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Börsentelegramm

Preissturz bei Weizen geht weiter

Ähren und Preiskurve
am
11.03.2019

Die Weizenpreise fallen und fallen. Damit ziehen sie die übrigen Getreidepreise mit nach unten. Gerste ist noch stärker abgestürzt als der Weizen.

Raps konnte sich im Wochenverlauf hingegen wieder etwas erholen. Am deutschen Kassamarkt folgen die Getreidepreise den negativen Vorgaben vom Terminmarkt. Vor allem Frankreich gibt am physischen Markt derzeit die Richtung vor. Dort haben die Weizenpreise seit Anfang Februar mehr als 20 Euro/t verloren und sind auf den niedrigsten Stand seit Juli vorigen Jahres gefallen.

Zwar laufen die französischen Exporte jetzt besser. Der Druck auf die europäischen und deutschen Getreidepreise ist jedoch hoch. Wird der Preisabstand zu unseren französischen Nachbarn zu groß, könnte auch schnell mehr Ware auf den deutschen Markt fließen. Mittlerweile liegen die Exportpreise der Franzosen deutlich unter den der Russen – obwohl es dort zuletzt ebenfalls nach unten ging.

Auch in den USA ist der Weizen weiter abgestürzt. Die fob-Preise (SRW) sind an den US-Export-Häfen sogar niedriger als in Frankreich. Allein in der vorigen Woche hat der US-Weizen knapp 5 Prozent verloren und ist auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr gefallen.

Weltmarktpreise stehen weiter unter Druck

Am Schwarzen Meer sind die Weizenpreise ebenfalls weiter gefallen. Dennoch sind die fob-Preise für Weizen aus Russland mit derzeit 232 USD/t noch 14 USD höher als die aktuellen Exportpreise Frankreichs. Auch Gerste wird an Exporthäfen in Frankreich mit 194 USD/t immerhin 19 USD billiger verladen als in Russland mit 213 USD.

An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostet der Weizen (SRW) derzeit nur 208 USD/t und damit noch weniger als in Frankreich. Allerdings sind die Frachtkosten vom US-Golf nach Nordafrika und in den Nahen Osten wesentlich höher als vom Schwarzen Meer oder aus Frankreich. 

Raps wird an den ukrainischen Exporthäfen derzeit für 400 USD verladen. Das sind 12 USD je t weniger als am wichtigsten Handelsplatz in Frankreich. Der Euro hat zuletzt weiter nachgegeben. Am Freitag notierte die europäische Währung nur noch bei 1,125 USD. Damit werden europäische Exporte (Weizen, Gerste) noch  günstiger und die Importe (Mais und Raps) teurer.

Weizenpreise fallen und fallen

weizenpreise

Die Weizenpreise sind in der vorigen Woche weiter kräftig gefallen. Am Freitag fielen die Kurse auf den tiefsten Stand seit Juni 2018. Der auslaufende Märztermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel nur noch bei 185,25 Euro. Das waren nochmals 5,25 Euro weniger als in der Woche zuvor. Der nachfolgende Maikontrakt 2019 wurde am Freitag nur noch mit 183,75 Euro notiert und damit unter der 185-Euro-Marke. Für die neue Ernte 2019 (September) lagen die Weizenpreise bei knapp 175 Euro.

Am deutschen Kassamarkt sind die Preise ebenfalls weiter gefallen. Der Abstand zum Terminmarkt ist jedoch noch immer ziemlich groß. Am Freitag wurde Brotweizen am Exporthafen Hamburg noch mit 195 Euro notiert. Das waren 2 Euro weniger als vor einer Woche und gleichzeitig 10 Euro mehr als am Terminmarkt.

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz Rouen meldete man für den dort angelieferten Brotweizen am Freitag jedoch nur noch Preise von 180 Euro/t. Das waren nochmals 4 Euro weniger als in der Woche zuvor 5 Euro weniger als am Terminmarkt.

Am heutigen Montag beginnen die Weizenpreise den Handel an der MATIF erneut im Minus. Der neue Frontmonat Mai wird zum Handelsbeginn mit 183,25 Euro notiert und damit 0,50 Euro niedriger als am Freitag.

Maispreise geben leicht nach

Die europäischen Maispreise haben leicht nachgegeben. In den USA ging es für den Mais in der vorigen Woche ebenfalls nach unten. Der neue Frontmonat Juni für den MATIF-Mais notierte am Freitag nur noch bei 168,25 Euro. Das waren knapp 2 Euro weniger als vor einer Woche.

Der nachfolgende Augusttermin 2019 beschloss den Handel am Freitag bei 172 Euro. Das war ein Wochenminus 1 Euro. Für die neue Ernte 2019 (November) konnten sich die Kurse bei 168,50 Euro/t behaupten.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais zur Auslieferung im März zuletzt mit 178 Euro notiert. Für die Auslieferung im April lagen die Preisforderungen bei 179 Euro. Für die nächste Ernte (Oktober) bewegen sich die Preisvorstellungen derzeit bei 172,50 Euro.

Am heutigen Montag beginnen die vorderen Maispreise den Handel an der MATIF 0,50 Euro im Plus. Der neue Frontmonat Juni wird mit 169 Euro notiert.

Rapspreise etwas erholt erholt

Die Rapsreise haben sich im Verlauf der vorigen Woche erholt. Der Maikontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Freitag bei 358,25 Euro/t. Die Vorwochenpreise wurden damit um 2,75 Euro übertroffen. Der Tiefpunkt vom vorigen Montag wurde sogar um 6,75 Euro überboten.

Für die neue Ernte 2019 (August) lagen die Kontraktpreise am Freitag bei 359 Euro und damit 0,75 Euro höher als die vorderen Preise. Am Kassamarkt in Hamburg wurde Raps am Freitag mit 359 Euro notiert. In Mannheim lagen die Kurse bei 364 Euro und am Mittelandkanal bei 358 Euro. Das sind die gleichen Preise wie am Freitag zuvor.

Am heutigen Montag beginnen die Rapspreise den Handel an der MATIF jedoch wieder schwächer. Der Maitermin wird zunächst mit 357,25 Euro notiert und damit 0,25 Euro niedriger.

Futtergerste weiterhin viel billiger als Weizen

Die Preise für Futtergerste haben sich zuletzt leicht erholt. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisangebote am Freitag nur noch bei 175 Euro/t. Das waren 2 Euro mehr als in der Vorwoche, jedoch 28,50 Euro weniger als Anfang Februar als die Gerste noch für 203,50 Euro gehandelt wurde.

Futterweizen notierte in Hamburg am Freitag bei 193 Euro und damit 2 Euro niedriger als in der Vorwoche. Gleichzeitig waren dies 18 Euro höhere Preise als für Gerste. In Südoldenburg wurden für Futterweizen zur Anlieferung im März am Freitag noch 198 Euro geboten und damit 2 Euro billiger als vor einer Woche.

 

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