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Börsentelegramm

Weizen nimmt 200 Euro ins Visier

weizenernte
am Mittwoch, 25.07.2018 - 09:15 (Jetzt kommentieren)

Nach anfänglichem Schwächeln gelang den Weizenfutures an der Matif gestern doch noch ein ansehnlicher Gewinn. Der Mai-Kontrakt stand am Ende des Tages nur noch um 50 Cent vor der magischen 200-er-Marke. Auch der Mais legte in Paris weiter zu, während der Raps sich trotz bullischer Argumente nicht aus seiner Lethargie befreien kann. In den USA hatte gestern lediglich der Sojakomplex einen erfolgreichen Tag. Heute Morgen zeigen zumindest der Weizen wie auch der Mais grüne Vorzeichen im elektronischen Handel in Chicago.

Weizenrallye geht weiter

Die negativen Vorgaben aus den USA verleiteten auch die Händler an der Pariser Terminbörse Matif gestern, zunächst mal Gewinne mitzunehmen. Im Tagesverlauf rückte dann aber wieder die trockenheitsbedingt deutlich reduzierte Ernte in den Fokus.

Gestern kam aus der Ukraine eine um gut 3 Prozent auf knapp 25 Mio. t Weizen reduzierte Prognose. Auch die deutlich über den Matifnotierungen gezahlten Preise am Kassamarkt beeinflussen das Handeln der Akteure an der Börse. So werden zum Beispiel in Südoldenburg mit 208 Euro/t für Futterweizen deutliche Aufgelder geboten. Daraus lässt sich durchaus ablesen, dass die Ausfälle regional noch größer sind als in den jüngsten Schätzungen erwartet wurde. Am Ende des Tages stand für den Frontmonat September ein Plus von 1,3 % auf 195,50 Euro/t an der Anzeigetafel.

In den USA blieb der Weizen Dank der Gewinnmitnahmen in der Verlustzone stecken, auch wenn die Exporteure aufgrund der global deutlich reduzierten Versorgung durchaus Hoffnung für ihre hohe Lagerbestände haben. Der Septemberkontrakt gab den zweiten Tag in Folge nach und settelte mit einem Verlust von 0,7 % bei 5,1025 USD/t.

EU-Mais legt weiter zu

Im Maishandel zeigte sich das gleiche Bild wie beim Weizen. An der Matif zogen die Notierungen analog zum Weizenpreis weiter an und in den USA war der Handel von Gewinnmitnahmen geprägt. Zwar ist es in Maisanbaugebieten der USA ebenfalls trocken, aber die Notierungen in Chicago hatten in den letzten acht Tagen knapp 8 Prozent zugelegt, was nach einer Korrektur rief. Außerdem könnten die Handelsstreitigkeiten der USA auch hier größere Auswirkungen entfalten, wird befürchtet.

Der neuerntige Novemberkontrakt an an der Matif stieg um 1,25 % auf 182 Euro/t.

In Chicago settelte der Septembermais mit einem Verlust von 1,5 % bei 3,52 USD/bu.

Soja legt weiter zu

Die Sojabohne konnte sich gestern weiter erholen. Zwar belasten der Handelsstreit mit China sowie das insgesamt große Angebot in den USA den Handel, aber die niedrigen Kurse locken offenbar die Bullen an.

Der Frontmonat stieg um 1,3 % auf 8,58 USD/bu. Das Sojaschrot musste sich mit minimalen Zugewinnen zufriedengeben, während das Sojaöl mit einer Zulage von 1 % an seinem  Anstieg arbeitete.

Raps steht auf der Bremse

Der Rapshandel an der Matif tut sich weiter schwer. Käufer wie Verkäufer trauen sich nicht wirklich aus der Deckung, obwohl die Versorgung am Kassamarkt aufgrund der trockenheitsbedingten Ausfälle alles andere als reichlich ausfallen wird. Der Frontmonat zeigte zum Handelsende minimale Verluste, die der am aktivsten gehandelte November mit einem Schlusskurs von 366 Euro/t wieder ausglich.

Canola in Winnipeg schaltete gestern in den Erholungsmodus. Der Novemberkontrakt legte moderate 0,7 % auf 489,90 CAD/t zu.

Das Palmöl in Malaysia bleibt gefangen zwischen den hohen Produktionserwartungen und der schwächelnden Nachfrage. Die Kurse in Kuala Lumpur gaben gestern erneut deutlich nach. Der Frontmonat notierte mit 2.095 MYR/t auf dem tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

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