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Börsentelegramm

Russland sorgt für steigende Getreidepreise

am Donnerstag, 30.08.2018 - 14:48 (Jetzt kommentieren)

Am Mittwoch sind die Getreidepreise in Europa und am Weltmarkt kräftig gestiegen. Auch am heutigen Donnerstag geht es im laufenden Handel zunächst einmal weiter nach oben.

Dieser kräftige Preissprung an den Terminmärkten sorgte auch für steigende Preise am Kassamarkt. Die Ursache für die etwas überraschende Preisrallye sind erneute Gerüchte über die Einführung von Exportzöllen durch Russland.

Offenbar sorgen die deutlich kleinere Ernte beim weltweit größten Weizenexporteur sowie ein starker Beginn der russischen Ausfuhren im neuen Wirtschaftsjahr für Bedenken bei den russischen Behörden.

Analysten erwarten vor dem Hintergrund der kleinen Ernte deshalb die Einführung von Exportzöllen ab einer Ausfuhrgröße von etwa 25 Mio. t Weizen.

Moskau will sich am Montag äußern

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Im vorigen Wirtschaftsjahr haben die Russen bei einer Rekordernte von 85 Mio. t die Rekordmenge von 42 Mio. t Weizen exportiert.  Für die neue Saison erwarte das USDA bei einer Weizenernte von 68 Mio. t Ausfuhren von 35 Mio. t.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete in diesem Zusammenhang, dass sich das russische Landwirtschaftsministerium offenbar am kommenden Montag näher zu diesem Sachverhalt äußern will.

Die Erwartungen an eine deutliche Drosselung der russischen Ausfuhren sorgte jedenfalls für eine kräftige Preisrallye beim Weizen. Dieser Anstieg zog die übrigen Getreidepreise mit nach oben.

Die aktuellen Meldungen vom Landwirtschaftsministerium des europäischen Top-Exporteurs Rumänien über eine sehr gute Weizenernte von 10,2 Mio. t im Vergleich zu 9,9 Mio. t im Vorjahr, konnte die Stimmung nicht trüben.

Der Euro ist am Mittwoch um 0,1 % auf 1,1715 USD gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Ende Juli. Die Rohölpreise (WTI) sind am Mittwoch um 1,4 % auf 69,51 USD je Barrel gestiegen. Das sind die höchsten Ölpreise seit Ende Juni.

Weizenpreise steigen wieder über 200 Euro

Taschenrechner vor Weizenlager

Die europäischen Weizenpreise sind am Mittwoch kräftig gestiegen und legen im laufenden Handel am Donnerstag weiter zu. Zudem hat der Weizen die 200-Euro-Marke wieder deutlich übersprungen.

Der vordere Septembertermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel am Mittwoch bei 202,75 Euro. Das waren 5,25 Euro mehr als am Vortag. Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde am Mittwoch mit 203,25 Euro notiert. Das war ein Plus von 5,0 Euro.

Am deutschen Kassamarkt haben die (nominellen) Preise am Mittwoch und am Donnerstag ebenfalls zugelegt. Am Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Donnerstag mit 210 Euro notiert und damit 3 Euro höher als zum Beginn der Woche. Für die Anlieferung im September lagen die Angebote bei 212 Euro und damit 9,25 Euro über den vorderen Terminmarktkursen (September).

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz in Rouen meldete man am Mittwoch für den dort angelieferten Brotweizen Preise von 202 Euro/t. Das waren 4 Euro/t mehr als zum Beginn der Woche.

Am heutigen Donnerstag steigen die Weizenpreise im laufenden Handel zunächst weiter. In den USA legen die Weizenpreise im vorbörlichen Handel ebenfalls weiter zu. Der Septembertermin wird an der MATIF am Donnerstag Nachmittag mit 204,25 Euro notiert und damit nochmals 1,50 Euro höher als am Vortag.

Maispreise erholen sich ebenfalls wieder

Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Mittwoch ebenfalls gestiegen. Im laufenden Handel am Donnerstag geht es weiter nach oben. In den USA beginnt der Mais den Handel am Montag ebenfalls im grünen Bereich.

Der vordere Novemberkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Mittwoch bei 182,75 Euro und damit 3,0 Euro höher als am Vortag. Der nachfolgende Januartermin beschloss den Handel bei 186 Euro. Das war ein Plus von 3,50 Euro/t.

Am Hamburger Hafen wird Importmais zum Septembertermin mit 218 Euro/t notiert. Die neuen Ernte (Oktober) kostete nur 186 Euro/t.  Die Maispreise in Südoldenburg wurden mit 203 Euro angegeben und damit 5 Euro höher als zum Beginn der Woche.

Am heutigen Donnerstag legen die Maispreise an der MATIF weiter zu. Die neue Ernte (November) wird im mit 183,50 Euro notiert. Das ist Plus von 0,75 Euro.

Rapspreise machen Boden gut

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Die Rapspreise haben Mittwoch an der MATIF nach sechs Tagen mit kräftigen Verlusten erstmals wieder zugelegt. Am Donnerstag geben die Kurse im laufenden Handel erneut leicht nach. Die Sojapreise legen im vorbörslichen Handel am Donnerstag allerdings zu und könnten auch den Raps-Markt noch drehen.

Der Novemberkontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Mittwoch bei 372,25 Euro/t. Das war nur ein Aufschlag von 2,0 Euro. Der nachfolgende Februartermin wurde mit 372 Euro notiert. Das waren 1,50 Euro höhere Preise.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde Raps am Mittwoch mit 380 Euro gehandelt und damit 2 Euro höher als am Vortag. Für die Anlieferung im September lagen die Angebotspreise bei 381 Euro.

Am heutigen Donnerstag geben die Rapspreise an der MATIF zunächst leicht nach. Der November wird mit 372,50 Euro notiert und damit 0,75 Euro im Minus.

Futtergerste und Futterweizen ebenfalls teurer

Nach oben ging es am Donnerstag auch mit den Preisen für Futtergerste. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisangebote noch bei 208,50 Euro/t. Das ist ein kräftiger Aufschlag zum Beginn der Woche von 5,0 Euro. Für die Anlieferung im September wurden ebenfalls 208,50 Euro geboten.

Futterweizen notierte in Hamburg am Donnerstag bei 208 Euro und damit 3,0 Euro mehr als zum Beginn der Woche und etwa so teuer wie Gerste. Für die Anlieferung im September wurden für Futterweizen 210 Euro geboten.

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