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Börsentelegramm

Schwache Erntedaten helfen dem Getreidepreis

Ähren und Preiskurve
am Montag, 16.07.2018 - 14:20 (Jetzt kommentieren)

Am Freitag sind die Weizenpreise in den USA und in Europa gestiegen. Grund waren die deutlich nach unten korrigierten Ernteschätzungen für Europa und Russland.

Bereits am Donnerstag hatte der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die deutsche Getreideernte auf den kleinsten Wert seit mindestens 10 Jahren geschätzt.

Die tatsächlich gedroschenen Mengen dürften aber in verschiedenen Regionen noch geringer ausfallen, da witterungsbedingt Flächen als Ganzpflanzensilage abgeerntet worden sind. Mangels verlässlicher Angaben können diese aber noch nicht quantifiziert werden.

Auch die europäischen Maispreise konnten sich am Freitag erholen, obwohl die Ernteschätzung für die USA kräftig nach oben korrigiert wurde und die US-Preise einbrachen. Für die Ukraine, den wichtigsten Lieferanten der EU, ließ das USDA die Maisernte trotz der Trockenheit unverändert hoch. Für die EU wurde die Maisernte sogar leicht nach oben geschätzt.

Die Rapspreise haben sich am Freitag leicht erholt bzw. behauptet, obgleich es für Sojabohnen kräftig nach unten ging. Auch bei Sojabohnen hat das USDA die US-Ernte kräftig angehoben. Der DRV hatte die deutsche Rapsernte hingegen extrem schwach auf den kleinsten Wert seit 1998 geschätzt.

Weizen: Kassapreise deutlich über Terminmarkt

Die europäischen Weizenpreise sind am Freitag kräftig gestiegen. Grund waren die bullischen Daten aus dem aktuellen USDA-Report, der die Weizenernten in Europa und Russland deutlich kleiner einschätzt. Der DRV erwartet die kleinste deutsche Weizenernte seit 2003.

Der vordere Septembertermin für den Matif-Weizen beendete den Handel am Freitag bei 183,50 Euro/t und damit 2 Euro höher als am Vortag. Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde mit 185,50 Euro notiert. Das war ein Plus von 2,25 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde der Brotweizen am Freitag mit 185 Euro/t gehandelt. Für die Anlieferung im September lagen die Preisangebote bei 188 Euro und damit 4,50 Euro über den Terminmarktkursen.

Am heutigen Montag geben die Weizenpreise an der Matif zum Handelsbeginn wieder nach. Grund ist der im vorbörslichen Handel erneut nach unten driftende US-Weizen. Der vordere Septembertermin wird in Paris mit 182,25 Euro notiert und damit 1,25 Euro niedriger als am Vortag. Der Dezemberweizen wird mit 184,25 Euro gehandelt. Das ist ebenfalls ein Minus von 1,25 Euro.

Europäische Maispreise halten sich

Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag leicht zugelegt. Dagegen sind die Maispreise in den USA in Folge der kräftig nach oben korrigierten US-Ernte gefallen.

Der vordere Augustkontrakt notierte am Freitag bei 169 Euro/t und damit 0,50 Euro höher als am Vortag. Die neue europäische Maisernte 2018 (November) beendete den Handel bei 171,50 Euro. Damit haben die Kurse um 1 Euro zugelegt.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais zuletzt mit 186 Euro notiert. Die Preisvorstellungen für den Mais der neuen Ernte lagen in Hamburg bei knapp 181 Euro. Die aktuellen Maispreise in Südoldenburg wurden mit 187 Euro angegeben.

In der neuen Woche beginnen die Maispreise den Handel an der Matif schwächer. Der Augusttermin wird im laufenden Handel mit 168,50 Euro geführt. Das ist ein Minus von 0,50 Euro. Die neue Ernte (November) wird mit 170,50 Euro/t gehandelt. Das ist ein Abschlag von 1 Euro.

Kleine Rapsernte stützt die Preise

Die Rapspreise sind am Freitag an der Pariser Terminbörse gestiegen, obgleich die Sojapreise gefallen sind. Grund dürfte die kräftig nach unten korrigierte deutsche Rapsernte sein. Diese schätzt der Raiffeisenverband mit nur noch 3,55 Mio. t auf den kleinsten Wert seit 1998.

Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte am Freitag an der Matif bei 359,75 Euro/t. Das war ein Plus von 1 Euro. Der nachfolgende Novemberraps wurde mit 363,25 Euro bewertet. Das war ein leichtes Minus von 0,25 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg kostet Raps am Freitag 363 Euro/t. Für die Anlieferung im September lagen die Angebote bei 358 Euro/t.

Am heutigen Montag geben die Terminmarktpreise leicht nach. Die neue Ernte (August) wird zunächst mit 359,50 Euro notiert und damit 0,25 Euro im Minus. Der Novembertermin wird mit 363,0 Euro gehandelt. Das ist ebenfalls ein Abschlag von 0,25 Euro.

Weitere Infomationen zur deutschen Getreideernte finden sie unter: Schlechteste Getreideernte seit vielen Jahren.

Eine Analyse der weltweiten Weizenernte lesen Sie unter:  Kleinere globale Weizenernte treibt Preise nach oben.

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