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Börsentelegramm

Preisrallye bei Getreide nach G20-Gipfel

am Montag, 03.12.2018 - 11:55

Ende der vorigen Woche gab es an den Getreide- und Ölsaatenmärkten eine Preisrallye.

Diese Preisrallye setzt sich zunächst im vorbörslichen Handel am Montag fort und dürfte auch in Europa für steigende Getreidepreise sorgen. Auslöser für den Preissprung sind die Vereinbarungen zwischen den USA und China auf dem G20-Gipfel in Argentinien.

Von dort wurde gemeldet, dass China sich bereit erkläre, "einen nicht vereinbarten, aber sehr erheblichen Anteil an landwirtschaftlichen, Energie-, Industrie- und anderen Produkten aus den USA zu kaufen, um das Handelsungleichgewicht zwischen unseren beiden Ländern zu verringern".

Beide Seiten verpflichteten sich außerdem, "unverzüglich Verhandlungen über strukturelle Veränderungen in Bezug auf Technologietransfer, Schutz des geistigen Eigentums, nichttarifäre Handelshemmnisse, Eindringlinge in das Internet und Cyber-Diebstahl" aufzunehmen, so das Weiße Haus.

Das Weiße Haus berichtete außerdem dass, die US-Zölle für chinesische Waren die nächsten 90 Tage unverändert bleiben. "Wenn die Parteien nach Ablauf dieser Frist keine Einigung erzielen können, werden die 10-Prozent-Zölle jedoch auf 25 Prozent angehoben."

Außerdem kündigte US-Präsident Donald Trump an, er werde das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta in Kürze formell beenden. Trump will den Parlamenten sechs Monate Zeit geben, um ein neues Handelsabkommen zu genehmigen. Dies hatte er am Freitag mit seinen mexikanischen und kanadischen Partnern vereinbart. Andernfalls würden die Handelsregeln von 1994, vor dem Inkrafttreten von Nafta wieder aufgenommen.

Weizen wieder über 200-Euro-Marke

Weizenpreise

Die Weizenpreise haben sich am Ende der vorigen Woche am Terminmarkt erholt.  Auslöser war die Preisralle in den USA nach dem G20-Gipfel in Argentinien. In den USA hatten die Weizenkurse bereits am Freitag einen kräftigen Sprung gemacht. Im vorbörslichen Handel am Montag geht es weiter deutlich nach oben. Unterstützung erhielt der europäische Weizen zuletzt vom schwachen Euro.

Der vordere Dezembertermin für MATIF-Weizen beendete den Handel am Freitag bei 201,25 Euro/t. Das war ein Aufschlag von 2,25 Euro zum Vortag. Im Vergleich zur Vorwoche lag das Plus bei 2 Euro. Der nachfolgende Märzkontrakt 2019 wurde mit 202,50 Euro notiert. Für die nächste Ernte 2019 (September) liegen die Kontraktpreise derzeit bei 188 Euro.

Am deutschen Kassamarkt haben sich die (nominellen) Preise im Wochenvergleich kaum verändert. Am Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Freitag mit 203 Euro notiert. Das sind die gleichen Preise wie in der Woche zuvor.

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz Rouen meldete man am vorigen Freitag für den dort angelieferten Brotweizen Notierungen von 197 Euro/t. Das war 1 Euro weniger als in der Vorwoche.

Ukraine drückt auf die Maispreise

Maispreise

Die Maispreise haben in der vorigen Woche am Terminmarkt leicht nachgegeben. In den USA haben die Kurse am vorigen Freitag hingegen zugelegt. Das dürfte in der neuen Woche auch die europäischen Märkte stützen.

Preisdruck kommt jedoch unverändert aus der Ukraine. Von dort fließt eine Rekordernte zu günstigen Kursen nach Europa und auf den Weltmarkt und setzt damit hierzulande die Notierungen unter Druck.

Der vordere Januarkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Freitag bei 172,75 Euro/t. Das waren 0,25 Euro weniger als am Vortag und 1,25 Euro weniger als eine Woche zuvor. Der nachfolgende Märztermin 2019 beschloss den Handel am Freitag bei 175,25 Euro. Das war ein Minus von 1,25 Euro zur Vorwoche. Für die nächste Ernte 2019 (November) liegen die Kontraktpreise derzeit bei 171,75 Euro.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais zur Auslieferung im Dezember mit 180 Euro notiert und damit 1 Euro höher als eine Woche zuvor.

Raps folgt Soja nach oben

Rapspreise

Die Rapsreise haben sich in der vorigen Woche etwas erholt. Grund war der Anstieg der Sojapreise und  die festen Kurse für Palmöl. Insbesondere der Markt für Sojabohnen könnte von einer Handelsvereinbarung der USA mit China profitieren und für steigende Soja- und auch Rapspreise sorgen. Das war jedenfalls der Grund für die kräftigen Preisaufschläge bei Sojabohnen am Freitag und im vorbörslichen Handel am Montag.

Der Februarkontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am vorigen Freitag bei 370,50 Euro/t. Das waren 1 Euro höhere Kurse als am Vortag. Im Vergleich zur Vorwoche war dies ein Aufschlag von 0,50 Euro. Der nachfolgende Maitermin wurde mit 371,50 Euro im Wochenvergleich unverändert notiert. Für die nächste Ernte 2019 (August) liegen die Kontraktpreise derzeit nur bei 368,25 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde Raps am vorigen Freitag zu 370 Euro gehandelt. In Mannheim lagen die Kurse bei 375 Euro und am Mittelandkanal bei 369 Euro. Das waren etwa 1 Euro höhere Preise als in der Vorwoche.

Futtergerste und Futterweizen gestiegen

Nach oben ging es in der vorigen Woche mit den (nominellen) Preisen für Futtergerste. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisangebote am Freitag bei 205 Euro/t. Das waren 2 Euro mehr als in der Woche zuvor. Für die Anlieferung im Januar wurden ebenfalls 205 Euro geboten.

Futterweizen notierte in Hamburg am Freitag bei 201 Euro und damit 10 Euro höher als in der Woche zuvor und 4 Euro billiger als Gerste. In Südoldenburg wurden für Futterweizen zur Anlieferung im Dezember 213 Euro geboten. Das waren 2 Euro weniger wie vor einer Woche.