen. Die Analysten von Strategie Grains reduzierten gestern ihre Schätzung für Deutschland um 2,1 Mio. t auf 20,7 Mio. t. Für die EU prognostizieren die Experten lediglich noch 130 Mio. t, nachdem ihre vorherige Prognose noch bei 132,4 Mio. t lag.

In den USA war der Nachholbedarf noch deutlich größer. Mit einem Plus von 5,9 % auf 5,4275 USD/bu kratzten die Gewinne im Frontmonat September am Limit Up, dem höchstmöglichen Tagesgewinn. Haupttreiber waren neben den globalen Ausfällen erste Ergebnisse der Erntebereisung, in der die Sommerweizen-Erträge für das südliche North Dakota bekanntgegeben wurden. Die Fachleute schätzten mit 38,8 bu deutlich weniger als die erwarteten 44,8 bu/acres und lagen damit nur um 1 bu über dem schwachen Vorjahr. Das überraschte insbesondere, da das US-Landwirtschaftsministerium USDA in der jüngsten Einschätzung rund 80 % der Bestände in die Kategorie gut bis sehr gut eingestuft hatte.

Der Weizenkurs in den USA bewegt sich mit dem jüngsten Kursanstieg ebenfalls auf dem Niveau der Höchststände der letzten drei Jahre.

Mais zieht mit

Der Mais ließ sich von den strammen Gewinnen beim Weizen mitziehen. Der Matif-Mais stieg den siebten Handelstag in Folge und settelte mit einem Plus von 2,2 % auf 186 Euro/t.

In den USA lagen die Gewinne mit einer Zulage von 2,1 % auf 3,5925 USD/bu auf ähnlichem Niveau. Zusätzlich bullisch wirkten in Chicago hohe Ethanolproduktionsdaten bei gleichzeitig niedrigeren Beständen.

Soja dürfte von Juncker-Trump-Deal profitieren

Der Sojakomplex zeigte sich gestern zwar ebenfalls freundlich, schaffte aber nur eine kleine Zulage. Die Septemberbohne settelte bei Börsenschluss um 0,3 % höher bei 8,6075 USD/bu.

Das Sojaöl, wie auch das Schrot konnten ebenfalls etwas zulegen.

Die kurzfristige Einigung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit US-Präsident Donald Trump über Handelserleichterungen auch im Agrarsektor kam für die Kursentwicklung bis zum Börsenschluss zu spät. Nachbörslich verzeichnete der elektronische Handel einen kräftigen Kurssprung von knapp 2 % bis zum Morgen, denn die Händler erhoffen sich einen deutlich höheren Sojaabsatz in Richtung EU.

Raps fährt ordentlich Kursgewinn ein

Auch der Raps verzeichnete gestern nach den orientierungslosen Vortagen ordentliche Gewinne. Der Augustkontrakt stand am Ende des Tages an der Matif um 1,5 % höher bei 366 Euro/t. Auch hier kommen offensichtlich zunehmend die Ertragsausfälle in Europa und den Nachbarländern in den Fokus. Mittlerweile wird von Deutschland nur noch die kleinste Rapsernte seit 10 Jahren erwartet. Europaweit werden die Ausfälle mit 10 bis 40 % bei geringen Ölgehalten beziffert. Genauere Zahlen sind erst nach Abschluss der Ernte zu erwarten.

Kanadischer Canola war gestern mit einem kleinen Rückgang von 0,1 % auf 489,50 CAD/t schwach gestimmt.

Das Palmöl in Malaysia schaltete bis zum Ende des Tages nach den schwachen Vortagen mit einer moderaten Zulage in den positiven Bereich.

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