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Börsentelegramm

Preissturz an den Terminmärkten

am Dienstag, 19.06.2018 - 11:48 (Jetzt kommentieren)

Am Terminmarkt in den USA findet ein regelrechter Ausverkauf statt. Die Kurse für Weizen, Sojabohnen und Mais befinden sich im freien Fall.

Im vorbörslichen Handel stürzen die Kurse in den USA weiter ab und fallen auf neue Tiefstände. Der drastische Kurssturz zieht auch die Getreide und Ölsaatenpreise in Europa nach unten. 

Auslöser für den dramatischen Kurssturz sind zum einen die  Einführung von Importzöllen auf Sojabohnen und andere Agrarprodukte aus den USA durch China.

Hier werden von den Akteuren erhebliche Absatzprobleme und Markturbulenzen befürchtet, denn China ist der wichtigste Abnehmer von Sojabohnen und anderen Agrarprodukten aus den USA.

Sehr hohe Ertragsprognosen im Mittelwesten

Hinzu kommen die außergewöhnlich guten Wachstumsbedingungen für Mais und Sojabohnen im Mittelwesten der USA sowie für Sommerweizen im Norden des Landes.

Sowohl für Mais und Sojabohnen als auch für Sommerweizen liegen die Ergebnisse des aktuellen Crop-Monitorings weit über den bereits guten Daten aus dem vorigen Jahr. Damals wurden bei Mais und Soja bereits Rekorderträge erzielt. Das CROP-Monitoring des Sommerweizens hat sich diese Woche noch einmal deutlich verbessert. 

Außerdem wird im Mittelwesten und Norden in der aktuellen Woche erneut reichlich Niederschlag erwartet. Erstmals seit langem soll es außerdem auch in den südlichen Weizenanbaugebieten (Kansas, Nebraska, Texas) regnen.

Allerding ist die Ernte bei Winterweizen im Süden der USA schon in vollem Gange. Im wichtigsten Anbaustaat Kansas sind bei schwachen Erträgen und sehr guten Qualitäten bereits 23 % der Flächen abgeerntet. In Texas beträgt der Erntefortschritt 65 %, in Oklahoma 73 % und in Nebraska 53 %.

Ausverkauf in Chicago

Soja CBOT

Der Chicago-Weizen verlor für den vorderen Julikontrakt am Montag 2,0 % und der September ging mit einem Abschlag von 2,4 % aus dem Handel.  Der proteinreiche Kansas-Weizen verlor am Montag für den vorderen Julitermin sogar 3,9 % und für den September 3,6%.

Die Kurse für den Sommer-Weizen in Minneapolis gingen um 1,2 %  bzw. für den September um 1,5 % zurück. Am heutigen Dienstag geht der Kursrutsch im vorbörslichen Handel mit vollem Tempo weiter und die Kurse testen neue Tiefstände.

Ebenfalls sehr kräftig waren die Preisabschläge für Mais. Hier ging es am Montag  für den Julikontrakt um 1,9 und den September um 1,7 % nach unten. Auch beim Mais fallen die Preise am Dienstag im vorbörslichen Handel immer weiter.

Am besten konnten sich am Montag die Preise für Sojabohnen behaupten. Hier hatte es jedoch schon am Freitag sehr heftige Abschläge und den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren gegeben. Die US-Sojabohnen notierten deshalb am Montag 0,2 % im Plus. Die Kurse für Sojaschrot gaben jedoch um 1,2 % nach. Für Sojaöl ging es leicht um 0,2 % nach oben.

Am heutigen Dienstag stürzen die Sojakurse weiter ab und fallen weit unter die magische 900-Cent–Buschel-Marke und damit auf das niedrigste Niveau seit Februar 2016.

MATIF-Weizen geht weiter nach unten

Matif Weizen

Die europäischen Weizenpreise sind am Montag kräftig gefallen. Auch am heutigen Dienstag geht weiter nach unten. Trotz der weiter nach unten korrigierten Ernteaussichten in Europa, befinden sich Weizenpreise auf dem niedrigsten Stand seit April.

In nur einer Woche sind die Weizenpreise um 10 Euro/t (!!!) gefallen. Ursache für den Preisrutsch sind die abstürzenden Preise in Übersee.

Der vordere Septembertermin wurde am Montag mit 174,50 Euro gehandelt und damit 3,0 Euro niedriger als am Vortag.

Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde mit 178,75 Euro notiert und damit ebenfalls 3,0 Euro niedriger als am Vortag. Der Märzkontrakt 2019 beendete den Handel bei 181,50 Euro/t und damit 2,75 Euro im Minus.

Am heutigen Dienstag stehen die europäischen Weizenpreise weiter unter Druck. Der vordere Septembertermin wird zum Handelsbeginn nur noch mit 172,75 Euro gehandelt und damit nochmals 1,75 Euro niedriger. Der nachfolgende Dezember notiert bei 177 Euro und damit ebenfalls 1,75 Euro im Minus.

Maispreise mit kräftigen Verlusten

Matif Mais

Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Montag ebenfalls sehr kräftig zurückgegangen. Der vordere Augusttermin notierte auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2018. Am Dienstag geht es vor allem für den hinteren Matif-Mais weiter nach unten.

Der vordere Augustkontrakt notierte am Montag nur noch bei 162,75 Euro und damit 2,50 Euro niedriger als am Vortag.

Die neue Ernte 2018 (November) beendete den Handel am Montag bei 165,50 Euro. Damit sind die Preise zum Vortag um 2,50 Euro gefallen. Der nachfolgende Januartermin 2019 wurde mit 171 Euro gehandelt und damit 0,50 Euro niedriger als am Vortag.

Am heutigen Dienstag beginnen die vorderen Maispreise den Handel zunächst knapp behauptet und die hinteren Termine geben etwas stärker nach. Der vordere Augusttermin wird mit 162,50 Euro notiert und 0,25 Euro im Minus. Die neue Ernte (November) handelt man mit 165 Euro je t und damit 0,50 Euro im Minus.

Soja setzt Rapspreise erneut unter Druck

Matif Raps

Die Rapspreise haben sich am Montag behauptet. Am Dienstag bewegen sich die Kurse zum Handelsbeginn jedoch deutlich nach unten. Grund ist der anhaltende Preissturz beim Sojakomplex. Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte am Montag bei 348,75 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag.

Der nachfolgende Novemberkontrakt wurde mit 357,25 Euro notiert und damit unverändert. Den Februarkontrakt 2019 handelte man mit 361,50 Euro und damit 0,25 Euro im Plus.

Am heutigen Dienstag geben die Rapspreise zum Handelsbeginn deutlich nach. Grund sind die erneut fallenden Sojapreise. Die neue Ernte (August) wird  zum Handelsstart nur noch mit 345,75 Euro notiert und damit 3,0 Euro im Minus. Der Novembertermin wird mit 353,50 Euro gehandelt. Da ist ein sehr kräftiger Abschlag von 3,75 Euro zum Vortag.

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